Mystik-Kreis zu „Die Wolke des Nichtwissens“

1. Juli 2018 – 10 – 15 h „Die Wolke des Nichtwissens“

„Die Wolke des Nichtwissens“, entstanden in englischer Volkssprache im späten 14. Jahrhundert, ist ein „Klassiker“ der mystischen Literatur – und gleichzeitig noch immer aktuell. Kern dieser mystischen Anleitung ist die Einsicht, dass Gott mit menschlichen Kategorien nicht erfasst werden kann. In der „Wolke des Nichtwissens“ befinden wir uns im „mystischen Schweigen.“

Das Werk bietet dem zur Kontemplation berufenen Leser eine praktische Anleitung auf dem kontemplativen Weg, indem der Autor ihn lehrt, von allen Bildern und Gedanken leer zu werden und unter der „Wolke des Vergessens“ zu begraben. Greift der Autor, wahrscheinlich ein Kartäuser, einerseits unter anderem auf die negative Theologie des Dionysos Areopagita zurück, formuliert er andererseits manche Passagen so, wie Johannes vom Kreuz rund 200 Jahre später. Eine breite neue Aktualität hat der Text in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gefunden, als Parallelen der „Wolke“ mit Aussagen des Zen-Buddhismus diskutiert wurden.

Damit wir planen können, Anmeldungen bitte bis zum 25. Juni bei:

Rani Kaluza
weissefeder@netcologne.de
Fon: 0221/ 2406997

Hier können Sie den Flyer von „Mystik hier und jetzt“ herunterladen:

https://de.scribd.com/document/373535678/Mystik-hier-und-jetzt-Studien-und-Praxiskreis-Einsichten-und-Erfahrungen?secret_password=Ss9hY6RXq5uhVIHkVq87

Infos auch hier:

https://www.facebook.com/events/171462530190722/?acontext=%7B%22source%22%3A22%2C%22action_history%22%3A%22%5B%7B%5C%22surface%5C%22%3A%5C%22timeline%5C%22%2C%5C%22mechanism%5C%22%3A%5C%22surface%5C%22%2C%5C%22extra_data%5C%22%3A%5B%5D%7D%5D%22%2C%22has_source%22%3Atrue%7D&source=22&action_history=%5B%7B%22surface%22%3A%22timeline%22%2C%22mechanism%22%3A%22surface%22%2C%22extra_data%22%3A%5B%5D%7D%5D&has_source=1&fref=mentions

 

Hier noch ein paar Informationen zum Mystik-Kreis:

Mystik ist der Grundzug jeder Religion. Jeder mystische Weg ist ein Weg aus einem allzu engen konfessionellen Religionsverständnis heraus. Das muss nicht ein Abschied von der Religion an sich bedeuten, wohl aber sprengt und übersteigt die Mystik alles, was die Religion verdinglichen und festschreiben will.

Und damit Mystik nicht im Kopf bleibt, sondern in die lebendige Praxis kommt, müsste jene Sicht wohl um diese Gedanken ergänzt werden: Die tiefste Form des Miteinander-Teilens geschieht in und durch mystische Weisheit, durch Lehren, Einsichten, Methoden des  spirituellen Lebens  und  deren Früchte.

Namen wie Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Hildegard von Bingen, Meister Eckhart, Johannes Tauler, Geert Groote, Thomas von Kempen, Bede Griffiths, Thomas Merton und Dorothee Sölle stehen für einen mystischen Strom, der seit 10.000 Jahren wirkt und bis heute nicht zu fließen aufhörte.

In dem Studien- und Praxis-Kreis geht es darum, anhand von Texten aus der mystischen Tradition und kontemplativer Praxis auszuloten, wie aktuell Mystik ist und was sie mit dem konkreten Leben im Hier und Jetzt zu tun hat.

Doing Nothing

Absichtslos sein. Sinn und Zweck nicht kennen müssen. Nur horchen, sehen, spüren. Innen und Außen. Die momentane Befindlichkeit des Körpers, der Gefühle, des Verstandes und die Atmosphäre des Raumes, in dem man gerade sitzt oder liegt und wo nichts passiert.

Nichts tun.

Mühelos, ohne jemanden beeindrucken zu wollen. Sitzend auf einem Stuhl, einer Bank, einem Meditationskissen. Oben auf dem Hochstand eines Waldes oder unten auf dem Stein am Ufer eines Sees.

Sehen, hören, riechen, schmecken, es geschieht von allein. Das Rauschen des Windes draußen in dem Bäumen, die zarte Staubschicht auf einer Vase, Licht auf den Blättern einer Pflanze, das Gefühl von Traurigkeit im Bereich    des Bauches.

Nicht-tun ist keine Meditation im herkömmlichen Sinne und doch ist es eine Praxis – eine sehr kraftvolle sogar. Reines Nicht-Tun ist ein Weg, der sich in vielen spirituellen Traditionen wieder findet, auch in der christlichen Mystik. Hier steht er allen gleichermaßen offen, unabhängig von Glaubensrichtung, Herkunft oder Weltsicht.

