Wer bin ich?

Ramana Maharshi (1869 – 1950) antwortete auf die Frage eines Schülers:

„Wie muss man erforschen: ‚Wer bin ich?’“ folgendes:

Handlungen wie Gehen und Kommen betreffen lediglich den Körper. Und wenn man sagt: „Ich ging, ich kam“, unterstellt man, dass der Körper „Ich“ sei. Aber kann es richtig sein, dass der Körper, den es vor der Geburt nicht gab, der aus den fünf Elementen besteht, der während des Tiefschlafs nicht existiert und der mit dem Tod ein Leichnam wird, wirklich das „Ich“-Bewusstsein ist? Kann der Körper, der schwerfällig wie ein Holzklotz ist, das strahlende „Ich-Ich“ sein? Hier liegt der Grund, warum das „Ich“-Bewusstsein, das mit dem Körper verbunden ist, Einbildung (Tarbodham), Ego (Ahankara), Unwissenheit (Avidya), Maya, Unreinheit (Mala) oder individuelle Seele (Jiva) genannt wird. Wie kann man dies nicht ergründen wollen! Ist es nicht Sinn und Zweck der Schriften, uns mit Hilfe der Erforschung zur Erlösung zu führen, wenn sie sagen, dass die Vernichtung der Einbildung Befreiung (Mukti) bedeutet? Man sollte also den Körper-Leichnam einen Leichnam sein lassen und, ohne das Wort „Ich“ auch nur zu sagen, direkt ergründen: „Was ist es, das jetzt als ‚Ich“ in Erscheinung tritt?“ Dann wird im Herzen ein stilles, glänzendes Licht als „Ich-Ich“ erstrahlen. Aus sich selbst heraus wird das reine, unbegrenzte, einzige Bewusstsein leuchten; alle Begrenzung und Vielfalt der Gedanken wird verschwunden sein. Wenn man dann still bleibt und diesen Zustand nicht verlässt, wird das Ego, das Gefühl der Individualität in Gestalt von „Ich bin der Körper“ vollständig aufgelöst und schließlich auch der letzte Gedanke, die „Ich“-Form, ausgelöscht werden, wie das Feuer, das Kampfer verbrennt. Die Heiligen und die Schriften sagen klar, dass das allein Befreiung ist.

Hörspiele „Über die Wirklichkeit“

ÜBER DIE WIRKLICHKEIT

Hörspielreihe nach Texten von Theologia Deutsch, Novalis, Huang Bo Xiyun,  Ramana Maharshi, Meister Eckhart, Jacob Böhme & Yoshida Kenkô

HÖRSPIELREIHE, 7h 15Min. 75,00€

Das erste Hörspiel „Die Sprache ist Delphi & Novalis träumt“ startete 1981 mit Textfragmenten des deutschen Dichters Novalis. In den Jahren darauf folgten „Der Eine Geist“ des chinesischen Zen-Meisters Huang Bo Xiyun, „Hommage à Ramana“ über den indischen Weisen Ramana Maharshi, „Vom Edlen Menschen“ von Meister Eckart, Höre Du blinder Mensch & Vom übersinnlichen Leben“ von Jacob Böhme und „Betrachtungen aus der Stille“ des japanischen Mönchs Yoshida Kenkô. Nun schließt die beliebte 7-teilige Hörspielreihe mit der Vertonung der „Theologia Deutsch“, welche das erste Mal 1516 von Martin Luther herausgegeben wurde, und der in seiner Wertschätzung mitteilte, dass diese Schrift ihn, nach der Bibel und den Confessiones von Augustinus von Hippo, am meisten über die Wirklichkeit der Welt lehrte.

Die Klangkunst- und Stimmcollagen mit den bekannten Stimmen u.a. von Michael König,
Linda Olsansky, Max Hoppe und Martin Engler bewegen sich durch das Weltall, umfassen Kosmologie, Religion, Christentum, Advaita-Vedanta, Zen-Buddhismus und Meditation. Allgemeine Lehre von den Wissenschaften, Systematik, Über die Logik, Philosophie, Mathematik, Raum und Zeit, Physik, Chemie, Mineralogie, Geognosie, Geographie, Organologie, Physiologie, Medizin, Psychologie, Philologie, Sprache, Musik, Poetik, Kunstlehre, Staat und Recht, Kriegskunst, Pädagogik, Moral, Menschenlehre, Die magische Wissenschaft.

