Schweigen: Ort der Leere und Erfüllung

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Das Schweigen wird der Mystik ebenso sehr zum Ort der Leere wie der Erfüllung. Die Einübung in das Schweigen ist nicht das bloße Heraustreten aus dem öffentlichen Gespräch, sondern auch ein Leerwerden, ein Freiwerden vom inneren Reden, vom Lärm des Denkens, der das Wort, das uns gegeben ist, nicht hören lässt. In gesteigerter Form kann die, Unsagbarkeit, sogar, jenseits der Grenze des Sagenkönnens, auf eines verweisen, wo sich das Sprechen verbietet: auf eines, das unantastbar ist, das nicht gesagt, vor der Sprache geschützt werden soll.

Emil Angehrn (*1946)

Eine Einzige

Alle Mystiker haben es kurz gesagt. Einer aber ausführlich: Sämtliche Konfessionen der bekannten Gruppierungen sind am Anfang auf dem Weg des Wegschreiters in seinen Augen eine Einzige und erscheinen als eine Einzige.
Stellt er einen Unterschied fest oder macht er einen Unterschied, so ist er Trenner und Unterscheider, nicht Sucher.
Dieses Unterscheiden ist für den Sucher noch eine Absperrung des Weges.

Mir Syed Ali bin Shahab-ud-Din Hamadani (1384-1314)