Das Vollkommene schmecken

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Was hier gesagt ist, das gehört alles dem auswendigem Leben zu und es ist ein Weg und ein Zugang zu einem wahren inwendigen Leben. Und das inwendige das hebt an nach diesem. Wenn der Mensch das Vollkommene schmecken wird, so viel es möglich ist, so werden alle geschaffenen Dinge dem Menschen zunichte und auch der Mensch selber. Und so man erkennt in der Wahrheit, daß das Vollkommene allein ist alles und über alles, so folgt notwendig daraus, daß man demselben Vollkommenen allein alles Gute zuerkennen muß und keiner Kreatur, z. B. Wesen, Leben, Erkennen, Wissen, Vermögen und desgleichen.

Theologia Deutsch, 53. Capitel von dem Frankfurter Deutschordensherrn unbekannten Namens. Auszug aus: Das andere Wort: „Niemand kommt zu mir, der Vater ziehe ihn denn.“

Der vollständige Text kann hier nachgelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VIII
CII. JAHRGANG WINTER 2021/2022

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In demütiger Gelassenheit wonnigliche Frucht

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Das Pferd macht Mist in dem Stall, und obgleich der Mist Unsauberkeit und üblen Geruch an sich hat, so zieht doch dasselbe Pferd denselben Mist mit großer Mühe auf das Feld; und daraus wächst der edle schöne Weizen und der edle süße Wein, der niemals so wüchse, wäre der Mist nicht da. Nun, dein Mist, das sind deine eigenen Mängel, die du nicht beseitigen, nicht überwinden noch ablegen kannst, die trage mit Mühe und Fleiß auf den Acker des liebreichen Willens Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst. Streue deinen Mist auf dieses edle Feld, daraus sprießt ohne allen Zweifel in demütiger Gelassenheit edle, wonnigliche Frucht auf.

6. Predigt: „Mein Joch ist sanft und meine Bürde leicht“ (Matth. 11,29)

Aus: JOHANNES TAULER (1300 – 1361), PREDIGTEN; übertragen und herausgegeben von Georg Hofmann, Einsiedeln 1979

Die ganze Predigt von Johannes Tauler kann hier nachgelesen werden:

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Den edlen Grund bereit finden

Holzschnitt des Titelblattes von Hans Holbein zu den Predigten von Johannes Tauler, die 1522 in Basel gedruckt worden waren

„Steh auf, Jerusalem, und werde Licht!“ Gott begehrt und bedarf in aller Welt nur eines Dinges; das begehrt er aber so sehr, als ob er seinen ganzen Fleiß darauf verwendete, dies einzige nämlich, dass er den edlen Grund, den er in dem edlen Geist des Menschen gelegt hat, ledig und bereit finde, sein göttliches Werk darin zu vollbringen; …

Was soll nun der Mensch dazutun, dass Gott diesen lieblichen Grund erleuchten und darin wirken könne? Er soll aufstehen; „Surge“, sagt das Wort, „steh auf“; dies lautet, als ob der Mensch dabei mitwirken solle; der Mensch muss aufstehen von allem, was nicht Gott ist, von sich selber und von allen Geschöpfen; von diesem Aufstehen entsteht in dem Grund ein ungestümes Begehren nach Entblößung und Befreiung von allem, was den Menschen von Gott fernhält, und je mehr das abgelegt wird, um so mehr wächst jenes Begehren, geht über sich selbst hinaus und dringt gar oft bei Berührung des bloßen Grundes durch Fleisch und Blut und Mark.

Aus der 5. Predigt: „Surge et illuminare, Jerusalem“ von Johannes Tauler (1300 – 1361)

Die ganze Predigt von Johannes Tauler kann hier nachgelesen werden:

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Oberhalb von Zeit und Raum

Fotographik: (c) wak

Der Himmel ist rein und klar ohne Flecken; den Himmel berührt weder Zeit noch Raum. Alle körperlichen Dinge haben darin keine Stätte. Er steht auch nicht innerhalb der Zeit, sein Umlauf ist unglaublich schnell; sein Lauf ist zeitlos, von seinem Laufe aber kommt die Zeit. Nichts hindert die Seele so sehr an der Erkenntnis Gottes wie Zeit und Raum. Zeit und Raum sind Stücke, Gott aber ist eines. Soll daher die Seele Gott erkennen, so muss sie ihn erkennen oberhalb von Zeit und Raum; denn Gott ist weder dies noch das, wie diese irdischen mannigfaltigen Dinge es sind: denn Gott ist Eines.

