Nach dem Sauerteig der Religion verlangen

Foto: (c) wak

Es gibt viele, deren Herz wieder nach dem Sauerteig der Religion zu verlangen beginnt. Wenn sie sich dann an die wenden, die die Religion verwalten, hören sie die guten alten Worte, aber es kommt ihnen vor, als hätten diese ihren goldenen Klang eingebüßt. Sie sind abgegriffen. Das göttliche Gepräge ist kaum noch zu erkennen. Sie sind durch die Hände zu vieler unachtsamer Menschen gegangen. Sowohl außerhalb wie auch innerhalb der Kirchen bemüht man sich um die Wahrheit.

Aus einem Vortrag von Johannes Anker-Larsen in der Tonhalle Zürich 1925

Der vollständige Vortrag ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VI

CII. Jahrgang SOMMER 2021

Thema: Materialien zum Jakob-Böhme-Bund

Heft 6, Juni 2021

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Widersprüchlichkeit der Welt und des Menschen

Selbst in dem vollkommensten philosophischen Antipoden Montaignes, dem schwerblütigen und eigensinnigen, dumpfen und dunkeln Jakob Böhme lebt etwas von Montaigneschem Geiste. Denn keiner hat das Prinzip der coincidentia oppositorum, der  Widersprüchlichkeit der Welt und des Menschen, so bohrend durchgedacht und so allseitig beleuchtet wie dieser tiefgründige Schustermeister. Eines Tages bemerkte er ein dummes altes Zinngefäß, in dem sich die Sonne spiegelte, und sagte sich mit Erstaunen: dies ist nur ein schlechter grober Zinnkrug und doch ist in ihm die ganze Sonne! Darauf wurde er, was man „tiefsinnig“ nennt, zog sich zurück und  schrieb eines der schönsten theosophischen Bücher. Es war ihm die plötzliche Einsicht aufgegangen, dass alles auf dieser Welt sich nur an seinem Gegensatze zu offenbaren vermöge: das Licht an der Finsternis, das Gute am Bösen, das Ja am Nein, Gott an der Welt, seine Liebe an seinem Zorn, und dass daher alles Sein nicht nur aus Gegensätzen bestehe, sondern auch durch Gegensätze, denn ihnen allein verdankt es seine Existenz.

Egon Friedell (1878 – 1938) in: Kulturgeschichte der Neuzeit, München 1969, S. 372

Mehr zu Jakob Böhme findet sich in den „Magischen Blättern“… https://verlagmagischeblaetter.eu/

Schriften für den hungrigen Magen

Portrait Jakob Böhme von Christoph Gottlob Glymann

Meine Schriften dienen nicht für den vollen Bauch, sondern für den hungrigen Magen. Sie gehören den Kindern des Geheimnisses, zumal in denselben viel edle Perlen verschlossen und auch offenbar liegen.

Jakob Boehme (1621-1624) Theosophische Sendbriefe. Hier: 7. Sendbrief (Herrn Dr. Balthasar Walther, vom 7. Juni 1620)

Dieser und weitere Texte aus der Langen Nacht über Jacob Böhme von Ronald Steckel sind hier zu lesen:

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CII. Jahrgang SOMMER 2021

Thema: Materialien zum Jakob-Böhme-Bund

Heft 6, Juni 2021

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Pfingsten

Bild: Archiv


Zum Fest der Feuerzungen
wollen wir uns kehren,
Das Fest des Allerinnersten
in ihm zu ehren! –

Zu feiern, wie der Geist sich selbst
die Sprache schafft
Aus seiner eignen, feuergleichen Kraft,
wie er sich selbst im Innern spricht,
Als Flamme Zeugnis zeugend
aus dem reinsten Licht! –

Die Flammenzungen können aber
nicht in jedem singen;
Doch jedem können sie
im Wort erklingen,
Wenn er nur ihre Hymnen
dort erhören mag,
Wo sie sich auch ihm formen,
sucht er sie in seinem Tag! –

Bô Yin Râ, Pfingstvornacht 1940

Mehr von und über Bô Yin Râ hier:

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CII. Jahrgang SOMMER 2021

Thema: Die erste Ausstellung des Jakob-Böhme-Bundes

Heft 5, Mai 2021

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Inwendigster Grund aller Wesen

Wenn heute Philosophen und Seher wie Sri Aurobindo, Teilhard de Chardin und Jean Gebser – von einer Mutation des Menschheitsbewusstseins sprechen, von einem ähnlichen Bewusstseins-Sprung, wie er sich während der von Karl Jaspers so benannten Achsenzeit ereignete, so gibt Jacob Böhmes Werk diesem Sprung eine Richtung: es ist die Bewusstwerdung des „unsichtbaren Ursprungs“ – in Jacob Böhmes Worten „der inwendigste Grund aller Wesen“. Und es ist die geistige Selbstbegegnung des Menschen – als „das größeste Geheimnis, das Gott gewirket hat“.

