Autonom in der Seele

Die Mystik ist der großartigste Versuch, die Religion an sich zu finden. Und was ist die religiöse Sehnsucht unserer Tage? Die Religion zu finden, die keiner Konfession, keiner Dogmen, keiner heiligen Stätten, Priester und Handlungen, keiner Symbole, keiner Formen und Kulte, keiner Historie bedarf, sondern autonom in der Seele lebt. Die da hinein gebannt sind in die Massenreligion der Bevormundung, sehnen sich nach der Religion ihrer eigenen Seele … Und die da sitzen in der halb erstorbenen Kirche, die ohne Gestalt und Schöne ist, sie schauen aus nach der mittlerlosen Religion.

Walter Lehmann im Vorwort einer Edition der Predigten von Johannes Taulers,  die 1923 im Verlag Eugen Diederichs, Jena, erschienen sind.

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Religiöse Sehnsucht

Die Mystik ist der großartigste Versuch, die Religion an sich zu finden. Und was ist die religiöse Sehnsucht unserer Tage? Die Religion zu finden, die keiner Konfession, keiner Dogmen, keiner heiligen Stätten, Priester und Handlungen, keiner Symbole, keiner Formen und Kulte, keiner Historie bedarf, sondern autonom in der Seele lebt.  … die da sitzen in der halb erstorbenen Kirche, die ohne Gestalt und Schöne ist, sie schauen aus nach der mittlerlosen Religion.

Walter Lehmann im Vorwort einer Edition der Predigten von Johannes Taulers,  die 1923 im Verlag Eugen Diederichs, Jena, erschienen sind.

Autonom in der Seele

Die Mystik ist der großartigste Versuch, die Religion an sich zu finden. Und was ist die religiöse Sehnsucht unserer Tage? Die Religion zu finden, die keiner Konfession, keiner Dogmen, keiner heiligen Stätten, Priester und Handlungen, keiner Symbole, keiner Formen und Kulte, keiner Historie bedarf, sondern autonom in der Seele lebt. Die da hinein gebannt sind in die Massenreligion der Bevormundung, sehnen sich nach der Religion ihrer eigenen Seele … Und die da sitzen in der halb erstorbenen Kirche, die ohne Gestalt und Schöne ist, sie schauen aus nach der mittlerlosen Religion.

Walter Lehmann im Vorwort einer Edition der Predigten von Johannes Tauler, die 1923 im Verlag Eugen Diederichs, Jena, erschienen sind.

Mittlerlose Religion

Es mag als ein gewagtes Unternehmen erscheinen, heutigentags die Predigten eines mittelalterlichen Mystikers aufs neue der denkenden Menschheit anzubieten, in unserer Zeit einem Manne Gehör zu verschaffen, der mit den Ideen, mit der zeitbildenden, Geschichte machenden, seelischen und gedanklichen Arbeit unserer Tage scheinbar nicht das Geringste zu tun hat … Und doch ist gerade das, was man der Mystik zum Vorwurf macht, ihr größter Vorzug. Ihr wird mit Recht die geschichtliche Religion gegenübergestellt. Und damit ist gesagt, dass sie selbst geschichtslos ist, über die Geschichte erhaben, nicht gebunden an geschichtliche Geschehnisse, zeitlos. Und in der Tat, die Mystik ist, je tiefsinniger, desto offener im Prinzip, im letzten Interesse nicht nur erhaben über alle Dogmen, über alle Konfessionen, über alle kirchlichen Schranken, sie ist in der Tat losgelöst auch vom Historischen. Sie ist das Religiöse an sich, freie, nackte, undogmatische, unkirchliche, konfessionslose, sozial uninteressierte, ethisch an sich indifferente, geschichtslose Religion, die es schlechthin nur zu tun hat mit dem Verhältnis der einzelnen Seele zum Ewig-Göttlichen, Gottes zum Seelengrunde …

Die Mystik ist der großartigste Versuch, die Religion an sich zu finden. Und was ist die religiöse Sehnsucht unserer Tage? Die Religion zu finden, die keiner Konfession, keiner Dogmen, keiner heiligen Stätten, Priester und Handlungen, keiner Symbole, keiner Formen und Kulte, keiner Historie bedarf, sondern autonom in der Seele lebt. Die da hinein gebannt sind in die Massenreligion der Bevormundung, sehnen sich nach der Religion ihrer eigenen Seele … Und die da sitzen in der halb erstorbenen Kirche, die ohne Gestalt und Schöne ist, sie schauen aus nach der mittlerlosen Religion.

Walter Lehmann im Vorwort einer Edition der Predigten von Johannes Taulers,  die 1923 im Verlag Eugen Diederichs, Jena, erschienen sind.