Sicht, Meditation und Handlung

Foto: © wak

Erscheinungen, Offenheit und ihre Untrennbarkeit:
Diese drei fassen die Sichtweise zusammen.

Klarheit, Nichtdenken und Unzerstreutheit:
Diese drei fassen die Meditation zusammen.

Kein Verlangen, kein Anhaften und die Dinge zu Ende führen:
Diese drei fassen die Handlungsweise zusammen.

Milarepa (1052 – 1135)

Ernenne Minister, die eine gute Politik machen…

Screenshot aus dem u.a. Artikel „Ratschläge, ein Land mitfühlend zu regieren“

In seiner Schrift „Kostbarer Kranz“ (Ratnavali) hat Nagarjuna (2. Jh.) Hinweise gegeben, wie Politik aus spiritueller Sicht verantwortlich gestaltet werden kann. Mehr Zitate daraus gibt es hier:

https://www.tibet.de/fileadmin/migration/pdf/tibu/2005/tibu075-2005-16-n-ratschlaege.pdf

Sicht, Meditation, Handlung…

Foto: © wak

 

Erscheinungen, Offenheit und ihre Untrennbarkeit:
Diese drei fassen die Sichtweise zusammen.

Klarheit, Nichtdenken und Unzerstreutheit:
Diese drei fassen die Meditation zusammen.

Kein Verlangen, kein Anhaften und die Dinge zu Ende führen:
Diese drei fassen die Handlungsweise zusammen.

Milarepa (1052 – 1135)

Herzensratschlag

Hast du dir
weder innere Erfahrung angeeignet
noch die Sicht durch Meditation
vollkommen erhellt,
dann wir dir dies
durch philosophische Debatten
oder einfaches Lesen
nicht gelingen.
Meditiere unaufhörlich.
Das ist mein Herzensratschlag.

Rigdzin Chökyi Dragpa (1595 – 1659)

Sicht, Meditation, Handlung

Erscheinungen, Offenheit und ihre Untrennbarkeit:
Diese drei fassen die Sichtweise zusammen.

Klarheit, Nichtdenken und Unzerstreutheit:
Diese drei fassen die Meditation zusammen.

Kein Verlangen, kein Anhaften und die Dinge zu Ende führen:
Diese drei fassen die Handlungsweise zusammen.

Milarepa (1052 – 1135)

Bodhichitta entwickeln

Hängst du an diesem Leben,
bist du kein wahrer spiritueller Praktizierender.

Hängst du an Samsara*,
hast du keine Entsagung.

Hängst du an deinem eigenen Selbstinteresse,
hast du kein Bodhichitta**.

Ist Greifen vorhanden,
hast du nicht die Sicht.

Manjushri (Bodhisattva*** für Weisheit und Mitgefühl)

 

* Samsara = Rad der Wiedergeburten. Nur vollkommene Befreiung löst es

**Erleuchtungsbewusstsein, das latent in allen Wesen zu finden ist

*** Bodhisattva = zukünftiger Buddha

 

Den Text im Zusammenhang findet man hier unter dem Titel „Befreiung von den vier Anhaftungen“:

http://www.lotsawahouse.org/de/tibetan-masters/sachen-kunga-nyingpo/parting-four-attachments

 

Nächstes Posting: Bald.

Eine gute Zeit bis dahin!

werner anahata

Die Perspektive der Liebe

Schaut bitte immer wieder aus der Perspektive dessen, was immer heil war und immer heil sein wird.
Aus der Perspektive dessen, was unzerstörbar ist. In der Meditation, im Alltag, jetzt.
Das Üben dieser Sicht hört nie auf, das kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen: Es ist die Perspektive der Liebe – die immer ist.

Pyar Rauch (*1960)

Befreiung des Geistes

Die Sicht betrifft den Geist an sich:
Erkenne seine wahre Natur.

Die Meditation betrifft die leuchtende Klarheit:
Lass ihren Glanz sich voll entfalten.

Das Verhalten betrifft die illusorischen Phänomene:
Integriere alles, was erscheint, in den Weg.

Die Erfahrung ist die des Realen, das sich manifestiert:
Durchtrenne jegliches Anhaften von der Wurzel her.

Das Ergebnis ist ganz natürlich vorhanden:
Löse dich von Hoffnungen und Befürchtungen!

Die Aktivität des Erwachens besteht darin,
zum Wohl der anderen zu wirken:
Leite sie mit Mitgefühl.

Longchen Rabjam (1308 – 1363)

Veränderung der Perspektive

Auf der Suche nach der Frage, was die Welt und das materielle Universum überhaupt ausmacht, verflüchtigte sich die Sicht auf eine feste Materie. Was übrig blieb, waren Energiefelder, ein total vernetzter Kosmos und Bewusstsein. Andererseits, wenn Bewusstsein als die wesentliche Realität angenommen wird, lösen sich beinahe alle Widersprüche von selbst. Das ist genau das, was Mystiker seit Urzeiten gesagt und geschrieben haben (Meister Eckhart, Rumi etc.). Und wirklich, Materialismus als die wesentliche Realität vorauszusetzen, tatsächlich irgend etwas vorauszusetzen und daran trotz der vielen, angesichts dieser Voraussetzung zu Tage tretenden Widersprüche festzuhalten, ist schon in sich höchst unwissenschaftlich.

Aufwachen, Erleuchtung, ist ein Wechsel der Perspektive, eine Veränderung des Brennpunktes, eine Umstellung des Paradigmas. Es ist eine Verlagerung aus dem beschränkten, individuellen Brennpunkt des relativen „Ich“ zu einer Sicht des Selbst aus dem Absoluten.

Aus dem Editorial der „Worte zum Aufwachen“