Einen neuen Seins-Zustand finden

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Es gibt niemanden auf der Welt, weder unter denjenigen, die wir als die Unterdrückten sehen, noch unter denjenigen, die wir für die Unterdrücker halten, der nicht alles hätte, was zum Erwachen nötig ist. Wir alle brauchen Unterstützung und Ermutigung, um uns bewusst zu werden, was wir denken, was wir sagen und was wir tun. Werden Sie sich Ihrer Meinungen bewusst. Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihren Meinungen gegenüber aggressiv reagieren, bemerken Sie es einfach. Wenn Sie Ihren Meinungen gegenüber nicht aggressiv sind, bemerken Sie auch das. Indem Sie ein Bewusstsein entwickeln, das sich nicht an richtig oder falsch klammert, finden sie einen neuen Seinszustand. Daraus entwickelt sich schließlich das endgültige Aufhören des Leidens. Zu guter Letzt, wenn Sie nicht mehr an sich verzweifeln. Tun Sie von ganzem Herzen alles, um Ihre klarsichtige Intelligenz zu wecken, aber tun Sie es immer nur von Tag zu Tag, von Moment zu Moment.

Pema Chödrön (*1936)

Der göttlichen Gegenwart begegnen

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Jeder Boden ist heiliger Boden, denn jeder Ort kann Stätte der Begegnung werden, der Begegnung mit göttlicher Gegenwart. Sobald wir die Schuhe des Daran-Gewöhnt-Seins ausziehen und zum Leben erwachen, erkennen wir: Wenn nicht hier, wo sonst? Wann, wenn nicht jetzt? Jetzt, hier oder nie und nirgends stehen wir vor der letzten Wirklichkeit.

David Steindl-Rast (*1926)

 

Kosmische Harmonie

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Askese ist vor allem ein Loslassen all dessen, was die geistige Öffnung hindert. Es handelt sich nicht um einen Zwang und auch nicht um eine Bürde, sondern um ein Erwachen der Wahrnehmungsfähigkeiten, die ein erweitertes Bewusstsein hervorrufen.
Ihm zufolge erklimmt man die Sprossen einer Leiter, die … zur höchsten Ebene der Erkenntnis führt, der Ebene der kosmischen Harmonie.

Frédéric Lionel (1908 – 1999)

… als seiest Du unter Engeln

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Deine Freude an der Welt ist niemals echt, ehe du nicht allmorgendlich im Himmel erwachst, dich im Palast deines Vaters fühlst, den Himmel, die Erde, die Luft empfindest als paradiesische Freuden und ein solches Hochgefühl von allem hast, als seiest du unter Engeln.

Thomas Trahernes (1636 – 1674) in „Centuries of Meditations“

Unseres grenzenlosen Bewusstseins gewahr werden

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Das Göttliche ruft uns alle aus sich selbst heraus ins Sein. Wir sind dafür gemacht: Das ist der Sinn und Zweck der spirituellen Reise. Diese Reise bringt uns auf den Weg, auf dem wir schließlich erkennen, wer wir in Wahrheit sind, und uns in unserem wahren Sein verwirklichen. Erleuchtung ist ein Erwachen, bei dem wir unserer Identität als grenzenloses Bewusstsein gewahr werden; aber sie ist unvollständig, wenn nicht gleichzeitig unser Mitgefühl, unsere Sensibilität und unsere Liebe erweckt werden und sich in unserem Leben und unseren Beziehungen niederschlagen.

Wayne Teasdale (1945 – 2004)

In Harmonie mit den zehntausend Dingen sein

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Den Weg studieren bedeutet, sich selbst studieren.
Sich selbst studieren bedeutet, sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen bedeutet, in Harmonie mit den zehntausend Dingen sein…

Die Spuren des Erwachens ruhen im Verborgenen, und die im
Verborgenen ruhenden Spuren des Erwachens entfalten sich
über einen langen Zeitraum.»

Dogen Zenji (1200 – 1253)