Bedingungslose Liebe und Hingabe

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Mystiker sind jene, die zu Gott gehören und die sich vor keiner anderen Autorität verneigen. Es ist ihre Bestimmung, diese innere Verbindung ungeachtet der Zwänge der äußeren Welt zu leben, sogar unter der Aufgabe des eigenen Lebens. Die vollkommen bedingungslose Natur ihrer Liebe und Hingabe machen sie so gefährlich für die Macht des Kollektivs. Und doch ist in ihrer Liebe eine Qualität von wirklicher Freiheit, die so wertvoll, so essentiell ist in ihrer kompromißlosen Natur.

Llewellyn Vaughan-Lee (* 1953)

Geist und Herz

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Wenn deine Meditation nur eine persönliche Angelegenheit ist, etwas, woran du persönlich Freude hast, dann ist es keine Meditation. Meditation schließt einen vollkommenen, radikalen Wandel von Geist und Herz ein.

Jiddu Krishnamurti (1897 – 1986)

Jacob Böhme: Tiefe und Erhabenheit

„Die Menschen müssen Stein oder Dämon geworden sein, dass sie nicht mehr Gewinn aus diesem Schatze gezogen haben, der vor einhundertachtzig Jahren der Welt geschenkt wurde. In Jacob Böhme finde ich ein Gewicht von unerschütterlicher Festigkeit, ich finde darin eine Tiefe und Erhabenheit, eine so vollkommene und kräftige Speise, dass ich gestehe, ich würde meine Zeit zu verlieren glauben, wenn ich sie anderswo suchte. Ich habe alle anderen Bücher darangegeben.“ (Brief vom 25. August 1792)

Louis Claude de Saint Martin (1743–1803). Sein erste Buch „Irrtümer und Wahrheiten“ wurde 1782 von Matthias Claudius übersetzt.

Die „Zehn Gebete“ von Louis Claude de Saint Martin sind hier vollständig zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH IX
CIII. Jahrgang, März 2022, Heft 3 / Thema: Theosophie

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Gib Deinen Frieden, oh Herr…

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Gib Deinen Frieden, oh Herr,
der vollkommen und ewig ist, auf dass unsere Seelen Frieden ausstrahlen mögen.

Gib Deinen Frieden, oh Herr,
auf dass unser Denken, Sprechen und Handeln in Einklang sein möge.

Gib Deinen Frieden, oh Herr,
auf dass wir zufrieden und dankbar sein mögen, für Deine reichlichen Gaben.

Gib Deinen Frieden, oh Herr,
auf dass wir inmitten unseres weltlichen Streites uns Deiner Seligkeit erfreuen mögen.

Gib Deinen Frieden, oh Herr,
auf dass wir alles ertragen, alles erdulden mögen, im Gedanken an Deine Gnade und Barmherzigkeit.

Gib Deinen Frieden, oh Herr,
auf dass unser Leben dem Göttlichen Bilde entsprechen möge und alle Dunkelheit in Deinem Lichte vergehe.

Gib Deinen Frieden, oh Herr,
unser Vater und Mutter, auf dass wir, Deine Kinder auf Erden, uns vereinigen in einer einzigen Familie.

Amen

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927)

Gefunden habe ich dieses Friedensgebet hier: https://www.sufismus.ch/friedensgebet.php

Echte Offenbarungen an unsichtbarem Goldfaden

Es geht vollkommen unliterarisch zu. Nirgendwo flattert der grauseidene Führertalar des Tagore. Wäre dieses Einfache gekünstelt, die erzeugte Schlichtheit ließe sich nicht raffinierter ausdenken. Die scheinbar ungeordnete Art der Mitteilungen wäre für eine wissenschaftliche Darlegung ein Mangel. Nach den Beispielen der Religionsgeschichte ist das aber die typische Überlieferungsweise von echten Offenbarungen. Und doch ist jeder einzelne Spruch an einem unsichtbaren Goldfaden aufgereiht, der ihn mit allen anderen verbindet.

