Lectio divina – Vom Wort zur Kontemplation

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Die Lesung führt die feste Speise gewissermaßen zum Mund,
die Meditation zerkleinert und zerkaut sie,
das Gebet schmeckt sie,
und die Kontemplation ist der Genuß selbst,
der beglückt und belebt.

Edgar Friedmann OSB  (* 1940)

Mehr hier: https://www.vier-tuerme-verlag.de/religion-und-spiritualitaet/bibel/362/die-bibel-beten

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Das unsichtbare geistliche Wort

Gedenktafel am Böhme-Haus in Zgorcelec   Foto: © wak

Die sichtbaren empfindlichen Dinge sind ein Wesen des Unsichtbaren; von dem Unsichtlichen, Unbegreiflichen ist kommen das Sichtbare, Begreifliche: von dem Aussprechen oder Aushauchen der unsichtbaren Kraft ist worden das sichtbare Wesen; das unsichtbare geistliche Wort der Göttlichen Kraft wirket mit und durch das sichtbare Wesen, wie die Seele mit und durch den Leib.

Jakob Böhme (1575 – 1624)

Flügel der Morgenröte

Mit dem Wort „Mystik“ versuche ich einen Prozess zu benennen, in dem ich mich in einem doppelten Sinn befinde: die Entdeckung mystischer Traditionen und ihre Aneignung. Sich etwas zu eigen machen bedeutet, es auch er-innern zu können. Wenn ich lese, wie die Mystiker gedacht, geträumt, gesprochen und gelebt haben, so wird mir auch das eigene Leben immer mystischer, immer verwunderlicher; es ist, als wüchsen mir andere Ohren, ein drittes Auge, Flügel der Morgenröte. Ich verstehe mich selber besser.

Dorothee Sölle (1929 – 2003) in „Mystik und Widerstand“. Freiburg/Br. 2014 S. 35

Schaffe Schweigen!

Der heutige Zustand der Welt, das ganze Leben ist krank.
Wenn ich Arzt wäre und man mich fragte, was rätst Du?
Ich würde antworten: Schaffe Schweigen!
Bringe die Menschen zum Schweigen. Gottes Wort kann so nicht gehört werden. Und wenn es unter der Anwendung lärmender Mittel geräuschvoll hinausgerufen wird, dass es selbst im Lärm gehört werde, so ist es nicht mehr Gottes Wort.
Darum schaffe Schweigen.

Søren Kierkegaard (1813 – 1855)