Ich lebte vollkommen

Mehr über ihn hier: https://www.thesufi.com/Sufi_biographies_and_stories/Bayazid-Bestami.html

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Den Reichtum Gottes schauen

Wenn einer es verstünde und vermöchte, die Zeit und alles, was in der Zeit in sechstausend Jahren jemals geschah und was noch geschehen wird bis ans Ende, zusammenzuziehen in ein gegenwärtiges Nun, das wäre die „Fülle der Zeit“. Das ist das Nun der Ewigkeit, wo die Seele in Gott alle Dinge neu und frisch und gegenwärtig erkennt, und mit der Lust, die ich jetzt gegenwärtig habe.

Ich las in einem klugen Buch, dass Gott die Welt nun gerade macht, so wie am ersten Tage, als er sie schuf. Hier ist Gott reich, und das ist Gottes Reich. Der Seele, in der Gott geboren werden soll, muss die Zeit entfallen, und sie muss aus der Zeit hinaustreten und wird sich hinauftragen und wird stehen bleiben und diesen Reichtum Gottes anschauen:

Da ist Weite ohne Weite und Breite ohne Breite; da erkennt die Seele alle Dinge und erkennt sie dort vollkommen.

Meister Eckhart (1280 – 1328)

Vollkommenes Gut

Je besser man dich kennt,
desto lieber gewinnt man dich,
je vertrauter man mit dir ist,
desto liebevoller erweist du dich;
ach, was bist du doch ein unergründliches,
vollkommenes lauteres Gut.

Heinrich Seuse (1295 – 1366)

Radikaler Wandel von Geist und Herz

Jiddu Krishnamurti Bildquelle: wikimedia/gemeinfrei

 

Wenn deine Meditation
nur eine persönliche Angelegenheit ist,
etwas, woran du persönlich Freude hast,
dann ist es keine Meditation.

Meditation
schließt einen vollkommenen,
radikalen Wandel
von Geist und Herz ein.

Jiddu Krishnamurti (1897 – 1986)

Herzensratschlag

Hast du dir
weder innere Erfahrung angeeignet
noch die Sicht durch Meditation
vollkommen erhellt,
dann wir dir dies
durch philosophische Debatten
oder einfaches Lesen
nicht gelingen.
Meditiere unaufhörlich.
Das ist mein Herzensratschlag.

Rigdzin Chökyi Dragpa (1595 – 1659)

Gott gebiert seinen Sohn im Grunde der Seele

gottesgeburtFoto: © wak

Wie gebiert Gottvater seinen Sohn in der Seele? Wie die Kreaturen tun, in Bildern und in Gleichnissen? Wahrlich, nein!, sondern: Ganz in der Weise, wie er in der Ewigkeit gebiert, nicht minder und nicht mehr. Ja freilich, wie gebiert er da? Merket auf. Seht, Gottvater hat eine vollkommene Einsicht in sich selbst und ein abgründliches Durchkennen seiner selbst, ohne jedes Bild. Und so gebiert Gottvater seinen Sohn in wahrer Einsicht göttlicher Natur. Seht, in derselben Weise und in keiner andern gebiert Gott der Vater seinen Sohn im Grunde der Seele und in ihrem Wesen und vereinigt sich also mit ihr. Denn wäre da irgendein Bild, so wäre keine wahre Einheit da, und an der wahren Einheit liegt all ihre Seelheit und Seligkeit.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

 

Allen Leserinnen und Lesern von „mystikatuell“ friedvolle Weihnachtstage!

Werner Anahata Krebber