An der Freude teilnehmen und sein wie man ist

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Es besteht kein Bedarf an geistigem Fortschritt, noch der Kontemplation, der Disputation oder der Diskussion, noch Meditation, Konzentration oder gar die Anstrengung des Gebets.

Bitte sagen Sie mir klar und deutlich: Was ist die höchste Wahrheit?

Höre: Weder verzichte auf etwas, noch besitze etwas, nimm teil an der Freude der totalen Wirklichkeit und sei wie du bist!

Abhinavagupta (950 – 1016)

Wahre Gemeinschaft aller Wesen

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Die Barmherzigkeit des Westens war die soziale Revolution, die Barmherzigkeit des Ostens war die individuelle Einsicht in das grundlegende Selbst bzw. die Leere. Wir brauchen beides. Sie sind beide in den traditionellen drei Aspekten des Dharma-Pfades enthalten: Weisheit ( prajna ), Meditation ( dhyana ) und Moral ( sila ). Weisheit ist intuitives Wissen über den Geist der Liebe und Klarheit, der hinter den vom Ego getriebenen Ängsten und Aggressionen liegt. Meditation bedeutet, in den Geist zu gehen, um dies selbst zu sehen – immer und immer wieder, bis es der Geist wird, in dem man lebt. Moral bedeutet, dies in der Art und Weise, wie man lebt, durch persönliches Beispiel und verantwortungsbewusstes Handeln wieder zum Vorschein zu bringen, letztlich in Richtung der wahren Gemeinschaft ( Sangha ) „aller Wesen“.

Gary Snyder (* 1930)

Zum Ufer höchster Wirklichkeit weisen

Lama Anagarika Govinda, Religiöse Monumente (Chorten)
von Nenying Gompa, Zentral-Tibet, Pastell

Jeder Teil des Chorten entspricht einer besonderen Stufe auf dem Weg zur Erleuchtung, sodaß das ganze Gebäude zu einem plastischen Mandala (einem mystischen Diagramm) der Meditation wird. Und so wie jede Stufe einer bestimmten Phase in der geistigen Entwicklung des Individuums entspricht, so entsprechen die fundamentalen Formen der Architektur den elementaren Prinzipien des Universums.
Die kubischen Formen der Basis stellen die „Erde“ dar, oder das Prinzip der Trägheit, des Widerstandes, der Unbeweglichkeit und Festheit. Der spährische, topf- oder glockenförmige Mittelteil stellt das Element „Wasser“ dar oder den Aggregatzustand des Flüssigen. Der kegelförmige Aufsatz, der auf einer altarähnichen Struktur ruht, entspricht dem „Feuer“ oder dem Elementarprinzips des Brennens oder der Hitze; und der Schirm über dem Kegel symbolisiert das Element „Luft“ oder den gasförmigen Aggregatzustand, Bewegung (Wind) und Ausdehnungsendenz, während das den Bau krönende Juwel „Äther“ oder das Prinzip der Ausstrahlung darstellt.
Jedes dieser Prinzipien hat sein Gegenstück in den physischen und psychischen Eigenschaften des Menschen. Die Chorten sind somit Monumente des Sieges des Geistes über die Materie; sie sind Leuchttürme des Geistes, die allen denen, die im Ozean von Geburt und Tod umherirren, den Weg zum „anderen Ufer“ weisen, zum Ufer höchster Wirklichkeit.

Bilder aus Indien und Tibet von Lama Anagarika Govinda
Religiöse Monumente (Chorten) von Nenying Gompa, Zentral-Tibet

Der vollständige Beitrag kann hier nachgelesen werden:

Magische Blätter. CIII. Jahrgang, Herbst 2022
Thema: Naturphilosophie

Herausgeber: Verlag Magische Blätter, Ronnenberg
Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

BESTELLEN: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subjekt: BESTELLEN MAGISCHE BLÄTTER BUCH XI

Die Wirkung eines Mantrams…

Die Wirkung eines Mantrams hängt sehr davon ab, in welcher Weise es rezitiert oder klanglich in der Meditation vorgestellt, d. h. innerlich gesprochen wird.

