Einheit von Welt und Meditation

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Das Innen und Außen des Menschen, der Welt und der Meditation bilden eine Einheit. Daher wirkt natürlich das Außen auf das Innen ein und umgekehrt.

Für die Meditation selbst bedeutet dies, dass sich im Wachsen der Meditation in uns auch die Methodik der Praxis verfeinert und dass gute und gut angeleitete Methoden das Wachsen der Meditation in uns unterstützt.

Meditation selbst ist jenseits der Methode und bedarf ihrer doch – zumindest unterwegs.

Pyar Rauch (*1960)

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Das Herz ist kein einsamer Ort

Im Innersten unseres Herzens finden wir uns in einem Bereich, in dem wir nicht nur auf das Innigste mit uns selbst, sondern ebenso mit anderen vereint sind, mit allen anderen. Das Herz ist kein einsamer Ort.

David Steindl-Rast (*1926)

Staunen und Ehrfurcht

Wenn wir bereit sind, auf die Stille selbst zu hören
und nicht nur auf das, was in ihr erscheint,
wenn wir uns des unendlichen Raums bewusst bleiben
und nicht nur die Phänomene des Innen und Außen wahrnehmen,
die allesamt vergänglich,
allesamt leer an eigener Substanz sind,
dann stehen wir in Staunen und Ehrfurcht da
und erkennen uns als das,
was immer ungetrennt war von der Unendlichkeit,
von der Liebe,
vom reinen Bewusst-Sein,
von der wahren Natur des Geistes.

Pyar (*1960)

Ein Punkt, der ganz Gott gehört

Im innersten Kern
unseres Lebens
gibt einen Punkt,
klein wie ein Nichts,
an den Sünde und Illusion
nicht zu rühren vermögen.
Es ist der
Punkt der lauteren Wahrheit,
ein Punkt oder Funke,
der ganz Gott gehört.
Nie können wir
über diesen Punkt verfügen,
sondern Gott verfügt
von diesem Punkt aus
über unser Leben

Thomas Merton (1915 – 1968)

Leerheit von Selbst

Die Leerheit des Selbst bedeutet nur die Leerheit von Selbst, nicht das Nicht-Sein von Selbst.
Genauso ist es bei einem Ballon, der innen leer ist, nicht so, dass er deswegen nicht existieren würde.
Dasselbe gilt für die Leerheit der Dharmas: Leerheit bezieht sich nur auf die Leerheit aller Phänomene und nicht auf die Nicht-Existenz aller Phänomene.
Es ist wie bei einer Blume, die nur aus Nicht-Blumen-Elementen besteht. Die Blume ist leer von einer abgetrennten Existenz, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht da wäre.

Thich Nhat Hanh (*1926) in einer Erläuterung zu seiner Neu-Übersetzung des Herz-Sutras