Im Schweigen redet es…

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Im Schweigen redet es,
Im Reden schweigt es.
Das große Tor der wahren Liebe steht offen;
Es kennt keine Hindernisse.
Fragt jemand: „Welche Wahrheit hast du erkannt?“,
Sag ich: „Die Macht der transzendenten Weisheit.“

Yoka Daishi (665 – 713) im „Shodoka“

 

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Carsten Koßwig: Form ist wirklich Leere – Buchtipp V /2019

Carsten Koßwig

Form ist wirklich Leere
Teishos, spirituelle Vorträge

Zweite verbesserte Auflage mit 10 Ochsenbildern von Holde Wössner / Vorwort zur zweiten Auflage von Manfred Rosen
ISBN 978-3-7412-9813-4
© Carsten Koßwig, BoD – Books on Demand, 22018, 9,99 €

 

Mit einer Passage aus dem Herzsutra hat sich Carsten Koßwig einen der Kerntexte des Zen zum Titel seines Buches gewählt: „Form ist wirklich Leere“.

Carsten Koßwig übte von 1993 bis 2015 bei Willigis Jäger Zen. Nachdem ihm Januar 2015 durch Jäger die Bestätigung zum Zen-Lehrer gegeben wurde, ist er außerdem im April 2016 als Assistenz-Lehrer in dessen Zen-Linie Leere Wolke aufgenommen worden. Hier schreibt also jemand, dessen Expertise bestätigt worden ist.
Zu finden sind in dem Buch Teishos, also Vorträge, die intuitiv und aus dem Herzen kommend Schülern und Interessierten auf dem Weg des Zen Unterstützung und Hilfe geben wollen. Zur Orientierung hat Carsten Koßwig einige Gedanken dazu formuliert, was Zen ist. Er verweist auf die drei Pfeiler des Zen vom rechten Glauben, rechtem Zweifel und rechter Entschlossenheit. Danach stellt er die Frage nach der Realität im Zen und seiner spirituellen Alltagstauglichkeit. In weiteren Texten nimmt er anhand zahlreicher Beispiele dem Übenden die Angst davor, einfach von dort anzufangen, wo er gerade steht.

Im zweiten Teil des Buches finden sich Kerntexte der Zen-Tradition, die rezitiert werden: Das Herzsutra, die Geschichte vom Ochsen und seinen Hirten (Ochsenbilder), die vier großen Gelübde, den Text von Daio Kokushi über Zen und den von Sosan das Shinjin Mei.

Später geht es dann um psychologische Themen wie Alleinsein, Verantwortung, Liebe, Männlichkeit und um Gedanken zu besonderen Zeiten wie Weihnachten, Ostern, Allerheiligen, und Rohatsu, dem 8. Tag des 12. Monats. Politische und religiöse Themen sowie Gedanken zum Weltbild 2.0 schließen das Buch ab.

Hilfreich ist das Glossar, in dem wichtige Begriffe ausführlich erläutert werden.

„Ich warne davor, dieses Buch von Carsten Koßwig zu lesen. Es könnte lebensverändernd sein. Möglicherweise hilft es Dir beim Aufwachen. Plopp!“ hatte Zen-Meister Manfred Rosen in seinem Vorwort zur zweiten Auflage geschrieben. Ja, das könnte es. In diesem Sinne ist eine weite Verbreitung mehr als empfehlenswert.

© Werner A. Krebber

 

Die Ursache von allem…

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Die Ursache von allem, die über alles hinaus ist, ist nicht unwirklich, nicht unlebendig, nicht ohne Verstand und nicht ohne Vernunft, ist nicht Körper.

Er hat keine Gestalt und keine Form, weder Qualität noch Quantität noch Masse. Er ist nicht im Raum. Er wird nicht gesehen, und kann nicht empirisch erfasst werden. Er wird nicht sinnlich erfahren, und ist nicht empirisch. Er kennt weder Unordnung noch Durcheinander, als ob er von materiellen Leidenschaften beunruhigt würde.

Dionysius Areopagita (um 500)

Gott muß fühlbar werden / Sufi-Mystik und Doing Nothing am 27. Oktober – Herzliche Einladung

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Das ganze Bildwerk der Sufiliteratur der großen persischen Dichter, wie Rumi, Hafiz und Jami, behandelt das Verhältnis zwischen dem Menschen als dem Liebenden und Gott als dem Geliebten. Wer diese Dichtungen liest und begreift und die Liebe so in sich entwickelt hat, der sieht, was diese Mystiker geschildert haben und auf welchen Ton ihre Herzen gestimmt waren.
Er ist nicht leicht, die Liebe zu Gott in seinem Herzen und pflegen und zu fördern; denn man kann ihn nicht lieben, ohne den Gegenstand seiner Liebe zu sehen oder zu erkennen.
Gott muß fühlbar werden, damit man ihn lieben kann. Aber wer es dahin gebracht hat, Gott zu lieben, der hat in Wahrheit die Wanderung auf dem geistigen Pfad angetreten.

Inayat Khan in: Das innere Leben. Zürich / Genf 1943, S. 20

Mehr zu Sufi-Mystik, Sufi-Dichtung und Doing Nothing hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/09/26/sufi-mystik-des-islam-und-doing-nothing-herzliche-einladung-zum-mystik-sonntag-am-27-oktober/

Wer Ohren hat zu hören, der höre!

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Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Es ist nicht zwei, nicht drei, nicht Tausende,
es ist Eins und Alles;
es ist nicht Körper und Geist geschieden,
daß das eine der Zeit,
das andere der Ewigkeit angehöre,
es ist Eins, gehört sich selbst,
und ist Zeit und Ewigkeit zugleich,
und sichtbar, und unsichtbar,
bleibend im Wandel, ein unendliches Leben.

Caroline von Günderrode (1780-1806) in: Ein apokaliptisches Fragment, Nr. 15

Sein sind alle Farben

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Wie das Wasser nahm auch ich
in mich alle Farben;
Gott der Herr der Färber ist,
Sein sind alle Farben.

Qadi Qadan (ca. 1463 – 1551)

Mehr zu Sufi-Mystik und Doing Nothing am 27. Oktober. Siehe hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/09/26/sufi-mystik-des-islam-und-doing-nothing-herzliche-einladung-zum-mystik-sonntag-am-27-oktober/

Don`t Think About The Movie

 

Don`t Think About The Movie: Kurzspielfilm 2005, 8 Minuten

Mit: Fang Yu; Kamera: Kathleen Herbst; Licht/Ton: Manuel Wilhelm
Buch/Regie: Harald-Alexander Korp

Ein Mönch leitet eine Meditation mit dem Publikum in einem Kino. Humor und Stille in einem interaktiven Kurzfilm.

Buddhistische Filmtage Berlin 2007, Spirituelles Filmfestival Berlin 2007, cine slam Arsenal Kino Tübingen 2008, Kino am Ufer Berlin 2007/08

Mehr von Harald-Alexander Korp hier: http://hakorp.de/index.php/film