Predigt 36: Wisset, dass das Reich Gottes euch nahe ist. (Luk. 21, 31) von Meister Eckhart (1260 – 1328)

Die ganze Predigt von Meister Eckhart kann hier nachgelesen werden:

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Mit Schweigen wirds gesprochen

Mensch, so du willst das Sein
der Ewigkeit aussprechen,
So musst du dich zuvor
des Redens ganz entbrechen.

Angelus Silesius / Johannes Scheffler (1624 – 1677)

Der ganze Beitrag mit Gedanken aus dem „Cherubinischen Wandersmann“ kann hier nachgelesen werden:

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Die göttliche Magia hat Wunder ohne Zahl

Wir werden ein heilig Priesterlich Leben führen, und alle von Gottes Weisheit und ewigen Wundern reden: denn die göttliche Magia hat Wunder ohne Zahl: je mehr gesuchet wird, je mehr ist da, und das ist die Vermehrung des Willens Gottes.

Jakob Böhme (1575 – 1624) in: 40 Fragen von der Seelen, 40. Frage, 4–10

Der ganze Beitrag „Vom Ende der Welt und dem ewigen Leben“ mit Gedanken von Jakob Böhme kann hier nachgelesen werden:

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Das heilige Erlebnis vor dem Zerreden des Mysteriums schützen

Das mystische Erleben der „anderen Wirklichkeit“ tut sich in Tausenden von Werken religiöser Literatur, der Dichtung und der bildenden Kunst kund. Allein das Zeugnis dieser stupenden Schaffenskraft sollte uns von der Wirklichkeit und Bedeutung des zugrunde liegenden Erlebens überzeugen. Dieses ist „mystisch“, nicht weil es dunkel und verschwommen ist, sondern weil es direkt, unvermittelt, spontan – und darum nicht dem urteilenden Intellekt zugänglich ist. Der Myste des Altertums (ebenso wie der des alten Tibet) war nicht ein Schwärmer, sondern ein Eingeweihter, ein Wissender, ein durch Erfahrungen und Prüfungen Gegangener, einer, dessen Lippen verschlossen waren, nicht um ein Geheimnis zu hüten, sondern um das heilige Erlebnis vor der Profanisierung zu schützen, vor der intellektuellen Neugierde, vor dem Zerreden des Mysteriums. Denn nur durch Kontemplation, Meditation und Selbsthingabe kann dieses Wissen erworben werden. In dem Maße aber, in dem die Selbsthingabe verwirklicht wird, wächst dieses Wissen über die Grenzen des Persönlichkeitscharakters und der individuellen Beschränkungen und die sie bedingenden psychologischen Fakten hinaus. Da nach buddhistischer Auffassung – insbesondere nach der der Vijnanavadins – unser Tiefenbewusstsein das Reservoir universeller Erfahrung ist, so wie unser individuelles Gedächtnis das Behältnis unserer persönlichen Erfahrung – so ergibt sich die Möglichkeit, im Zustande der Versenkung oder Verinnerlichung, d. h. nach Ausschaltung des intellektuellen, nach außen gerichteten Oberflächenbewusstseins, Wissensinhalte zutage zu fördern, die weder in diesem individuellen Leben erworben noch durch „persönliche“ Erfahrungen oder Charaktereigenschaften bedingt sind. Die Aussagen der modernen Tiefenpsychologie, die dem „Unbewussten“, d.h. dem Tiefenbewusstsein, die gleichen Eigenschaften zuerkennt wie der Buddhist dem „Schatzkammerbewusstsein“ (alaya-vijnana), sind ein weiterer Beleg für die Berechtigung dieser Anschauung.

