Dein Ursprung ist in dir selbst

Es genügt, dass man sich ausliefert.
Sich auszuliefern heißt, dass man sich dem Grund des eigenen Seins übergibt.
Lass dich nicht von dem Wahn blenden, dieser Grund sei irgendein äußerer Gott.
Dein Ursprung ist in dir selbst.
Ergib dich ihm.
Das bedeutet, dass du den Ursprung suchen und mit ihm eins werden musst.

Ramana Maharshi (1879-1950)

Das Gemüt zur Quelle des Lichts wenden

Das Selbst ist das Herz. Das Herz ist Selbst-leuchtend. Licht steigt aus dem Herzen auf und gelangt ins Gehirn, das der Sitz des Gemüts ist. Die Welt wird mit dem Gemüt gesehen, also durch das reflektierte Licht des Selbst. Wahrgenommen wird sie mit der Hilfe des Gemüts. Sobald das Licht im Gemüt erstrahlt, wird dieses der Welt gewahr. Wird es dagegen nicht beleuchtet, dann ist es der Welt nicht gewahr. Wird das Gemüt nach innen zur Quelle des Lichts hin gewendet, dann hört das objektive Wissen auf und das Selbst allein leuchtet als das Herz.

Der Mond scheint wegen des reflektierten Lichts der Sonne. Sobald die Sonne untergegangen ist, eignet sich der Mond gut zur Beleuchtung von Objekten. Geht die Sonne dann wieder auf, braucht niemand mehr den Mond, obwohl die fahle Silhouette der Mondscheibe noch am Himmel sichtbar bleibt. Ebenso ist es auch mit Herz und Gemüt.

Ramana Maharshi (1879 – 1950)

Wenn der Geist zur Quelle heimkehrt

Glücklich sein zu wollen und dabei das Selbst mit dem  Körper zu identifizieren, ist wie der Versuch, den Fluss auf  dem Rücken eines Krokodiles zu überqueren. Wenn das Ego aufsteigt, trennt sich der Geist von seiner Quelle, dem  Selbst, und wird rastlos wie ein in die Luft geworfener Stein  oder das Wasser eines Flusses. Erst wenn der Stein oder der  Fluss ihren jeweiligen Ursprungsort, nämlich den Boden  oder den Ozean wieder erreicht haben, kommen sie zur  Ruhe.

Ebenso ist es mit dem Geist – er kann erst ruhen und glücklich sein, wenn er zu seiner Quelle zurückgekehrt ist und in ihr verbleibt. So wie es gewiss ist, dass der Stein und der Fluss zu ihrem Ausgangsort zurückkehren, so wird auch zwangsläufig früher oder später der Geist zu seiner Quelle heimkehren.

Ramana Maharshi (1879 – 1950)

In das göttliche Ganze schauen

Ich schaue den Frieden höchsten Schweigens,
der alle ergreift, die wissen,
die in sich hegen
das hohe, vollkommene und feste Bewusstsein.

Denn die Jagd nach den Dingen dieser Welt lockt sie nicht mehr.

Ich schaue das göttliche Ganze,
das nichts ausschließt,
in dem alles einen Anfang nimmt:

ewige, stille Glückseligkeit,
ruhige Frische des wahren Seins.

 

Ramana Maharshi (1879 – 1950)