Dieser und weitere Texte aus der Langen Nacht über Jacob Böhme von Ronald Steckel sind hier zu lesen:

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Heft 6, Juni 2021

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Das Buch des Wesens aller Wesen

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Also habe ich nun geschrieben, nicht von Menschen-Lehre oder Wissenschaft aus Bücher-Lernen, sondern aus meinem eigenen Buche, das in mir eröffnet ward. Denn das Buch der edlen Bildnis – das Ebenbild Gottes – ward mir vergönnet zu lesen. Mein Buch hat nur drei Blätter. Das sind die drei Principia der Ewigkeit. Darinnen kann ich alles finden. Ich kann der Welt Grund und alle Heimlichkeit darinnen finden. Ich bedarf kein ander Buch dazu. Dann das Buch, da alle Heimlichkeit innen lieget, ist der Mensch selber: Er ist selber das Buch des Wesens aller Wesen, dieweilen er die Gleichnis der Gottheit ist; das grosse Arcanum lieget in ihme, allein das Offenbaren gehöret dem Geiste Gottes. Gott hat meine Seele in eine wunderliche Schule geführet, und ich kann mir in Wahrheit nichts zumessen, dass meine Ichheit etwas wäre oder verstünde. Denn das Werk meiner Arbeit ist nicht mein, ich habe es nur nach dem Maß, als mir es vom Herrn vergönnet wird. Ich bin nur sein Werkzeug, mit dem Er tut, was Er will.“

Jacob Böhme (1575 – 1624) in:, „Theosophische Sendbriefe“, Kap. 12 u. 20

Texte aus der Langen Nacht über Jacob Böhme von Ronald Steckel sind hier zu lesen:

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Wie nun Gott in der Welt wohnet…

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Wie nun Gott in der Welt wohnet und alles erfüllet und doch nichts besitzet, und das Feuer im Wasser wohnet und das nicht besitzt, und wie das Licht in der Finsternis wohnet und die Finsternis doch nicht besitzet, der Tag in der Nacht und die Nacht im Tage, die Zeit in der Ewigkeit und die Ewigkeit in der Zeit also auch ist der Mensch geschaffen. Er ist nach der äußern Menschheit die Zeit und in der Zeit, und die Zeit ist die äußere Welt. Das ist auch der äußere Mensch. Und der innere Mensch ist die Ewigkeit und die geistliche Zeit und Welt, welche auch steht in Licht und Finsternis, nämlich in Gottes Liebe nach dem ewigen Licht, und in Gottes Zorn nach der ewigen Finsternis. Welches in ihm offenbar ist, darinnen wohnet sein Geist, entweder in der Finsternis oder im Lichte. Es ist beides in ihm, das Licht und die Finsternis. Ein jedes wohnet in sich selber; keines besitzet das andere.

Jakob Böhme (1621) in: De Regeneratione oder Von der neuen Wiedergeburt

Texte aus der Langen Nacht über Jacob Böhme sind hier zu lesen:

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Wir brauchen keine Aufwiegler sondern Propheten

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Wir brauchen eine neue Offenbarung, eine, die die Hinfälligkeit derer verkündet, denen wir anhängen, aber die, denen wir anhängen, sind da, ihr tödliches Gewicht verbündet sich mit dem Verhängnis, das uns zermalmt, Ordnung und Chaos bilden ein Ganzes, das wir nicht zu zerbrechen vermögen. Die Anarchisten und die Nihilisten sind die letzten vernünftigen und sensiblen Menschen unter den Tauben, die marschieren, und den Blinden, die kämpfen, aber es genügt im jetzigen Zeitalter weder, Recht zu haben, noch zu fühlen, um irgendetwas zu verändern, die Ordnung muss durch eine Ordnung und nicht durch eine Unordnung ersetzt werden und die Moral durch eine Moral und nicht durch Unmoral, so wie der Glaube durch einen Glauben ersetzt werden muss, und nicht bloß durch eine Leere und die toten Götter durch neugeborene Gottheiten. Wir brauchen keine Aufwiegler, sondern Propheten, wir brauchen religiöse Genies auf der Höhe dieser Zeiten und unserer Werke,

Albert Caraco (1919 – 1971) hat das apokalyptische Empfangsszenario in seinem Text „Brevier des Chaos“ von 1982 beschrieben. Zitiert ist es in: Liebe und Zorn Eine Lange Nacht über den Mystiker und Theosophen Jacob Böhme von Ronald Steckel

Texte aus der Langen Nacht über Jacob Böhme sind hier zu lesen:

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Ein Weg in die Stille

Meditations-Radbild von Niklaus von Flüe (1417 – 1487)

Der vollendende Weg der Mystik ist ein Weg in die Stille. In die Abgeschiedenheit. Ein Weg der Selbstverkleinerung. Es hat auch mit einer Art spirituellen, religiösen Begabung zu tun. Bei einigen mit weitreichenden kreativen Folgen für den Betroffenen, mit Wirkung auch auf die Außenwelt. Er wurde jedoch kein Lehrer der Mystik, blieb reiner Praktiker, „Lebemeister“, wie Meister Eckhart gesagt hätte.

Das vollständige Interview über Niklaus von Flüe von Marcelle de Michiel mit dem Schweizer Historiker Dr. Pirmin Meier ist hier nachzulesen:

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