Anagarika Govinda (1898 – 1985) auf die Frage „Gibt es ein mystisches Erleben der ‚anderen Wirklichkeit‘? Wie verhält es sich mit der meditativen Erfahrung? Kann die Versenkung des Menschen in sein eigenes Selbst mehr zutage fördern als die sein Wesen und seinen Charakter bestimmenden psychologischen Fakten? In: die antwort der religionen. eine umfrage mit 31 fragen von Gerhard Szczesny bei „glaubensfachleuten“ der großen bekenntnisgemeinschaften. München 1964 / Reinbek bei Hamburg 1971, S. 74

Das Bild „Mandala (Der heilige Kreis)“ erschien hier: Lama Anagarika Govinda – Schöpferische Meditation und Multidimensionales Bewusstsein, 178 f., Aurum-Verlag, Breisgau, 1977. Jetzt aktuell nachzulesen in: Magische Blätter. Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung.CI. Jahrgang, Juni 2020, Heft 5, S. 162 https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Gefahren der Mystik

Unterscheiden zwischen Erleben und Mitteilung des Erlebten

Die Fälle, in denen Menschen Geistiges mit restloser Klarheit und Sicherheit erlebten, sind äußerst selten, aber es wäre sehr töricht, sie um ihrer Seltenheit willen unbeachtet zu lassen oder gar fortleugnen zu wollen. Dies umso mehr, als es auch heute Menschen gibt, die in solcher Art erleben und mit wachester Urteilsfähigkeit um ihr Erleben wissen. Man muss aber stets unterscheiden zwischen diesem eigentlichen Erleben und der Mitteilung des Erlebten, wie es der also Erlebende in Worten zu geben sucht. In solcher Mitteilung strebt der Mensch mit aller Inbrunst, auszusagen, was sich doch niemals in Worten sagen lässt, und notgedrungen schafft er sich Bild und Gleichnis, um auch anderen Seelen erfassbar zu machen, was ihm widerfahren ist.

„Gefahren der Mystik“ von Bô Yin Râ / Josef Anton Schneiderfranken (1876 – 1943)

Der ganze Artikel „Gefahren der Mystik“ von Bô Yin Râ  kann hier nachgelesen werden:

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Luise Rinser und Lama Anagarika Govinda

Cover des von Luise Rinser zitierten Buches / Foto: (c) wak

Luise Rinser (1911 – 2002): „Vor fast zehn Jahren las ich das Buch ‚Antwort der Religionen’. Der Initiator und Herausgeber Gerhard Szczesny stellte an je einen Vertreter der großen Religionen eine Reihe von Fragen. … Für den Buddhismus antwortete Lama Govinda. Ich wußte nicht, wer dieser Govinda ist, aber seine Antworten waren diejenigen, die mir (obwohl ich katholisch bin und mich viele Jahre mit Theologie beschäftigt habe) den tiefsten Eindruck machten und die mir so entsprachen, als kämen sie aus mir selbst!“

Aus: Benedikt Trappen, Maria; Rinser, Luise; Zotz, Volker; Luise Rinser und Lama Anagarika Govinda, Govinda Institut für buddhistische Studien, Edition Habermann; 1. Edition (2. Mai 2019)

Der ganze Beitrag „Luise Rinser und Lama Anagarika Govinda“ kann hier nachgelesen werden:

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Geisteskünder in den Nöten des Christentums

In „Mehr Licht“ schreibt Bô Yin Râ zur christlichen Mystik: „Die wahren Helfer in den heutigen Nöten des Christentums sind vor allem jene deutschen Geisteskünder, die man als ‚mittelalterliche Mystiker‘ zu kennen meint: die wirklichen ‚Theosophen‘ im paulinischen Sinne, – die wahrhaftigen Geisteskundigen, wie Eckehard, Tauler, der dem Namen nach unbekannte Frankfurter Deutschordensherr, dem wir das „Büchlein vom vollkommenen Leben“, die ‚Theologia deutsch‘ verdanken, der Domherr Thomas a Kempis, der seinen Mitgläubigen die ‚Nachfolge Christi‘ schenkte und – für die, denen seine kosmischen Gesichte nicht allzu grandios und erdrückend sind, der Görlitzer Seher Jakob Böhme. – Obwohl er vor allem Dichter ist, darf auch Angelus Silesius an dieser Stelle nicht vergessen werden.“

Bô Yin Râ: Mehr Licht. Das Licht des Geistes im Christentum, S. 241 – 242 / Aus der Einleitung „Über Mystik“ von nootheater

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Das Kind

Sakralkunst

EINZELBUCH, 388 SEITEN

ISBN-Nr. 9-783948-594-10-7

20,00 € / zusätzl. Versand

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