Der erste Tonträger überhaupt in der Geschichte war ein Hörbuch in Jahre 1877, noch vor allen Musikaufnahmen. 1923 ging in Berlin die erste deutsche Radiostation on air. Die preisgekrönten Werke des Autors und Komponisten Ronald Steckel, der über 40 Hörspiele und Filme produzierte, haben die deutsche Hörspielgeschichte und Entstehungszeit des Rundfunks und Films maßgeblich mitgeprägt.

Über sieben Stunden Hörgenuss! Bestellbar ist die Hörspielreihe „Über die Wirklichkeit als 7-teilige  MP3 und CD Reihe

* Zahlungen an das Konto Verlag MAGISCHE BLÄTTER IBAN DE5725 05000 00151 804747

MP3:

kontakt@verlagmagischeblaetter.eu Subject MP3-Reihe über die Wirklichkeit.

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CD: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu Subject CD-Reihe über die Wirklichkeit.

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Lebhafter Eindruck unmittelbarster Gegenwart

Ramana Maharshi / Foto Archiv

Im Geiste sehe ich deutlich die sitzende Gestalt des Maharschi vor mir schweben. Seiner wiederholt erteilten Anweisung folgend bemühe ich mich, zu dem hinter dem Bild befindlichen Gestaltlosen, seinem wahren Wesen, seiner inneren Natur, seiner Seele, vorzudringen. Zu meiner Überraschung gelingt mir dies fast auf der Stelle. Das Bild verschwindet wieder und hinterläßt in mir nichts weiter als den lebhaften Eindruck seiner unmittelbarsten Gegenwart.

Auszug aus Paul Brunton: Der Mensch ist hohen Ursprungs

Der vollständige Text über seine Begegnung mit Ramana Maharshi ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH IX
CIII. Jahrgang, März 2022, Heft 3 / Thema: Theosophie

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Wille und Schicksal

Foto (c) wak

Der Streit um Willensfreiheit und Schicksalszwang gilt nur für den, der um den Grund nicht weiß, der beider Wurzel ist.
Wer das Selbst erkannt hat, einzig Wurzel und Grund von Freiheit und Schicksal, ist jenseits beider. Wie sollt er um sie streiten?

Ramana Maharshi (1879 – 1950) in „Vierzig Verse“ / Vers 19

Herz ist dein Name

Ramana Maharshi / Archiv

Niemand braucht zu suchen, wo seine Augen sitzen, wenn er sehen will. Das „Herz“ ist immer offen, wenn du wirklich hinein willst; es trägt alle Regungen und Bewegungen in dir, ohne dass du dessen gewahr wirst. Vielleicht sollte man lieber sagen: das Selbst ist das „Herz“ selber, als dass es „im Herzen“ sei. Fürwahr, das Selbst ist die Stätte und Mitte selber. Es ist immerdar seiner selbst inne als „Herz“, als Selbstgewahrsein. Darum habe ich gesagt: „Herz ist dein Name“.

Ramana Maharshi (1879 – 1950)

RAMANA | Hommage á Ramana Maharshi

Foto: (Archiv)

RAMANA – HOMMAGE À RAMANA MAHARSHI

2020 / nootheater & Rundfunk Berlin Brandenburg

Komposition und Regie: Ronald Steckel
Mit Linda Olsansky, Naomi Krauss, Axel Wandtke, Tony de Maeyer, Martin Engler und Arne Fuhrmann

Im Alter von 16 Jahren erlebte der tamilische Brahmanensohn Venkataraman Iyer (1879–1950) einen geistigen Durchbruch und die Erkenntnis seines „todlosen“ Selbst. Der Gymnasiast verließ seine Familie und seine Stadt und zog sich zwölf Jahre lang von allen Menschen zurück, versunken in sein inneres Licht, bis er schließlich begann, auf die Fragen derer zu antworten, die sich im Laufe der Zeit um den geheimnisvollen Mann scharten. Unter dem Namen Ramana Maharshi – „der große Seher“ – wurde er weltberühmt.

