Die Seele lebt durch das was sie liebt

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Die Seele lebt durch das,
was sie liebt, eher als im Körper,
den sie beseelt.
Denn sie hat nicht ihr Leben im Körper,
sondern verleiht es eher dem Körper
und lebt in dem, was sie liebt.

Johannes vom Kreuz / Juan de la Cruz (1542 – l591)

Wer kann ein Bild von Gott malen?

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Am Anfang war Gott,
Heute ist Gott, Morgen wird Gott sein.
Wer kann ein Bild von Gott malen?
Er hat keinen Körper.

Er ist wie ein Wort, das aus deinem Mund kommt.
Dieses Wort! Es ist nicht mehr da,
Es ist vergangen und lebt doch weiter!
So ist Gott.

Aus Afrika

Über den Urgrund des Alls

 

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Der Urgrund des Alls, über alles hinaus, was Schöpfung heißt, kann nicht Stoff sein, nicht Geist, nicht Wesen, nicht Leben, nicht Bewusstsein; nicht Körper, Figur, Form, Bild, Idee, Qualität oder Quantität oder Masse. Er kann nicht an einem Orte mehr sein als an einem anderen, kann also nicht konturenhaft gesehen oder überhaupt durch abgrenzende Sinne oder Gedanken erfasst werden; also kann Er auch weder Sinne erregen noch durch Sinne erregt werden, kann überhaupt nicht gestört werden, entzieht sich jeder Ordnung oder Unordnung und schon gar jedem Verstricktsein in materielle Unterscheidungen. Kein Zufall und keine Beziehung und kein Misslingen kann Ihn je betreffen oder gar Seine Allmacht beschränken, ebenso wenig wie ein Mangel an Licht – und keine Veränderung oder Wandlung oder Entwertung, keine Vernichtung, keine Teilung, keine Entbehrung, kein Abströmen oder was sonst noch dem geschaffenen Bereich der Sinne angehört, hat je bei Ihm Statt.

Dionysius Areopagita (5. Jh.)

 

Direkte Verbindung mit dem Göttlichen

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Es besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen Religion und Mystik. Es gibt Religionen ohne Spiritualität, und es gibt Spiritualität ohne Religion. Die kirchlich organisierte Religion kann gar nicht umhin, ihre Mitglieder zu der Überzeugung zu bringen, dass sie regelmäßig zu einem bestimmten Ort kommen und sich mit dem System in Beziehung setzen zu müssen, um das richtige Verhältnis zum Göttlichen zu haben. Für die Mystiker übernehmen die Natur und ihr eigener Körper die Rolle eines Tempels. Ihre Verbindung mit dem Göttlichen ist direkt und braucht keinerlei Vermittlung, besonders nicht von seiten jener, die selbst nicht die Erfahrungen gemacht haben und nichts als ernannte Beamte sind. Was für Mystiker von Nutzen sei kann, ist eine sie unterstützende Gemeinschaft von Mitsuchern und Lehrern, die auf dem Weg schon fortgeschrittener sind als sie.

Stanislav Grof (* 1931) in: Die Bewusstseins-Revolution. o.O. 1999, S. 75 (zusammen mit Ervin Laszlo und Peter Russell)

Das Herz umschließt alles

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Das ganze Universum ist im Körper enthalten,
der ganze Körper im Herzen.
So ist das Herz
der Kern des ganzen Universums.

Und wiederum:
Die Welt ist nichts anderes als der Geist,
der Geist nichts anderes als das Herz.
Das Herz umschließt also alles.

Ramana Maharshi (1879-1950)

Wahres Kino

Gilles Deleuze (1925 – 1995) in: Texte zum Geistigen im Film

TEXTE ZUM GEISTIGEN IM FILM | ANTHOLOGIE / PUBLIKATIONSREIHE 
Ausgewählt von Hauke Johanna Gerdes, Jan Korthäuer, Klaus Weingarten 
Anthologie mit Essays zur kommenden und notwendigen Erschließung unserer inneren Wirklichkeiten und der Rolle, welche die Filmkunst in diesem Prozess spielen könnte. Konstruktive Visionen für die Herstellung und die Verbreitung geistig wertvoller Filme, die zur Erkenntnis des spezifisch Menschlichen und Ewigen anregen, das in jedem von uns lebt. 
 
Jubiläumsausgabe zum 25-jährigen Bestehen des Filmlabors Sector 16. 82 Seiten, u.a. mit Texten von Fred Kelemen, Wolf-Otto Pfeiffer und Ronald Steckel. 
Gebundene Ausgabe mit Prägedruck 22,00 € *

Unsere eigene Weisheit

Graphik: Archiv

Was wir im Zustand der Kontemplation mit unseren eigenen Augen sehen, ist unsere eigene Weisheit. Nach den Lehren des Bön-Dzogchen sind die Augen die Pforten der Weisheit. In der hermetischen Sprache …  gibt es einen großen Berg, auf dem es fünf Einsiedler und zwei Höhlen gibt. Der große Berg ist der Körper, die fünf Einsiedler sind die fünf Weisheiten*, und die beiden Höhlen sind die Augen.

Tenzin Wangyal (*1961)

 

*Weisheit des allumfassenden Raums, Spiegelgleiche Weisheit, Weisheit der Wesensgleichheit, Weisheit der Unterscheidung und Allesvollendende Weisheit

Jedes Geschöpf ist heilig und göttlich

Texttafel aus dem „Sonnengesang“ des heiligen Franziskus  / Foto: © wak

Mitgefühl ist eine spirituelle Kraft, ein Lebensstil, eine Umgangsform. Es ist die Art, wie wir mit allem im Leben umgehen, mit uns selbst, mit unserem Körper, mit unseren Vorstellungen und Träumen, mit unseren Nachbarn, und auch mit unseren Feinden. Einfühlungsvermögen ist eine Geisteshaltung, aus der Hochachtung für die Schöpfung spricht. Durch sie betrachtet man jedes Geschöpf als heilig und göttlich, denn das ist es auch.

Matthew Fox (*1940)

Große Vollkommenheit

Pyar Rauch in einem Beitrag im „Wegweiser-Magazin“ unter der Überschrift „Umwelt-Bewusstsein“. Mehr hier: https://wegweiser-magazin.de/wp-content/uploads/2019/07/WW-04-2019.pdf

Spirit der Unendlichkeit

Sei frei in dir selbst und somit frei in deinem Mental, deinem Leben und deinem Körper.
Denn der Spirit ist Freiheit.

Sei eins mit Gott und allen Wesen. Lebe in dir selbst und nicht in deinem kleinen Ego.
Denn der Spirit ist Einheit.

Sei du selbst und unsterblich. schenke dem Tod nicht deinen Glauben. Der Tod erwartet nicht dich, sondern nur deinen Körper.
Denn der Spirit ist Unsterblichkeit.

Unsterblich sein heißt, unendlich zu sein im Sein, im Bewusstsein und in der Seligkeit.
Denn der Spirit ist unendlich und alles Endliche existiert nur durch seine Unendlichkeit.

Sri Aurobindo (1872 – 1950)