Frei von sich und allen Dingen

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Wenn ich predige, dann pflege ich von vier Dingen zu sprechen. Erstens von Abgeschiedenheit und daß der Mensch frei und ledig sein muß – von sich selbst und von allen Dingen. Zweitens pflege ich davon zu sprechen, daß man wieder hineingebildet und zurückgeformt werden soll in das einzige und einfältige, wahrhaft eine Gut, das Gott ist. Zum dritten sage ich, daß man die große Edelkeit und den Adel bedenken muß, den Gott der Seele mitgeteilt hat, damit der Mensch mit diesem Adel wieder in einem Wunder zu Gott zurückgelangt. Viertens spreche ich von der Lauterkeit, Reinheit und Klarheit der göttlichen Natur – welche Klarheit und Reinheit die göttliche Natur besitzt, das ist unaussprechlich. Gott ist ein Wort, ein ungesprochenes Wort.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Mehr dazu hier: http://www.eckhart.de/index.htm?loeser.htm

 

 

Die Wahrheit in sich selbst erblicken

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Die Wahrheit
in sich selbst erblicken,
nur für einen Augenblick,
gilt mehr als alle Himmel,
mehr als alle Welten,
mehr als alles,
was es gibt.

Dschelaluddin Rumi / Mevlana / Muhammad Dschelaleddin Rumi (1207-1273)

Der gelassene Mensch

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Der Mensch, der gelassen hat und gelassen ist und der niemals mehr nur einen Augenblick auf das sieht, was er gelassen hat, und beständig bleibt, unbewegt in sich selbst und unwandelbar, – der Mensch allein ist gelassen.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in Predigt 13: Qui audit me (Eccli. 24,30)

Auf unser Herz treffen

Die Anleitungen zur Achtsamkeit, zur Leerheit oder zur Arbeit mit Energie sagen alle dasselbe: dranbleiben, exakt am Punkt bleiben, das nagelt uns fest. Es legt uns auf genau den Kreuzungspunkt von Raum und Zeit fest, an dem wir uns befinden. Wenn wir genau hier innehalten und die Impulse nicht ausagieren oder unterdrücken und weder anderen noch uns selbst die Schuld geben, dann treffen wir auf eine offene Frage, auf die es keine schematische Antwort gibt. Wir treffen auf unser Herz.

Pema Chödrön (* 1936 )

In ruhigen Stunden nachlesen und Corona ein Schnippchen schlagen…

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Nachfolgend Links zu ein paar älteren Texten von mir. Zum Teil sind sie in der „Connection“ erschienen, zum Teil anderswo. Jedenfalls laden sie ein, noch einmal darin zu stöbern und die eine oder andere Anregung zu bekommen.

I

Der Weg zum Selbst
Der Weg in die Zukunft auf den Spuren der Mystik
https://mystikaktuell.wordpress.com/2015/06/03/wege-zum-selbst/

Labyrinth – das große Abenteuer
https://mystikaktuell.wordpress.com/2011/05/21/labyrinth-das-grose-abenteuer/

Nur wer aufbricht, kann ankommen
Pilgerschaft als Seins-Weise
https://mystikaktuell.wordpress.com/2012/04/08/pilgern-als-seins-weise/

II

Meister Eckhart: Brückenbauer zum Hier und Jetzt
https://mystikaktuell.wordpress.com/2012/03/27/meister-eckhart-bruckenbauer-zum-hier-und-jetzt/

Annäherung an Meister Eckhart
https://meistereckhart750.wordpress.com/2010/12/06/annaherung-an-meister-eckhart/

Erleuchtung im Durchbruch des Nichts
Der Mystiker Johannes Tauler und Zen
https://mystikaktuell.wordpress.com/2010/11/28/der-mystiker-johannes-tauler-und-zen/

Meister Eckhart und Zen-Buddhismus
https://meistereckhart750.wordpress.com/2010/11/20/meister-eckhart-und-zen-buddhismus/

Meister Eckhart und die Beginen
https://meistereckhart750.wordpress.com/2010/02/17/eckhart-und-die-beginen/

Beginen – Mystikerinnen des Tuns
https://mystikaktuell.wordpress.com/2010/11/21/beginen-mystikerinnen-des-tuns/

Beginen: Mystik, Verfolgung und Verurteilung
https://mystikaktuell.wordpress.com/2012/05/20/beginen-mystik-verfolgung-und-verurteilung/

 

III

Das Herz – Stätte der Lebenskraft
https://mystikaktuell.wordpress.com/2012/01/22/das-herz-statte-der-lebenskraft/

Worte, die heilen können
Bibliotherapie aus buddhistischem Geist
https://mystikaktuell.wordpress.com/2015/07/30/worte-die-heilen-koennen/

Heilende Worte
https://mystikaktuell.wordpress.com/2015/07/29/heilende-worte/

Worte, die das Herz öffnen
Vorboten und Wegweiser zur Heilung
https://mystikaktuell.wordpress.com/2012/04/20/worte-die-das-herz-offnen/

 

Aphorismen und Lyrisches von mir findet sich hier:

https://wernerkrebber.wordpress.com/category/aphorismen/

Tonglen – Einatmen, Ausatmen, Mitgefühl

 

Pyar schreibt zu Tonglen:

„Bevor du mit Tonglen beginnst verbinde dein Herz mit der Weite des Himmels. Aus diesem offenen Geist und Herzen heraus wendest du dich dem Leidhaften, Schmerzenden etc. in Dir oder den Menschen und Situationen um dich herum zu und nimmst in vollem Vertrauen auf die umwandelnde Kraft des Herzens mit dem Einatmen alles Dunkle, Schmerzhafte, Schwere und Leidvolle des Erlebens ins Herz. Mit dem Ausatmen gibst du alles Schöne, Liebevolle, Freundliche, Gute deines eigenen Erfahrens im Leben hinaus. Du lässt es in die Situation strahlen. Dabei ist es wichtig, immer zuerst mit dir selbst, mit deinen eigenen Gefühlen in genau dieser Situation zu beginnen. Von da aus kannst du dann das Mitgefühl auf alle Menschen und alle Situationen ausweiten.“

Mehr hier:

Tonglen

Es hat für Myriaden Formen Raum und Licht…

Es hat für Myriaden Formen Raum und Licht,
Nur überlässt es denen sich wahrhaftig nicht,
Die es sich selbst als Eigengut erstreben
Und sich ihm selber nicht zu eigen geben.

Erst, wenn verzichtet wird auf eig‘nen Schein,
Kehrt das, was wirklich ist, im Menschen ein: –
Nur wer sich selbst zu leerem Raume weitet,
Findet sich ewig lichtem Leben zubereitet.

Bô Yin Râ (1876 – 1943) in: Mancherlei, Basel 1939

 

Aktuell erschienen in den Magischen Blättern, Frühjahr 2020. Mehr zu Bô Yin Râ, den Jacob-Böhme-Bund und die Magischen Blätter hier:  https://verlagmagischeblaetter.eu/