Im Januar 1911 kam der Engländer Frank H. Humphreys als erster westlicher Schüler zu Ramana. Von seinem Besuch berichtet er: „Eine halbe Stunde lang schaute ich in seine Augen, die ihren Ausdruck tiefer Versenkung nie veränderten. Das Verständnis dämmerte in mir, dass der Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist. Unwillkürlich spürte ich, dass sein Körper nicht der Mann war, sondern das Instrument Gottes, ein bewegungslos dasitzender Leichnam, aus dem Gott furchterregend ausstrahlte. Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben.“

Ramana Maharshi lehrte die Selbsterforschung (Sanskrit: Âtma Vichara) durch die Frage „Wer bin ich?“. Er gilt als einer der bekanntesten Weisen und Vertreter des Advaita-Vedanta (Advaita: Nicht-Dualität) des 20. Jahrhunderts. Innerhalb der westlichen Kultur ist er vor und nach dem zweiten Weltkrieg u. a. auch dadurch bekannt geworden, dass das im Mittelpunkt seiner Lehre stehende „Selbst“ (Sanskrit: Atman), das er auch als „ICH-ICH“ bezeichnet, sowohl dem „Funken“ der europäischen Mystik, dem „Ich“ als „eingeschriebenen Namen Gottes“ bei Jacob Böhme, dem „Transzendentalen Ich“ J. G. Fichtes, Schellings und Edmund Husserls und dem von C.G. Jung als Ziel des Individuationsprozesses postulierten „Selbst“ zu entsprechen scheint.

10,00 € zusätzl. Versand

Bestellt werden kann das Hörbuch hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subject: Bestellen:RAMANA

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Hier gibt es eine Hörprobe von 2.02 Minuten des Hörstückes von Ronald Steckel: https://irp-cdn.multiscreensite.com/0c970045/files/uploaded/Ramana-Maharshi_SIE%20FRAGEN-1.mp3

Mehr zu Hörbüchern gibt es hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/hoerbuecher/audio und hier: https://www.nootheater.de/works.html

Einfach Sein

Foto: Archiv

Das Selbst ist immer gegenwärtig. Jedermann möchte das Selbst erkennen. Welche Hilfe braucht man, um sich selbst zu erkennen? Die Menschen möchten das Selbst als etwas Neues sehen. Aber es ist ewig und gleichbleibend. Sie wollen es als strahlendes Licht oder so etwas sehen. Wie wäre das möglich! Es ist weder Licht noch Finsternis. Es ist nur, was es ist, und kann nicht definiert werden. Die beste Definition ist „Ich bin, der ich bin”. Die Shrutis (heiligen Schriften) beschreiben das Selbst als von Daumengröße, als Spitze eines Haares, als elektrischen Funken, unermesslich, feiner als das Feinste usw. Es ist nur Sein, aber verschieden vom Wirklichen und Unwirklichen; es ist Erkenntnis, aber verschieden von Wissen und Nichterkenntnis. Wie kann man es überhaupt definieren? Es ist einfach Sein.

Ramana Maharshi in: Sei, was du bist! Herausgegeben von David Godman. 2001, Bern / München / Wien, S. 20

Stille ist die machtvollste Art des Wirkens

Ramana Maharshi / Bild: Archiv

Stille ist die machtvollste Art des Wirkens. Wie gewaltig und eindringlich die Schriften auch sein mögen, sie sind wirkungslos. Der Guru ist still, und in allen herrscht Friede. Seine Stille ist gewaltiger und eindringlicher als alle Schriften zusammen. Diese Fragen tauchen auf, weil man spürt, dass man schon so lange hier ist, so viel gehört, sich so sehr angestrengt und dennoch nichts erlangt hat. Das Wirken, das innerlich vor sich geht, ist nicht sichtbar. Tatsächlich ist der Guru immer in dir.

Ramana Maharshi (1879 – 1950)

Herz ist dein wahrer Name

Ramana Maharshi | Bild: Archiv

In dir, du Berg des Lichts,
ist dieses All gebildet,
in dir geht es auf,
in dir besteht es und in dir vergeht es:
Das ist die letzte Wahrheit.
Und du tanzt, das höchste Selbst,
als „Ich“ in meinem Herzen;
„Herz“ ist dein wahrer Name.

Ramana Maharshi (1879 – 1950) in „Fünf Edelsteine für Arunachala“