In den meisten alten Sprachen wird ein summendes Hinsingen verlangt. – Andere gebrauchen einen fast klagenden, lauten Gesang ähnlich den lithurgischen Weisen der griechischen und römischen Kirche, in denen viele Mantrams enthalten sind, geformt einst von Wissenden. –

In der deutschen Sprache muss ein Mantram, um zu wirken, klar und erfühlt gesprochen werden, in ausdrucks­voller Betonung, aber ohne Pathos …

Nachlese

Abschrift aus der Zeitschrift „Theosophie“, Jahrgang XII, Heft 2, 1924 von Bô Yin Râ

Weitere Gedanken von Bô Yin Râ können hier gefunden werden:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH XI

CIII. Jahrgang, August 2022, Heft 8 / Thema: WEITERE MATERIALIEN ZUM FILM

Herausgeber: Verlag Magische Blätter, Ronnenberg
Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/magische-bl%C3%A4tter-buchreihe

Die Zeit im Nichtstun verlieren

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Man muss dem Inneren
die entspannte Ruhe zugestehen,
auch wenn wir überzeugt sind,
die Zeit im Nichtstun zu verlieren.

Man soll das Innere freilassen
von Wahrnehmungen und Gednken,
Meditationen und Erwägungen
und geben wir uns ausschließlich hin
an ein liebevolles und friedvolles
Innewerden Gottes.

Johannes vom Kreuz (1542- 1591)

Anhaltenden Frieden erlangen

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Selbst wenn jemand sagt:
ich bin oder das ist meins,
richtet er seine Gedanken
auf das absolute ich,
dass von keiner Grundlage abhängt.
Von der Meditation darüber inspiriert,
erlangt er anhaltenden Frieden.

Vijnana Bhairava (7./8. Jh.)

Gefunden habe ich dieses Zitat in dem hervorragenden Buch von Vincenzo Kavod Altepost: Grundlegende Gutheit – Innere Freude. Ein beschenktes Leben: https://www.buecher.de/shop/buecher/grundlegende-gutheit-innere-freude/altepost-vincenzo-kavod/products_products/detail/prod_id/47968992/

Anstöße und Veränderungen

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Es besteht eine tiefe Beziehung zwischen der inneren Revolution des Gebets und der Veränderung der sozialen Strukturen und des sozialen Bewusstseins. Unsere Hoffnung liegt in der Tatsache, dass Meditation die Gesellschaft, in der wir leben, verändern wird, so wie sie uns verändert hat.

Richard Rohr (*1943)

Gefunden habe ich dieses Zitat auf der Seite des „Center for Action and Contemplation“: https://cac.org/

Wirken einer allumfassenden Harmonie

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Nichts ist alleinstehend in dieser Welt. Vom Lichtpartikel führt ein Weg zur Relativität, von der Schwerkraft ein Weg zur Planckschen Konstante, vom Blatt, das der Wind vor sich hinwirbelt, zum Baum und zur Knospe, die ihn von neuem hervorbringend wird, kurz zur Dynamik des Lebens. Alles Existierende spiegelt in seiner Weise den Rhythmus einer ewigen Bewegung wider, denn das kosmische Gesetz überbrückt den Abgrund, der scheinbar das unendlich Kleine vom unendlich Großen trennt. Es enthüllt das Wirken einer allumfassenden Harmonie, die sich dem Mystiker in seiner Meditation offenbart.

Frédéric Lionel (1908 – 1999) in: Abendland. Hüter der Flamme. Remagen, o.J., S. 29

Geist und Herz

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Wenn deine Meditation nur eine persönliche Angelegenheit ist, etwas, woran du persönlich Freude hast, dann ist es keine Meditation. Meditation schließt einen vollkommenen, radikalen Wandel von Geist und Herz ein.

Jiddu Krishnamurti (1897 – 1986)

Schönheit von Himmel und Erde

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Meditation ist keine Flucht aus der Welt. Es ist kein isolierendes, sich abkapselndes Tun, sondern vielmehr die Einsicht in die Welt und wie es auf ihr zugeht. Die Welt hat wenig zu bieten, abgesehen von Nahrung, Kleidung, Obdach und Vergnügen mit seinem grossen Kummer.

Meditation heisst wegwandern von dieser Welt; man muss ein totaler Aussenseiter sein. Dann hat die Welt eine Bedeutung, und die Schönheit von Himmel und Erde ist dauerhaft. Dann ist Liebe nicht Vergnügen. Von dort geht jedes Handeln aus, das nicht Ergebnis von Spannung, Widerspruch, Streben nach Selbstverwirklichung oder Machtdünkel ist

Jiddu Krishnamurti (1895-1986) in „Meditationen“. Zürich 1989