An einen Gott glauben heißt…

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An einen Gott glauben heißt,
die Frage nach dem Sinn des Lebens verstehen.

An einen Gott glauben heißt,
sehen, dass es mit den Tatsachen der Welt
noch nicht abgetan ist.

An einen Gott glauben heißt,
sehen, dass das Leben einen Sinn hat.

Ludwig Wittgenstein (1889 – 1951)

Herz und Dhamma

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Lust und Leid wohnen im Herzen. Die Handlungen, welche Lust und Leid erschaffen, werden im Herzen ersonnen. Das Herz kennt die Folgen, welche als Lust und Leid erscheinen; das Herz trägt die Bürde der Ergebnisse seiner eigenen Gedanken. Daher passen das Herz und der Dhamma* so perfekt zueinander. Gleich welche Sprache oder Nationalität, wir können alle den Dhamma verstehen, weil das Herz und der Dhamma ein natürliches Paar sind.

Ajaan Maha Boowa (1913 – 2011)

*Dhamma bzw. Dharma. Die wörtliche Bedeutung ist: „das, was trägt, stützt“. Das Wort wird überwiegend für die Lehre von Buddha in Wort und Schrift verwandt

Tat tvam asi

Cover des Wörterbuches von Fritz Mauthner


Auch der abgründigste Satz der buddhistischen Mystik ist kaum noch Sprache, ist kaum noch grammatisch faßbar. Tat tvam asi. Das du bist. Man könnte auch sagen: Ich ist Du. Das heilige Wort, das Brahma (der Brahmane ist nur der Kenner des Brahma), war schon vor Buddha unerforschlich: der Âtman, der spiritus, das Ich (atta). Als einer einen Brahmanen nach dem Wesen des Brahma fragte, antwortete er nicht; der zweiten Frage entgegnete er: »Ich lehre es dich ja, aber du verstehst es nicht. Dieser Âtman ist Stille.

Stichwort Mystik in: Fritz Mauthner: Wörterbuch der Philosophie. Leipzig 21923, Band 2, S. 362-388

Das Innere mit der Wahrheit berührt

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Sankt Augustin sagt: Es gibt viele, die Licht und Wahrheit gesucht haben, aber nur immer draußen, wo sie nicht war. Und dann sind sie zuletzt so weit abgekommen, dass sie nimmermehr heim und nicht mehr hineinkommen. Wer also Licht finden will und Unterscheidung aller Wahrheit, der warte auf diese Geburt in sich und im Innern und nehme ihrer wahr: So werden alle Kräfte und der äußere Mensch erleuchtet. Denn so wie Gott das Innere mit der Wahrheit berührt hat, so wirft sich das Licht in die Kräfte und der Mensch versteht alsdann mehr, als ihn jemand lehren könnte.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Letztlich heilt nur die Liebe

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Liebe ist ein Wunder. Und wie alle Wunder braucht sie nur eins, damit sie geschehen kann: Man muss bereit sein, sie zuzulassen. Sobald wir bereit sind, sie zuzulassen, strömt sie in unser Leben wie ein warmer Segen, heilt alle Wunden, lindert alle Krämpfe, entspannt unsere vor lauter Angst und Kampf verhärteten Muskeln und Organe, lockert unsere festgefahrenen Verhaltensmuster, schenkt uns Verstehen, Lächeln, schließlich Lachen. Liebe heilt. Letztlich heilt nur die Liebe.

Safi Nidiaye (*1951) in: Das Tao des Herzens

Reden aus dem geformten Wort Gottes

 

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Denn dass der Mensch redet und verstehet, das kommt nicht aus den Sternen und Elementen, sonst könntens andere Creaturen auch: Es kommt dem Menschen aus dem eingeleibten, geformten Worte Gottes her.

Jacob Böhme (1575 – 1624) in: Mysterium Magnum, 36, 85, 1623

Gefunden habe ich diesen Gedanken von Böhme hier: https://www.nootheater.de/menu.html

Ich sah dass er in allen Dingen ist

Ich sah Gott in einem Punkt – ich rede nach meinem Verstehen. Und in diesem Gesichte sah ich, dass er in allen Dingen ist. Und ich sah mit der Aufmerksamkeit, und ich sah und erkannte in diesem Gesicht, dass er alles wirkt, was da geschieht.

Juliana von Norwich (ca. 1342 – 1413)

Die Welt ist das große Mysterium

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Also, mein liebes Gemüte,
forsche nach dem Baum des christlichen Glaubens recht.
Er stehet nicht in dieser Welt.
Wohl muss er in dir sein,
aber du musst mit dem Baume mit Christus in Gott sein,
also dass dir diese Welt nur anhange,
wie denn sie Christus auch nur anhing.
Doch nicht also zu verstehen,
dass diese Welt vor Gott
nichts taugte oder nicht nütze wäre.
Sie ist das große Mysterium.

Jakob Böhme (1575 – 1624)

Frieden stiften in kleinen Schritten

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Impuls im Geiste von Bruder Klaus

Text eines in der Feldkapelle ausliegenden Flyers

Bruder Klaus – Worte des Friedens

Aufeinander horchen und Einander gehorchen ist akueller denn je – und dringend erfordert in Familie und Gemeinde, Wirtschaft und Politik, unter Rassen und Völkern, Kulturen und Religionen.

Darum setzen wir uns ein für…

Eine Kultur des Hinhörens,
nicht des Behauptens.

Eine Kultur des Wohlwollens,
nicht des Verurteilens.

Eine Kultur des Vertrauens,
nicht des Misstrauens.

Eine Kultur des Einladens,
nicht des Ausgrenzens.

Eine Kultur des Verstehens,
nicht des Verdrehens.

Eine Kultur des Aufbauens,
nicht des Niederreißens.

Eine Kultur des Annehmens,
nicht des Ablehnens.

Eine Kultur des Verzeihens,
nicht des Nachtragens.

Eine Kultur des Gehorchen,
nicht des Verweigerns.

Eine Kultur der offenen,
nicht der verschlossenen Herzen

Eine Kultur der Liebe,
nicht des Hasses.

Flyer in der Bruder-Klaus-Kapelle, Mechernich

Mehr hier: www.feldkapelle.de

Durch Nicht-Einsehen erkennen

Nicht das, was die Vernunft einsieht,
sättigt sie oder ist ihr Ziel.
Aber auch nicht das,
was sie durchaus nicht versteht,
vermag sie zu sättigen,
sondern vielmehr das,
was sie durch Nicht-Einsehen erkennt.

Nikolaus von Kues (1401 – 1464)