Was ist also die Zeit?

Foto: © wak

 

Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht. Das jedoch kann ich zuversichtlich sagen: Ich weiß, daß es keine vergangene Zeit gäbe, wenn nichts vorüberginge, keine zukünftige, wenn nichts da wäre. Wie sind nun aber jene beiden Zeiten, die Vergangenheit und die Zukunft, da ja doch die Vergangenheit nicht mehr ist, und die Zukunft noch nicht ist?

Augustinus von Hippo (354 – 430)

Werbeanzeigen

Nichts zu erklären, nichts zu erreichen

Gedanke auf Gedanke, so kommt man zu Wissen,
Wer das Netzwerk untersucht, dreht sich unaufhörlich im Kreis.
Still sein, Still sein, gar nichts untersuchen –
Das ist ein dunkler Raum ohne jegliche Bewegung.

Gedanke auf Gedanke, daran ist nichts Falsches –
Still sein, Still sein, das ist die hellste Klarheit.
Die Myriaden Erscheinungen sind alle ganz wirklich,
Die Vielfalt ist von dem Einen Geschmack.

Im Gehen und Kommen, im Sitzen und Stehen,
Hör einfach auf, etwas festzuhalten,
Wo keine Richtung zu bestimmen ist,
Wie könnte es da Kommen und Gehen geben?

Kein Sammeln ist nötig und kein Zerstreuen,
Es gibt weder langsam noch schnell.
Die leuchtende Stille ist Von-selbst-So,
Das ist nicht zu erklären, da gibt es nichts zu erreichen.

Niutou Farong (594-657) in: Xinming, die Herz-Geist-Einmeißelung

http://www.yoga-welten.de/forum/spirituelle-poesie/5244-xinming-die-herz-geist-einmeisselung

Aufmerksam geworden bin ich auf den Text noch mal wieder hier:

https://satyamnitya.wordpress.com/2016/01/16/niutou-farong-still-sein-still-sein-das-ist-die-hellste-klarheit/

Was ist also die Zeit?

Zeit

Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht. Das jedoch kann ich zuversichtlich sagen: Ich weiß, daß es keine vergangene Zeit gäbe, wenn nichts vorüberginge, keine zukünftige, wenn nichts da wäre. Wie sind nun aber jene beiden Zeiten, die Vergangenheit und die Zukunft, da ja doch die Vergangenheit nicht mehr ist, und die Zukunft noch nicht ist?

Augustinus von Hippo (354 – 430)

Was ist also die Zeit?

Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es, wenn ich es aber einem, der mich fragt, erklären sollte, weiß ich es nicht; mit Zuversicht jedoch kann ich wenigstens sagen, dass ich weiß, dass, wenn nichts verginge, es keine vergangene Zeit gäbe, und wem nichts vorüberginge, es keine zukünftige Zeit gäbe. jene beiden Zeiten also, Vergangenheit und Zukunft, wie kann man sagen, dass sie sind, wenn die Vergangenheit schon nicht mehr ist und die Zukunft noch nicht ist? Wenn dagegen die Gegenwart immer gegenwärtig wäre und nicht in die Vergangenheit Übergänge, so wäre sie nicht mehr Zeit, sondern Ewigkeit.

Aurelius Augustinus (354 – 430)

Mehr hier:

http://www.ub.uni-freiburg.de/fileadmin/ub/referate/04/augustinus/bekennt1.htm#1114

Erkläre mir die Geheimnisse

Ein Mann voll von Selbst kam und sagte, “Erkläre mir die Geheimnisse.” Ich sagte, “Ich kann Dir nicht die Geheimnisse erklären.Ich erkläre die Geheimnisse, in dem ich nicht ihn sehe, sondern in dem ich mich sehe. Ich erkläre die Geheimnisse des Selbst mir selbst. Ich sehe mich nicht in Dir, ich sehe jemand anderes.”Wenn jemand zu jemand anderem kommt, ist er einer von drei Arten: Entweder ein Schüler oder ein Gefährte oder ein Lehrer. Welche Art bist Du? Bist Du nicht zu mir gekommen? Er sagte, “es ist offensichtlich, in welcher Beziehung ich zu Dir bin.”Ich sagte, “Es ist offensichtlich. Ich sehe ihn in Dir. Da er in Dir ist, bin ich nicht in Dir, denn ich bin nicht er.”

Schams e Tabrizi  (+1248) ; er war der Lehrer von Rumi

Link:
http://azmuto.blogspot.de/2013/02/erklare-mir-die-geheimnisse.html

Azmuto hatte diesen Text als Kommentar zu dem Text von Angelus Silesius geschickt:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2013/07/30/licht-das-aus-der-gottheit-fliest/

Es wäre schade, wenn er dort übersehen würde.

Herz im Meer verloren

Wenn das Meer der Unendlichkeit seine Wogen zu regen beginnt, wie sollten die Bilder dauern, die auf seiner Fläche gezeichnet waren? Diese Bilder sind die gegenwärtige Welt und die kommende Welt. Wer erklärt, sie seien nicht, erwirbt ein großes Verdienst. Wessen Herz sich in diesem Meere verloren hat, ist darin für immer verloren und bleibt in der Ruhe.

Das Buch Manteq-ot-teir („Vogelgespräche“) von Farideddin ‚Attâr Neyshapuri (1136 – 1229) berichtet von der Reise der dreißig Vögel durch die sieben Täler

http://www.irania.eu/Gedichte/attar.html

Mystisches Gebet

Was das eigentlich mystische Gebet angeht, das heißt den Zustand der mit dem Göttlichen vereinten menschlichen Seele, wo nicht einmal mehr die Atmung ihr eigen ist, sondern wo sie allein in und durch den Hauch des göttlichen Atems atmet, so ist es das tiefe Schweigen aller Fähigkeiten der Seele – des Verstandes, der Vorstellungskraft, des Gedächtnisses und des Willens -, das zum Beispiel Johannes vom Kreuz in seinen Werken beschreibt und erklärt. Es ist die Vollendung der Liebe zwischen der Seele und Gott.

Valentin Tomberg (1900 – 1973)