Handlung ist Nicht-Handeln

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Für uns ist der kleine Raum, den das Denken um sich geschaffen hat, der das Ich ist, äußerst wichtig, denn der Mensch, der sich mit allem identifiziert, was in diesem Raum vorhanden ist, kennt nichts anderes, und in diesem Raum wird auch die Furcht geboren, nicht zu sein. Wenn der Mensch das verstanden hat, kann er in der Meditation eine Raumdimension betreten, wo Handlung Nicht-Handeln ist. Wir wissen nicht, was Liebe ist, denn in dem Raum, den das Denken um sich als Ich geschaffen hat, ist Liebe der Konflikt zwischen dem Ich und dem Nicht-Ich. Dieser Konflikt, diese Qual ist keine Liebe, es kann nicht in jenen Raum eindringen, in dem es kein Ich gibt. In diesen Raum liegt Glückseligkeit, die der Mensch sucht und nicht finden kann. Er sucht sie innerhalb der Grenzen des Denkens, doch das Denken zerstört nur diese Segensfülle.

Jiddu Krishnamurti (1895-1986)

Keine Angst haben

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Die Suche nach der Realität ist die gefährlichste aller Unternehmungen, denn sie wird die Welt, in der du lebst, zerstören. Doch wenn dein Motiv die Liebe zur Wahrheit und zum Leben ist, brauchst du keine Angst zu haben.

Nisargadatta Maharaj (1897 – 1981)

Blick auf die ursprüngliche Gleichheit

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Seit die Habsucht den Adel der Natur zerstört hat und sich sogar des Gesetzes zur Förderung der Herrschaft des Stärkeren über die Schwachen bedienen kann, ist die Gleichheit des Menschengeschlechts zerstört. Du aber blick auf die ursprüngliche Gleichheit, nicht auf die schließliche Zerreißung.

Gregor von Nazianz (um 329 – 390)

Süchtig nach Krieg

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Der Mensch ist
wie ein Alkoholiker,
der weiss, dass das Trinken
ihn zerstören wird,
der aber trotzdem stets
einen Anlass zum Trinken findet…

Man kann daraus nur einen Schluss ziehen:
der Mensch ist so süchtig nach Krieg,
dass er mit seiner Sucht
nicht fertig werden kann.

Doch wenn er nicht lernt,
sie zu meistern,
wird diese Sucht
sein Untergang sein.

Thomas Merton (1915 – 1968)

Der Weg führt nach innen

Der Weg zur Seligkeit führt nach innen, nicht nach außen. Es ist nutzlos, nach Ruhm und Palästen zu streben. Manch armer Bettler sitzt voller Verzückung im Winkel einer Moschee, während ein anderer in seinem Schloss trübsinnig vor sich hin brütet. Die prachtvolle Fassade dieser Welt ist nichts, zerstöre sie, der Schatz liegt in ihrer Ruine verborgen.

Rumi  (1207 – 1273)

Das Herz weit werden lassen

Lassen wir unser Herz ganz weit werden,
damit wir wahrnehmen können,
dass die Bedingungen
für unser Glücklichsein
schon da sind
und die Ungerechtigkeit, die Grausamkeit
oder Gemeinheit nicht ausreichen werden,
um unser Leben zu zerstören.

Thich Nhat Hanh (*1926)

Zeitlose Wahrheit verwirklichen

Oh Freunde, rühmet euch nicht:
Eures Reichtums,
Eurer Freunde,
Eurer Jugend.

Dies alles
wird zerstört
in einem Augenblick.

Sucht die Befreiung
von der Welt
der Maya
und verwirklicht
die zeitlose Wahrheit.

Shankaracharya (ca. 788-820)