Wer sie findet sagt nicht dass er weiß

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Das Wesen des Geistes, recht verstanden,
Lässt sich durch Menschenwort
nicht greifen noch vermitteln.
Erleuchtung lässt sich nicht erlangen,
Und der sie findet,
sagt nicht, dass er weiß.

Huang Po / Huangbo Xiyun (+850) in: „Der Geist des Zen“

Gefunden habe ich dieses Zitat hier: https://satyamnitya.wordpress.com/2013/09/13/huang-po-geist-ubertragung/

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Zeitloses Welt-Wissen

Mehr zu Tao, Wu Wei und Laotse hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/03/16/wu-wei-nicht-handeln-und-den-geschehnissen-ihren-lauf-lassen-5-mai-im-mystikkreis-koeln/

Urgrund der Erleuchtung

Milarepa – Foto: © wak

Der Geist aller Lebewesen ist im tiefsten Grund licht, lauter und leer. Dieser Geist wird Urgrund der Erleuchtung genannt. Unter dem Einfluss der Trübungen des Geistes irren die Wesen, da es ihnen an Selbsterkenntnis mangelt, im Samsara umher. Wer Selbsterkenntnis und Einsicht in den Urgrund des eigenen Geistes gewonnen hat, der ist ein Weiser, ein Geläuterter, ein Erwachter.

Milarepa (1052-1135)

Gott ist namenlos

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Gott ist namenlos. Von ihm kann niemand etwas sprechen noch verstehen. Wir können von Gott nur sprechen nach unserer Verständnisweise, und es ist ein Unterschied zwischen Gottes Sein und unserem Verstehen.
Von Gott kann man nicht einmal eigentlich sagen, dass er ist. Das kommt vom Überschwang seines lauteren Wesens. Und sage ich: Gott ist gut, so ist das nichts eigentlich; ich bin gut, Gott ist es nicht. Sage ich: Gut, besser, bestes – er ist über alles hinaus.

Meister Eckhart (1260-1328)

Gestalt eines fühlenden Wesens

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Der Allumfassende Geist ist nichts anderes als der Buddha und der Buddha ist nichts anderes als ein fühlendes Wesen. Wenn der Allumfassende Geist die Gestalt eines fühlenden Wesens annimmt, hat er sich in keiner Weise verringert. Wenn er ein Buddha geworden ist, hat er nichts zu sich hinzugefügt.

Huang Po (um 850)

Jeden Augenblick den Geist der Erleuchtung und des Mitgefühls erwecken

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Erweckt jeden Augenblick
den Geist der Erleuchtung und des Mitgefühls
für alle Wesen.
Würden die Menschen das tun,
dann würden sie unermüdlich
für das Wohlergehen ihrer Mitmenschen
und die Rettung unserer Umwelt arbeiten.

Padmasambhava (8./9. Jahrhundert u.Z.)

Den Kosmos als Manifestation Gottes erkennen

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Gott inkarniert sich im Kosmos. Er und seine Inkarnationen sind unlösbar miteinander verbunden. Er ist nicht in seiner Inkarnation, sondern er manifestiert sich als Inkarnation. Er offenbart sich im Baum als Baum, im Tier als Tier, im Menschen als Mensch und im Engel als Engel. Es sind dies also nicht Wesen, neben denen es dann noch einen Gott gäbe, der gleichsam in sie hineinschlüpfte, sondern er ist jedes einzelne dieser Wesen – und ist es auch wieder nicht, da er sich nie in einem von ihnen erschöpft, sondern immer auch alle anderen ist. Eben diese Erfahrung macht der Mystiker. Er erkennt den Kosmos als sinnvolle Manifestation Gottes, während sich manche Menschen dem Kosmos gegenüber verhalten wie Analphabeten gegenüber einem Gedicht: Sie zählen die einzelnen Zeichen und Worte, aber sie sind nicht imstande den Sinn zu verstehen, der dem ganzen Gedicht seine Gestalt gibt.

Willigis Jäger (* 1925)