In das reine Wesen des Geistes versetzt

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Wenn ich alles hinauswerfe,
was selbstisch an mir ist,
dann kann ich
in das reine Wesen des Geistes
hineinversetzt werden.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

In Meister Eckhart: Vom Wunder der Seele. Stuttgart 1963, S. 67

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Werden, was wir sind

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Nur wenn wir so lange
über die Trittsteine unserer toten Ichs voranschreiten,
bis wir erkennen,
dass es nichts gibt,
womit sich das Ich gleichsetzen lässt,
können wir werden,
was wir sind.

Ananda Kentish Coomaraswamy (1877 – 1947)

Das Zitat fand ich in Anthony McCarten: „Jack“, Zürich 2018. – Sein Buch über Jack Kerouac (1922 – 1969)

Ihr werdet mich dort finden

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Ich bin das Licht, das über ihnen allen ist. Ich bin das All, das All ist aus mir hervorgegangen, und das All ist bis zu mir ausgedehnt. Spaltet ein Holz, ich bin da. Hebt den Stein auf, und ihr werdet mich dort finden.

Jesus im Thomas-Evangelium http://www.meyerbuch.com/pdf/Thomas-Evangelium.pdf

Allen Geschöpfen untertan

Gedenktafel im Kloster Helfta an die vier großen Mystikerinnen  Foto: © wak

 

Komm, meine Liebe, singe!
Lass mich hören,
wie du dein Lied singst
zur Freude und Erbauung,
denn ich, dein Schöpfer,
bin in Wahrheit allen Geschöpfen untertan.

Mechthild von Magdeburg (um 1207 – 1282)

In sein lauteres Nichts sinken

 

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Wenn der Mensch in der Übung der inneren Einkehr steht,
hat das menschliche Ich für sich selbst nichts.
Das Ich hätte gerne etwas
und es wüsste gerne etwas
und es wollte gerne etwas.

Bis dieses dreifache Etwas in ihm stirbt,
kommt es den Menschen gar sauer an.

Das geht nicht an einem Tag und auch nicht in kurzer Zeit.
Man muss dabei aushalten,
dann wird es zuletzt leicht und lustvoll.

Soll Gott sprechen,
so musst du schweigen,
soll Gott eingehen,
so müssen alle Dinge ihm den Platz räumen.

Du sollst dieses tiefe Schweigen oft und oft in dir haben
und es dir zur Gewohnheit werden lassen,
so dass es durch Gewohnheit ein fester Besitz in dir werde.

Der Mensch muss alles lassen,
dieses Lassens selbst noch ledig werden,
es lassen, es für nichts halten
und in sein lauteres Nichts sinken

Johannes Tauler (1300 – 1361)

Der Weg des Reisenden

Cover der Broschüre

Der Weg des Reisenden verläuft in einem Kreislauf, dem Jahr… Die Stufen des Kreislaufes lauten: Die Suche nach dem Weg, die Liebe, das Verstehen, die Loslöung von Anhaftungen, die Identität und Einswerdung in sich, das Wundern und Erstaunen, der Tod des Ichs.

Hadayatullah Hübsch (1946 – 2011) in: Islamische Mystik. Am Beispiel Jalaluddin Rumis. Frankfurt/M. 1997, S. 15

Wir sind Empfangende

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Das mystische Ich ist die Erweiterung des mir persönlich zugeordneten offenen Ichs, es ist etwas Pulsierendes, das aufblüht und sich wieder zusammenfaltet. In ihm sind wir durchlässig, wir sind mehr die Empfangenden.

Hans-Peter Dürr (1929–2014) in: „Auch die Wissenschaft spricht nur in Gleichnissen“