Tief in mich hineinblicken

Frans Hals: René Descartes  Quelle: wikimedia/gemeinfrei

Ich will jetzt meine Augen schließen, meine Ohren verstopfen und alle meine Sinne ablenken, auch die Bilder der körperlichen Dinge sämtlich aus meinem Bewusstsein tilgen, oder doch, da sich dies wohl kaum tun lässt, sie als eitel und falsch gleich nichts achten; ich will mich nur mit mir selbst unterreden, tiefer in mich hineinblicken und so versuchen, mich mir selbst nach und nach bekannter und vertrauter zu machen.

René Descartes (1596-1650)

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Einem Hauch verbunden

O ihr Unwissenden,
die körperliche Form
ist nichts,
und dieses Himmelsgewölbe der neun Sphären
ist nichts:
Sei getrost,
denn in der Wohnung von Kommen und Vergehen
sind wir einem Hauch verbunden,
und auch der
ist nichts.

‚Omar Chayyam (1048 – 1131)

Gefunden habe ich dieses Zitat hier:
https://satyamnitya.wordpress.com/2010/12/27/nichts/

Was ist?

Was ist Zeit? Man braucht Zeit, um körperlich von hier an einen anderen Ort zu gelangen. Aber braucht man Zeit im psychologischen Sinne? Wir nehmen an, dass es so sei, es ist Teil unserer Tradition und unserer Erziehung. „Ich bin so, aber ich werde das werden“. Was ich ’sein werde‘, wird niemals stattfinden, weil ich nicht verstanden habe, ‚was ist‘. Das Verständnis dessen, ‚was ist‘, setzt augenblicklich ein. Sie brauchen sich deshalb weder zu analysieren noch Qualen durchzumachen.

Jiddu Krishnamurti (1895-1986)

Sich im Grund berühren lassen

Anders als viele Methoden etwa der körperlichen Entspannung erhebt Zen explizit einen existentiell-spirituellen Anspruch. Der Übende greift mit seiner Aufmerksamkeit tief in sich hinein, lässt sich berühren in seinem Grund. Das Schweigen steht im Dienst dieser Wandlung, öffnet einen Raum, in dem nicht nur das Äußere, sondern nach und nach auch das Innere still wird. Diese Atmosphäre ist ein hoher Wert, den in einem gemeinsamen Kurs alle Teilnehmer hüten wie einen zerbrechlichen Schatz. In solches Schweigen hinein gesprochene Worte erheben den Anspruch, aus dem Schweigen zu kommen und wieder dort hinein zu führen. Es sollen Worte sein möglichst nahe am Unsagbaren. Sie dürfen nicht wieder neue, gerade los gelassene Begriffswelten im Inneren erstehen lassen. Sie sollen das Eigentliche, das Wesen, die Urgestalt des Menschen transparent werden lassen. Sie sind Ausfluss des inneren Berührtseins, ähnlich wie ein Stoßseufzer aus erlebter Ohnmacht und zugleich als tiefste Bitte um Hilfe, um Erbarmen. Was so an den Wächtern des „Vernünftigen“ vorbei gegangen ist, ist Sprache des Menschen, der zu sich selbst findet und der eigenen Wesensnatur ihr „Stimmrecht“ zurück gibt.

P. Paul Rheinbay S.A.C.: Rede, ohne die Lippen zu bewegen – So lange schweigen?

Der ganze Text findet sich hier:
http://zen-kontemplation.de/fileadmin/zen/pdf/schweigen_01.pdf

Mich mir selbst vertrauter machen

Ich will jetzt meine Augen schließen, meine Ohren verstopfen und alle meine Sinne ablenken, auch die Bilder der körperlichen Dinge sämtlich aus meinem Bewusstsein tilgen, oder doch, da sich dies wohl kaum tun lässt, sie als eitel und falsch gleich nichts achten; ich will mich nur mit mir selbst unterreden, tiefer in mich hineinblicken und so versuchen, mich mir selbst nach und nach bekannter und vertrauter zu machen.

René Descartes (1596-1650)