Das Verlangen schafft einen Exzess

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Mystiker ist, wer nicht aufhören kann zu  wandern und wer in der Gewissheit dessen, was ihm fehlt, von jedem Ort und von jedem Objekt weiß: Das ist es nicht. Er kann nicht hier stehenbleiben und sich nicht mit diesem da zufrieden geben.

Das Verlangen schafft einen Exzess. Es exzediert, tritt über und lässt die Orte hinter sich. Es drängt voran, weiter, anderswohin. Es wohnt nirgendwo.

Michel  de  Certeau  (1925–1986)

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Einen neuen Weg finden

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Wenn wir nicht in der Lage sind, einen neuen Weg zu finden, um unsere wahre Natur zu entdecken, könnte die Menschheit zum Verschwinden verurteilt sein. Noch nie in der Geschichte sahen wir uns derart vielen verhängnisvollen Gefahren auf einmal ausgesetzt wie heute. Wir haben die Kontrolle über die Lage verloren. Die ökonomischen, politischen und militärischen Systeme, die wir entwickelt haben, kehren sich gegen uns selbst und zwingen sich uns auf, und wir werden in zunehmendem Maß „entmenschlicht“

Thich Nhat Hanh (*1926)

Es ist Zeit vom Schlafe aufzuwachen

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Darum soll sich keiner selber stockblind machen,
denn die Zeit der Wiederbringung,
was der Mensch verloren hat,
die ist nunmehr vorhanden,
die Morgenröte bricht an.
Es ist Zeit, vom Schlafe aufzuwachen.

Jakob Böhme (1575-1624) in: Morgenröte im Aufgang, 13, 4, 1612

Gefunden habe ich dieses Zitat hier: https://blog.nootheater.de/2018/02/26/buch-der-freunde-xxxvii/

Ihn in meinem Herzen kennen

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Gott ist für uns notwendig,
damit wir existieren können,
während wir notwendig für Ihn sind,
damit Er Sich für Sich Selbst manifestiert.
Ich gebe Ihm auch Leben,
indem ich Ihn in meinem Herzen kenne.

Ibn Arabi (1165 – 1240)

In seinem Grund ergriffen

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Das Wort „Gott“
ist nicht irgendein Wort,
sondern das Wort,
in dem die Sprache,
das heißt das sich aussagende Beisichsein
von Welt und Dasein in einem,
sich selber
in ihrem Grund ergreift.

Karl Rahner S.J. (1904 – 1984), Meditation über das Wort „Gott“, in: Hans Jürgen Schultz (Hrsg.): Wer ist das eigentlich – Gott?, Stuttgart/München 1969

Darauf aufmerksam wurde ich hier: http://seelengrund.wordpress.com/2011/12/10/das-wort-gott/

Die Wahrheit in sich selbst erblicken

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Die Stille bedeutet mehr
Als tausend Leben,
und diese Freiheit ist mehr wert
als alle Reiche der Welt.
Die Wahrheit in sich selbst erblicken,
für einen Augenblick,
gilt mehr als alle Himmel,
mehr als alle Welten,
mehr als alles, was es gibt.

Dschelaleddin Rumi (1207 – 1273)