Bekanntwerden mit uns selbst

Foto: Marlies Schwochow +

Zen stellt keine „Motivation“ und auch kein „Interesse“ dar, irgendwohin zu gehen, gar irgendetwas zu tun, etwas zu „finden“ – Zen ist ganz einfach nur das Bekanntwerden mit uns. Wir sind. Folglich liegt es auf der Hand, dass wir auch wissen wollen, wer wir tatsächlich sind, und wer ich bin und wer Sie sind. Dazu ist keine besondere Neugierde erforderlich. Denn indem wir dieser Frage nachgehen, wollen wir ja gerade nichts „werden“; wir befinden uns nur auf dem Weg zu sein, uneingeschränkt nur zu sein.

Hans-Peter Hempel (*1934) in: Alle Menschen sind Buddha. Der Weg des Zen. Leipzig 2002, S. 83

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Mit allem Lebendigen eins sein

Das Ziel des Lebens besteht darin, intensiv zu leben, voll geboren zu werden und voll wach zu sein; von den Ideen eines infantilen Allmachtsgefühls loszukommen und zur Erkenntnis seiner wirklichen, wenngleich begrenzten Kraft zu gelangen; fähig zu werden, zu akzeptieren, dass ein jeder von uns zugleich das Allerwichtigste auf der Welt und doch nicht wichtiger als eine Fliege oder ein Grashalm ist; fähig zu sein, das Leben zu lieben und trotzdem den Tod furchtlos zu akzeptieren; die Ungewissheit über die wichtigsten Fragen, mit denen das Leben uns konfrontiert, hinzunehmen – und trotzdem an unser Denken und Fühlen, soweit es wirklich ein Stück von uns selbst ist, zu glauben; allein sein zu können und gleichzeitig mit den geliebten Menschen, mit jedem Mitmenschen auf Erden, mit allem Lebendigen eins sein zu können.

Erich Fromm (1900 – 1980)

Was fehlt? Was kann weg? – Anfrage zu den Links

Auf „mystikaktuell“ habe ich in den letzten Monaten eine Reihe von Links untergebracht. Manche waren dann plötzlich nicht mehr erreichbar etc.

Ich will sehen, sie so aktuell wie möglich zu halten.

 

Gleichzeitig stellt sich mir eine andere Frage: Sind es zu viel Links? Mir scheint eine gewisse Unübersichtlichkeit da rein gekommen zu sein.

Deshalb hier meine Fragen:

  • Welche Links fehlen?
  • Welche Links können weg?

 

Gern sehe ich mir dann alles Links noch mal an und überprüfe, was da jetzt passt.

 

Ganz herzlichen Dank schon jetzt für Ihre/Deine Rückmeldung.

 

Werner Anahata Krebber

Johann Wolfgang von Goethe: Gingko Biloba

gingkobilobaBildquelle: wikimedia – gemeinfrei

Die Reinschrift von Goethes „Gingko biloba“ befindet sich im Düsseldorfer Literaturmuseum Schloss Jägerhof – nicht in Weimar, wie erwartet werden könnte…

 

Gingko biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) im Jahr 1815.
Das Gedicht erschien im „Buch Suleika“ des „West-Östlichen Divan“