Zeitbedingt? Zeitlos? – Eine Anmerkung in eigener Sache

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Zeitbedingt: durch die Gegebenheiten eines bestimmten historischen Zeitraumes bedingt

Zeitlos: nicht der Mode, dem Zeitgeist unterworfen

https://www.dwds.de ~ Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute

„Mit der Freiheit, die Liebe und Verehrung gibt; habe ich in dieser Ausgabe der Mystischen Schriften Meister Eckharts alles weggelassen, was uns nichts sagt. Meister Eckhart ist zu gut für historische Würdigung; er muss als Lebendiger auferstehen.“ So Gustav Landauer, als er 1903 zum ersten mal die „Mystischen Schriften Meister Eckharts“ herausgegeben hat. „Alles weglassen, was uns nichts sagt“. Das gilt nicht nur für Meister Eckhart.

Im „Editorial“ von „Mystik aktuell“ habe ich geschrieben: Auf dem sprituellen Weg können Texte aus der mystischen Tradition wie aus der Gegenwart Begleiter sein, die eigene Verortung neu zu buchstabieren oder zu vertiefen. Dabei greife ich für den Blog „Mystik aktuell“ neben eigenen Beiträgen auf Quellen zurück, die weit über die eigene spirituelle Herkunft hinausgehen neue Zugänge ermöglichen können: interreligiös, interspirituell, transkonfessionell, interkulturell.

Ein Kriterium, das mich bei der Auswahl von Texten leitet, ist die Frage: Zeitbedingt oder zeitlos?

Ist ein Gedanke zeitbedingt, kann er durchaus ermuntern, aufheitern, aufregen, zum Vordenken anregen. Aber seine Wirkkraft wird dann doch eher ein schnelles Ende finden. Aber er kann und wird durchaus bedenkenswert sein.

Ganz anders ist es bei einem Gedanken, der in meinen Augen als zeitlos gelten kann. Und dabei spielt es letztlich keine Rolle, ob er, zehn, zwanzig, zweihundert oder tausend Jahre und mehr alt ist. Das sind Texte, Gedanken, Überlegungen, die mich anspornen, sie auf ihre Aktualität hin zu sehen.

Geht es Ihnen auch so, freut mich das sehr.

Ihr

Werner Anahata Krebber

Editorial | Update 02_2021

„Wann, wenn nicht Jetzt“ heißt es im Untertitel des Blogs „Mystik aktuell“. Ganz so, wie es Sosan um 600 formuliert hat: „Der Weg ist jenseits von Sprache, denn auf ihm gibt es kein Gestern, kein Morgen, kein Heute.“

Werner Anahata Krebber | Foto: privat

Auf dem sprituellen Weg können Texte aus der mystischen Tradition wie aus der Gegenwart Begleiter sein, die eigene Verortung neu zu buchstabieren oder zu vertiefen. Dabei greife ich für den Blog „Mystik aktuell“ neben eigenen Beiträgen auf Quellen zurück, die weit über die eigene spirituelle Herkunft hinausgehen neue Zugänge ermöglichen können: interreligiös, interspirituell, transkonfessionell, interkulturell. Stammen sie geographisch oder spirituell auch von weit her, so können sie Anstoß, Anregung, Ansprache sein – immer neu sind sie danach zu befragen, welche Bedeutung sie für jede/n Einzelne/n haben. Jetzt. Und auch so, wie es Robert Musil (1880 – 1942) in seinem „Mann ohne Eigenschaften“ formuliert hat:

Ich sehe mir den heiligen Weg
mit der Frage an,
ob man wohl auch
mit einem Kraftwagen auf ihm fahren könnte!

In diesem Sinne viel anregende Lektüre!

Werner Anahata Krebber im Februar 2021

Editorial zu „Mystik aktuell“ / November 2020

 

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„Wann, wenn nicht Jetzt“ heißt es im Untertitel des Blogs „Mystik aktuell“. Ganz so, wie es Sosan um 600 formuliert hat: „Der Weg ist jenseits von Sprache, denn auf ihm gibt es kein Gestern, kein Morgen, kein Heute.“

Auf dem sprituellen Weg können Texte aus der mystischen Tradition wie aus der Gegenwart Begleiter sein, die eigene Verortung neu zu buchstabieren oder zu vertiefen. Dabei greife ich für den Blog  „Mystik aktuell“ auf Quellen zurück, die weit über die eigene spirituelle Herkunft hinausgehen und interreligiös, interspirituell, interkulturell neue Zugänge ermöglichen können. Stammen sie geographisch, kulturell oder spirituell auch von weit her, so können sie Anstoß, Anregung, Ansprache sein – immer neu sind sie danach zu befragen, welche Bedeutung sie für jede/n Einzelne/n haben. Jetzt.

Als 1923 Predigten von Johannes Tauler neu herausgegeben wurden, schrieb Walter Lehmann im Vorwort: „Die Mystik ist der großartigste Versuch, die Religion an sich zu finden. Und was ist die religiöse Sehnsucht unserer Tage? Die Religion zu finden, die keiner Konfession, keiner Dogmen, keiner heiligen Stätten, Priester und Handlungen, keiner Symbole, keiner Formen und Kulte, keiner Historie bedarf, sondern autonom in der Seele lebt. Die da hinein gebannt sind in die Massenreligion der Bevormundung, sehnen sich nach der Religion ihrer eigenen Seele …“

Ganz in diesem Sinn gilt der Satz von Sosan: Wann, wenn nicht Jetzt.

Werner Anahata Krebber im November 2020

Interkultureller Kalender 2019

Screenshot des Interkulturellen Kalenders aus Berlin. Ihn gibt es in der Version einer graphischen Darstellung – wie hier – oder auch als Leseversion.

Verzeichnet sind die religiösen Feste aus Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus, Hinduismus, von Sikhs und von Baha’i

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