Die Bilder fahren lassen

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Wie aus vielen Kohlen und Holz ein großes Feuer entsteht und die Flamme nach außen dringt und in die Höhe schlägt, so werden gute Übungen den Seelengrund entzünden.

Dann aber soll man die Bilder bald fahren lassen und mit flammender Liebe durch den mittleren in den allerinnersten Menschen hindurchdringen. Dieser besitzt keine Tätigkeit, denn die Wirksamkeit in ihm ist allein Gottes. Er hält sich auf eigene Tätigkeit verzichtend unter dem Wirken Gottes.

Johannes Tauler (um 1300 – 1361)

Abhändiges Entstehen lehren können

 

Ohne Vergehen und ohne Entstehen,
ohne Ende und ohne Ewigkeit,
ohne Einheit und ohne Vielheit,
ohne Kommen und ohne Gehen;
Wer so das Abhängige Entstehen lehren kann,
Das Zurruhekommen illusorischer Verdinglichung:
Vor Ihm, dem Erleuchteten,
dem besten aller Lehrer,
Verneige ich mich.

Nâgârjuna (ca. 150 – 250)

Geheimnisse offenbaren sich nur dem…

Dies und mehr hier:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 7 | August 2020 | TITELTHEMA: KUNST

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

„Nicht-Wissen“ ist dein Wahres Selbst

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„Nicht-Wissen“ ist dein Wahres Selbst, das Worte und Begriffe nicht erfassen können. Es übersteigt jede Unterscheidung, jede Analyse und Erklärung und alles Denken. Es ist wie ein unermesslich weiter Raum. Oder besser: Es ist wie der Horizont, der immer weiter zurückweicht, je näher wir ihm kommen. Und gleichzeitig ist es dein innerster Herz-Geist.

Ama Samy / Arul Maria Arokiasamy S.J.(*1936)

Ein Bild Seiner Barmherzigkeit

Foto: © wak

Wenn wir einschlafen,
sind wir trunken von Ihm.
Und wenn wir erwachen,
sind wir in den Händen von Ihm.
Wenn wir weinen,
sind wir Seine Regenwolke,
und wenn wir lachen,
so sind wir Sein Blitz.
Wenn wir wütend sind und streiten,
sind wir ein Bild Seiner Gewalt
Versöhnen wir uns und vergeben wir,
dann sind wir ein Bild Seiner Barmherzigkeit.

Rumi (1207 – 1237) zugeschrieben

Ungestützet, wohlgestützet

Zeichnung des Johannes vom Kreuz / Bild: Archiv

Ungestützet, wohlgestützet
ohne Licht auf dunklem Pfade
fühl ich, wie ich mich verzehre.

Meine Seele ist entschwebet
frei von der Geschöpfe Band
in das selige Wonneland
wo in ihrem Gott sie lebet
und in ihm nur Stütze fand.

Darum sag ichs unumwunden
was mir mehr als alles nützet
Meine Seele ist befunden
Ungestützet, wohlgestützet

Johannes vom Kreuz (1542 -1591)

Echte von unechten Meistern unterscheiden

Wer sich aber im Innersten seines Innern ergriffen und gewandelt fühlt von den lichtstrahlenden Worten eines Laotse, eines Jesus, eines Bô Yin Râ, der wird instinktsicher die echten Meister von den unechten zu unterscheiden wissen; ihm werden sich die inneren Augen öffnen.

Bô Yin Râ – Lao tse.
Eine Parallele von Maria Wollwerth-Rostock. Magnum Opus, 1926, Heft 11, S. 323-331

Neu nachzulesen in: Magische Blätter. Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung.CI. Jahrgang, Mai 2020, Heft 4

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/

 

Öffnet Ihm euer Herz

Foto: wikimedia / gemeinfrei

Gott ist euer Nächstes, Er ist ganz euer Eigen. Betet zu Ihm mit innigem Glauben, öffnet Ihm euer Herz und – angezogen von so großer Hingabe – wird Er herbeieilen. Wer sich aufrichtig nach Gott sehnt, vor dem kann er sich nicht länger verbergen, Er muss sich ihm offenbaren.

Ramakrishna (1836 – 1886)