Unseres Daseins bewusst werden

Wir sollten unser Denken dazu benutzen, uns des Undenkbaren bewusst zu werden und uns immer neuen Erfahrungen zu öffnen, so dass wir uns des rätselhaften Charakters der Welt und unseres Daseins bewusst werden. Dann wird alles für uns Bedeutung gewinnen, denn wir werden jedes Ding betrachten, als ob wir es nie zuvor gesehen hätten, und zwar unter jeglichen Verzicht auf alle vorangegangenen Bewusstseinsassoziationen, die wir gewöhnlich mit dem Ausdruck „Wissen“ bezeichnen.

Lama Anagarika Govinda – Schöpferische Meditation und Multidimensionales Bewusstsein, 185 – 189, Aurum-Verlag, Breisgau, 1977

 

Der vollständige Artikel ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 7 | August 2020 | TITELTHEMA: KUNST

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Geheimnisse offenbaren sich nur dem…

Dies und mehr hier:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 7 | August 2020 | TITELTHEMA: KUNST

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Mystik ist immer revolutionär…

Foto: © wak

Der mystische Mensch muss sich nicht einer Konfession zurechnen. Die konfessionsgebundene Mystik ist zwar die bekannteste, aber nicht unbedingt die bedeutsamste. Mystiker und Mystikerinnen, die sich keiner Religion zuzählten, konnten sich viel freier ausdrücken. Wer konfessionsgebunden war, geriet (und gerät auch heute noch) mit der dogmatischen Fixierung der jeweiligen Religion und Moral in Konflikt. „Die echte Grunderfahrung des Numinosen kann nicht anders sein als anti-konventionell, anti-kollektiv und anti-dogmatisch, denn sie ist Neuerfahrung des Numinosen.“ Mystik ist daher immer revolutionär und wird von der Institution als störend, wenn nicht sogar als häretisch empfunden.

Willigis Jäger: Mystik: Weltflucht oder Weltverantwortung? In: Suche nach dem Sinn des Lebens. Bewusstseinswandel auf dem Weg nach innen. Petersberg 5. Auflage 1999, S. 182

Das Zitat in Klammern stammt aus Erich Neumann: Der Mystische Mensch. Herausgegeben von Lutz Müller und Gerhard M. Walch. opus magnum 2005 http://docplayer.org/75903484-Erich-neumann-der-mystische-mensch.html

 

Erkenne den Meister in dir

Foto: © wak

Nimm dich selbst in Liebe an
und sei wachsam –
heute, morgen, immer.

Finde zuerst den Weg,
dann belehre andere
und besiege so das Leid.

Bevor du andre geradebiegst,
musst du zuerst etwas viel Schwierigeres vollbringen –
dich selbst geradebiegen.

Du bist dein eigener Herr.
Wer sonst?
Bezwinge dich selbst,
und erkenne den Meister in dir.

Jack Kornfield (*1945)

Reise in diese Welt

Foto: © wak

Das für unsere Kultur relevante Symbol der Einheit von Gottesliebe und Solidarität ist Christus. Leben wie Christus gelebt hat, „gesinnt sein wie er war“ (Phil 2, 5) bedeutet die konsequente Weigerung, die Gottheit „Fatum“, die uns einredet, „so ist es eben, so war es immer“, an irgendwelchen Stellen des Lebens weiter anzubeten. Es bedeutet die Hinreise zur Entäußerung und Hingabe des Ich und die Rückreise mitten in diese Welt. Es bedeutet sterben lernen und auferstehen. Statt auferstehen können wir auch sagen: die Rückreise aus einer Art Tod in das Leben antreten.

Dorothee Sölle (1929 – 2003) in: Die Hinreise, Stuttgart 1975

Meditationen I / Fülle einladen

 

Die Aufmerksamkeit
auf die Fülle richten, die
immer schon da ist.

Außen wie Innen:
Fülle – ob du sie einlädst
oder nicht einlädst.

Fülle einladen –
das heißt, sie wahrzunehmen –
wo immer sie ist. –

Hannah Buchholz / 23. 6. 2020

Mehr Texte von Hannah Buchholz hier: https://hannahbuchholz.wordpress.com/

 

 

 

Das könnte den Herren der Welt ja so passen…

Inge Brandenburg: Ein anderes Osterlied

 

Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn erst nach dem Tode Gerechtigkeit käme
erst dann die Herrschaft der Herren,
erst dann die Knechtschaft der Knechte
vergessen wäre für immer,
vergessen wäre für immer.

Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn hier auf der Erde alles so bliebe,
wenn hier die Herrschaft der Herren,
wenn hier die Knechtschaft der Knechte
so weiterginge wie immer,
so weiterginge wie immer.

Doch ist der Befreier vom Tod auferstanden,
ist schon auferstanden, und ruft uns jetzt alle
zur Auferstehung auf Erden,
zum Aufstand gegen die Herren,
die mit dem Tod uns regieren,
die mit dem Tod uns regieren.

Text: Kurt Marti, Musik: Peter Janssens (1970)

Tritt wie der Mond hinter den Wolken hervor

Impression von der Raketenstation HombroichFoto: © wak

Wer immer sich auf die Suche macht,
wird der Welt zum Licht,
ganz gleich, wie unwissend er noch ist.

Doch der Erwachte verbreitet
Tag und Nacht Licht des Geistes.

Meditiere. Führe ein einfaches Leben.
Sei gelassen. Verrichte gekonnt deine Arbeit.

Tritt wie der Mond
hinter den Wolken hervor und leuchte.

Aus dem Dhammapada