Keine Belohnung für das Erwachen

Ramana Maharshi / Foto: Archiv

Man erhält  keine Belohnung für das Erwachen. Wenn man die Bedeutung dieses inneren Erlebnisses erfasst, verlangt man keine Belohnung. Wie Krishna sagte: „Ihr habt das Recht zum Arbeiten, aber nicht das Recht, dessen Früchte zu ernten.“ Vollkommenes Wachsein ist einfach Anbetung, und wahre Anbetung ist nur dem Erwachten möglich.

Wenn man sich niedersetzt und sich klar macht, dass man nur denkt vermöge des All-Lebens und dass der Verstand, der zur Handlung des Denkens belebt wird durch das All-Leben, ein Teil des Ganzen ist, welches wiederum Gott ist, dann beweist man, dass der Verstand nicht als gesondertes Wesen besteht, und das Ergebnis ist, dass Verstand und Körper materiell (so zu sagen) verschwinden. Das einzige, was übrig bleibt, ist reines Sein, welches gleichzeitig Bestehen und Nichtbestehen in sich schließt und nicht durch Worte und Gedanken erklärt werden kann.

Meister in Indien. Verbürgte Mitteilungen über indische Mahâtmas und ihre Lehren von Felicita R. Scatcherd – (Es geht um einen Besuch bei Ramana Maharshi)

Der vollständige Text ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 8  |  September 2020

TITELTHEMA: EIN VERSCHÜTTETER TEMPEL

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

Handlung ist Nicht-Handeln

Foto: © wak

Für uns ist der kleine Raum, den das Denken um sich geschaffen hat, der das Ich ist, äußerst wichtig, denn der Mensch, der sich mit allem identifiziert, was in diesem Raum vorhanden ist, kennt nichts anderes, und in diesem Raum wird auch die Furcht geboren, nicht zu sein. Wenn der Mensch das verstanden hat, kann er in der Meditation eine Raumdimension betreten, wo Handlung Nicht-Handeln ist. Wir wissen nicht, was Liebe ist, denn in dem Raum, den das Denken um sich als Ich geschaffen hat, ist Liebe der Konflikt zwischen dem Ich und dem Nicht-Ich. Dieser Konflikt, diese Qual ist keine Liebe, es kann nicht in jenen Raum eindringen, in dem es kein Ich gibt. In diesen Raum liegt Glückseligkeit, die der Mensch sucht und nicht finden kann. Er sucht sie innerhalb der Grenzen des Denkens, doch das Denken zerstört nur diese Segensfülle.

Jiddu Krishnamurti (1895-1986)

Sicht, Meditation und Handlung

Foto: © wak

Erscheinungen, Offenheit und ihre Untrennbarkeit:
Diese drei fassen die Sichtweise zusammen.

Klarheit, Nichtdenken und Unzerstreutheit:
Diese drei fassen die Meditation zusammen.

Kein Verlangen, kein Anhaften und die Dinge zu Ende führen:
Diese drei fassen die Handlungsweise zusammen.

Milarepa (1052 – 1135)

Abendmahl

Foto: © wak

Ewiges will zu uns. Wer hat die Wahl
und trennt die großen und geringen Kräfte?
Erkennst du durch das Dämmern der Geschäfte
im klaren Hinterraum das Abendmahl:

wie sie sich’s halten und wie sie sich’s reichen
und in der Handlung schlicht und schwer beruhn.
Aus ihren Händen heben sich die Zeichen;
sie wissen nicht, daß sie sie tun

und immer neu mit irgendwelchen Worten
einsetzen, was man trinkt und was man teilt.
Denn da ist keiner, der nicht allerorten
heimlich von hinnen geht, indem er weilt.

Und sitzt nicht immer einer unter ihnen,
der seine Eltern, die ihm ängstlich dienen,
wegschenkt an ihre abgetane Zeit?
(Sie zu verkaufen, ist ihm schon zu weit.)

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Herz und Geist verbinden

Der junge Jiddu Krishnamurti / wikimedia-gemeinfrei

 

Der Geist kann in sich selbst niemals still sein; er ist nur innerhalb des weiten Raumes still, den das Denken nicht erreichen kann. Aus diesem Schweigen erwächst eine Handlung, die mit dem Denken nichts zu tun hat.

Dieses Schweigen ist Meditation. Meditation gehört zu den ungewöhnlichsten Dingen und wenn Du nicht weißt, was sie zu bedeuten hat, bist Du wie ein blinder Mensch in einer Welt leuchtender Farben mit ihrem Wechselspiel von Licht und Schatten. Sie ist keine Sache des Intellekts, wenn sich aber Herz und Geist verbünden, dann wird der Mensch ein völlig anderer. Er ist dann wirklich grenzenlos, nicht nur in seiner Fähigkeit zu denken und wirksam zu handeln, sondern sein Lebensgefühl umfasst einen unendlichen Raum, in dem er Teil eines jeglichen Dinges ist.

Jiddu Krishnamurti über Meditation (1895 – 1986)

Sicht, Meditation, Handlung…

Foto: © wak

 

Erscheinungen, Offenheit und ihre Untrennbarkeit:
Diese drei fassen die Sichtweise zusammen.

Klarheit, Nichtdenken und Unzerstreutheit:
Diese drei fassen die Meditation zusammen.

Kein Verlangen, kein Anhaften und die Dinge zu Ende führen:
Diese drei fassen die Handlungsweise zusammen.

Milarepa (1052 – 1135)

Der kostbarste Schatz

Die Mystik ist eine Befreiungsbewegung der Menschheit und vielleicht der kostbarste Schatz, der dem Menschen je geschenkt wurde. Jedenfalls ist sie das effektivste Werkzeug zur Transformation der inneren Haltung und äußeren Handlungsweise, ja des ganzen Lebens. Aber wir alle müssen an diesem Wachstum teilhaben können – an der universellen mystischen Erfahrung, die jedem von uns zugänglich ist, wenn wir uns nur erlauben zu sein.

Wayne Teasdale (1945 – 2004)

Sicht, Meditation, Handlung

Erscheinungen, Offenheit und ihre Untrennbarkeit:
Diese drei fassen die Sichtweise zusammen.

Klarheit, Nichtdenken und Unzerstreutheit:
Diese drei fassen die Meditation zusammen.

Kein Verlangen, kein Anhaften und die Dinge zu Ende führen:
Diese drei fassen die Handlungsweise zusammen.

Milarepa (1052 – 1135)

Übereinstimmung der Mystiker

„Die überraschende Übereinstimmung der Mystiker aller Zeiten und Länder im innern Sinn und Geist ihrer Lehren, sowie in ihrer Handlungsweise, bei der großen Verschiedenheit ihrer sonstigen Ansichten, bezeugt die Wahrheit ihrer Aussagen. “ Mit diesen Worten fasste Gustav Friedrich Wagner in seinem “Register” zu Schopenhauers Werken das zusammen, was Schopenhauer nach intensivem Studium der Schriften der Mystiker aller Zeiten und Länder tiefblickend erkannt hatte.

http://www.schopenhauer-buddhismus.de/Mystik/mystik.html

Arthur Schopenhauer verstarb heute vor 150 Jahren.