Der Schweizer Theologe Carl Albrecht Bernoulli (1868 – 1937) über die Schriften von Bô Yin Râ

Der vollständige Beitrag ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VIII
CII. JAHRGANG WINTER 2021/2022

Januar 2022: Sakralkunst

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Vollkommene Leere von Zeit und Raum

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An diesem Morgen war die Beschaffenheit der Meditation das Nichts, die vollkommene Leere von Zeit und Raum. Das ist eine Tatsache und nicht eine Idee oder das Paradox unvereinbarer Spekulationen. Man findet diese eigenartige Leere, wenn die Wurzel aller Probleme schwindet. Diese Wurzel ist Denken, das Denken, das trennt und festhält.

Jiddu Krishnamurti (1895 – 1986)

Bei stärkerer Bedrängnis größere Tröstung

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Die Tröstung des Geistes
ist wahr, vollkommen und angemessen.

Sie ist wahr,
weil der Geist die Tröstung
dort erweist, wo sie angemessen ist,
nämlich für die Seele.

Sie ist vollkommen,
weil sie in jeder Bedrängnis tröstet.

Sie ist angemessen,
weil er dort,
wo eine stärkere Bedrängnis herrscht,
eine größere Tröstung verleiht.

Bonaventura (von Bagnoreggio) / eigentlich Johannes Fidanza (1221 – 1274)

In der unermeßlichen Leere vertieft sich mein Verstehen

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In der Stille am offenen Fenster
Sitze ich in formeller Meditation,
Trage mein Mönchsobergewand.
Nabel und Nase in einer Linie,
Ohren parallel zu den Schultern.
Mondlicht durchflutet den Raum;
Der Regen hat aufgehört,
Aber vom Dachvorsprung tropft es und tropft.
Vollkommen dieser Augenblick —
In der unermeßlichen Leere vertieft sich mein Verstehen.

Ryokan (1758 – 1831)

Im innersten Grunde vollkommenste Weisheit

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Es gibt drei Weisen des Schweigens: die erste ist das Stillschweigen der Worte; die zweite das Schweigen des Begehrens und die dritte das Schweigen der Gedanken. Die erste ist vollkommen, vollkommener noch die zweite und am vollkommensten die dritte. Bei der ersten Weise, dem Schweigen der Worte, wird Tugend erlangt; bei der zweiten, dem Schweigen des Begehrens, erreicht man die Ruhe; bei der dritten Weise, dem Schweigen der Gedanken, kommt man zur inneren Sammlung. Nicht sprechend, nicht begehrend und nicht denkend gelangt man zum wahren und vollkommenen mystischen Schweigen, in welchem Gott mit der Seele spricht, sich ihr mitteilt und sie in ihrem innersten Grunde die vollkommenste und höchste Weisheit lehrt.

Miguel de Molinos (1628 -1696) in: Geistliches Weggeleit. 17. Kapitel: Vom inneren, mystischen Schweigen, Nr. 129. Freiburg Br. 2018, S. 126

Hebt die Schätze die in euch verborgen liegen

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Ihr tätet gut daran, Menschen des Nicht-Handelns zu werden. Unablässig seid ihr mit irgend etwas beschäftigt. Ihr gebt vor, die Wahrheit zu suchen, euch in der Meditation zu üben, und legt eure Auffassungen über die Buddhalehre dar. Dieses ganze Treiben ist nur hinter leeren Worten her sein und ist völlig sinnlos.
Unmittelbar nachdem mir mein Lehrer sagte: “In deiner eignen Schatzkammer ist alles in seiner ganzen Vollkommenheit enthalten. Du solltest besser davon Gebrauch machen als vergeblich irgendwo sonst danach zu suchen”, habe ich das ganze Suchen eingestellt.
Hebt die Schätze, die in euch verborgen liegen und – was kann es Besseres geben – macht von ihnen Gebrauch!

Hui Hai (720-814)