Editorial

„Wann, wenn nicht Jetzt“ heißt es im Untertitel des Blogs „Mystik aktuell“. Ganz so, wie es Sosan um 600 formuliert hat: „Der Weg ist jenseits von Sprache, denn auf ihm gibt es kein Gestern, kein Morgen, kein Heute.“

wkeditmyWerner A. Krebber                                                                                  Foto: privat

Auf dem sprituellen Weg können Texte aus der mystischen Tradition wie aus der Gegenwart Begleiter sein, die eigene Verortung neu zu buchstabieren oder zu vertiefen. Dabei greife ich für den Blog „Mystik aktuell“ auf Quellen zurück, die weit über die eigene spirituelle Herkunft hinausgehen und interreligiös, interspirituell, interkulturell neue Zugänge ermöglichen können. Stammen sie geographisch oder spirituell auch von weit her, so können sie Anstoß, Anregung, Ansprache sein – immer neu sind sie danach zu befragen, welche Bedeutung sie für jede/n Einzelne/n haben. Jetzt.

Als 1923 Predigten von Johannes Tauler neu herausgegeben wurden, schrieb Walter Lehmann im Vorwort: „Die Mystik ist der großartigste Versuch, die Religion an sich zu finden. Und was ist die religiöse Sehnsucht unserer Tage? Die Religion zu finden, die keiner Konfession, keiner Dogmen, keiner heiligen Stätten, Priester und Handlungen, keiner Symbole, keiner Formen und Kulte, keiner Historie bedarf, sondern autonom in der Seele lebt. Die da hinein gebannt sind in die Massenreligion der Bevormundung, sehnen sich nach der Religion ihrer eigenen Seele …“

Ganz in diesem Sinn gilt der Satz von Sosan: Wann, wenn nicht Jetzt.

Werner Anahata Krebber im November 2020

 

2 Gedanken zu “Editorial

  1. chaedrist schreibt:

    Da ich leider keinen anderen Platz fand, wo ich das schreiben könnte, möchte ich mich hier äußern: Vielen Dank für dieses wunderbare Blog, ich habe prompt einen Link hierher auf meine eigene Seite gesetzt.

    An dieser Stelle, da ich selbst u.a. lyrische Texte und Aphorismen vor dem Hintergrund einer eigenen mystisch inspirierten Bildsprache schreibe, möchte ich auf mein eigenes Blog http://chaedrist.wordpress.com verweisen. Über Rückmeldung würde ich mich freuen. Sollte der Beitrag an dieser Stelle fehl am Platze sein, bitte ich um Entschuldigung und einen Hinweis, wo mein Beitrag besser aufgehoben wäre.

    Grüße,
    der Chaedrist

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