Wortlosigkeit und Nichtwissen

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Je mehr wir zum Höheren hinstreben, um so mehr ersterben uns die Worte unter der zusammenfassenden Schau des nur geistig Erfaßbaren. So werden wir auch jetzt, da wir in das Dunkel eintauchen, welches höher ist als unsere Vernunft nicht in Wortkargheit, sondern in völlige Wortlosigkeit und ein Nichtwissen verfallen.

Dionysius Areopagita (5. Jh.) in: „Mystische Theologie“

Durch Nicht-Einsehen erkennen

Nicht das, was die Vernunft einsieht,
sättigt sie oder ist ihr Ziel.
Aber auch nicht das,
was sie durchaus nicht versteht,
vermag sie zu sättigen,
sondern vielmehr das,
was sie durch Nicht-Einsehen erkennt.

Nikolaus von Kues (1401 – 1464)

Giordano Bruno: Ursache, Grund und Ewig Eines

In: Giordano Bruno ((1548–1600) in: Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen. Verdeutscht und erläutert von Ludwig Kuhlenbeck, 1906, S. 18

 

Die Ursache von allem…

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Die Ursache von allem, die über alles hinaus ist, ist nicht unwirklich, nicht unlebendig, nicht ohne Verstand und nicht ohne Vernunft, ist nicht Körper.

Er hat keine Gestalt und keine Form, weder Qualität noch Quantität noch Masse. Er ist nicht im Raum. Er wird nicht gesehen, und kann nicht empirisch erfasst werden. Er wird nicht sinnlich erfahren, und ist nicht empirisch. Er kennt weder Unordnung noch Durcheinander, als ob er von materiellen Leidenschaften beunruhigt würde.

Dionysius Areopagita (um 500)

… wie der Klang der Seele

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Im Geist und im Willen zeigt sich die Vernunft wie der Klang der Seele. Sie vollendet Gottes- oder Menschenwerk. Der Klang hebt nämlich das Wort in die Höhe, wie der Wind den Adler aufhebt, um fliegen zu können. Ebenso entsendet auch die Seele im Gehör und Intellekt des Menschen den Ton der Vernunft, so daß seine Kräfte Einsicht erlangen und jedes Werk zur Vollendung geführt wird. Der Leib aber ist das Gezelt und die Hilfe für alle Seelenkräfte.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Ewige Ruhe Gottes und aller erschaffenen Dinge

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Nach den Vorstellungen unserer Vernunft gibt es einen Unterschied und eine Unterteilung zwischen Gott und Gottheit, zwischen Handeln und Ruhe. Das fruchtbare Wesen der Personen wirkt stets in einer lebendigen Unterteilung. Aber das einfache Sein Gottes ist im Wesentlichen eine ewige Ruhe Gottes und aller erschaffenen Dinge.

Jan van Ruysbroeck (1293 – 1381)