 © Rani Kaluza

Wer wir sind:

Werner A. Krebber
* 1954, ist gelernter Buchhändler und hat Theologie und Germanistik studiert. Nach vielen Jahren als Redakteur ist er heute vor allem als Autor und Blogger tätig.
Veröffentlichungen in Büchern, Blogs und Zeitschriften u.a. zu den Themen Beginen und Mystik, Kirche und Welt (Sozialethik, Carl Sonnenschein) Mystik und Spiritualität (Meister Eckhart, Johannes Tauler, Thomas Merton etc.) Kunst und Medien, Sucht und Spiritualität.

mystikaktuell.wordpress.com  |  wernerkrebber.wordpress.com

Rani Kaluza
* 1959, studierte freie Malerei, Autorin, Schneiderin, Malerin. Ihr spiritueller Weg begann 1976 mit einem Buch über Zen. 1988 begegnete sie dem Tibetischen Buddhismus von Chögyam Trungpa. Es folgte intensive Meditations-Praxis, Retreats, u.a. ein zweijähriger Aufenthalt in den USA. 2001 lernte sie den Advaita-Lehrer Samarpan Golden kennen, der sie 12 Jahre als spiritueller Lehrer begleitet hat. Seit 2013 geht Rani einen eigenen spirituellen Weg.

doingnothing.de | facebook.com/doingnothingretreats

 

Organisatorisches:

Wir treffen uns an jedem  ersten Sonntag im Monat im Kölner Stadtteil Sülz.  An diesen Sonntagen wird für  beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

Der Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt, bitte vorher anmelden. – Kostenbeitrag 15,– Euro

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Tagung auf den Spuren von Thomas Merton

Zu einer Tagung über Thomas Merton lädt die Bischöfliche Akademie Aachen ein.

tmtagung
Das Foto zeigt Thomas Merton mit Tenzin Gyatso

Thomas Merton: Sich für die Welt entscheiden

In der Einladung auf der Homepage der Akademie heißt es:

„Der Eremit Thomas Merton (1915 – 1968), dessen 100. Geburtstags wir im vergangenen Jahr gedachten, gilt als einer der großen Mystiker des 20. Jahrhunderts.
 

Er gehörte aber auch zu den politisch ungemein wachsamen Menschen seiner Zeit. Zudem hat er die heutige Brisanz der interreligiösen Verhältnisse schon in den 1960er Jahren gesehen und Antworten aus der kontemplativen Tradition des Christentums darauf gefunden. Merton prophezeite die gegenwärtig starken sozialen und kulturellen Probleme im Sinne einer mangelnden spirituellen Ausrichtung unseres Handelns.“

Referenten sind: Reiner Fuchs, Bad Grönenbach Prof. Dr. Hildegund Keul, Bonn PD Dr. Iris Mandl-Schmidt, Schwäbisch-Gmünd Dr. Siegfried Ringler, Essen Dr. Marco A. Sorace, Aachen Dr. Thomas Wagner, Frankfurt/M.

 

Das vollständige Programm findet sich hier:

http://bischoefliche-akademie-ac.de/medien/313ec7f0-8a98-4d39-8d03-128b15734246/Merton_2.pdf?a=true

Verwandlung zum Leben

Das kontemplative Leben ist eine Wechselwirkung. Soviel ich mich verwandele, so viel verwandle ich meine Umwelt. So viel ich meine Umwelt verwandle, so viel persönliche Verwandlung geschieht. Die kontemplative Erfahrung sagt uns, dass wir, um wirklich leben zu können, keine Rezepte benötigen, dass wir uns keine Ziele setzen müssen. Diese Weg- und Ziellosigkeit in der raum-zeitlichen Verbundenheit umzusetzen ist ein Wagnis und auch ein Risiko. Wenn wir dieses Risiko aber nicht annehmen und uns nicht auf die Nichtdualität einlassen, bleibt alles beim Alten und wir werden weiter getrieben im Getriebe der Zeit. Unsere Zeit aber benötigt eine Verwandlung hin zum Leben.

Raimon Panikkar (1918 – 2010)

Aus dem Vortrag “Die verwandelnde Kraft der Kontemplation”, den Raimon Panikkar 1992 in München gehalten hat.
http://www.wsdk.de/NavigatorLinks/Kontemplation/RaimonPanikkar.htm

Präsenz des Überbewusstseins

Mystisches Bewusstsein trägt uns in die unendliche Weite des Überbewusstseins in die Bereiche des Göttlichen, wo wir frei von unseren menschlichen Begrenzungen, aber völlig vom Göttlichen abhängig sind, um unsere unfassbare Wirklichkeit und Wahrheit erfahren zu können. Der Mystsiker oder kontemplative Seher ist ein Mensch, der, unabhängig von seiner Ursprungstradition, in der Präsenz des Überbewusstseins lebt. Er lebt in der Wirklichkeit des Absoluten, im göttlichen Mysterium, aber er hat auch alle anderen Bewusstseinsebenen (Bewusstsein, Selbstgewahrsein, Unbewusstes und Überbewusstes) in der Tiefe seines Wesens integriert.

Wayne Teasdale (1945 – 2004) in: Das mystische Herz. Spirituelle Brücken bauen. Aurum, o.O. 2004, S. 112

Verwandlung zum Leben

Das kontemplative Leben ist eine Wechselwirkung. Soviel ich mich verwandele, so viel verwandle ich meine Umwelt. So viel ich meine Umwelt verwandle, so viel persönliche Verwandlung geschieht. Die kontemplative Erfahrung sagt uns, dass wir, um wirklich leben zu können, keine Rezepte benötigen, dass wir uns keine Ziele setzen müssen. Diese Weg- und Ziellosigkeit in der raum-zeitlichen Verbundenheit umzusetzen ist ein Wagnis und auch ein Risiko. Wenn wir dieses Risiko aber nicht annehmen und uns nicht auf die Nichtdualität einlassen, bleibt alles beim Alten und wir werden weiter getrieben im Getriebe der Zeit. Unsere Zeit aber benötigt eine Verwandlung hin zum Leben.

Raimon Panikkar (1918 – 2010)

Aus dem Vortrag “Die verwandelnde Kraft der Kontemplation”, den Raimon Panikkar 1992 in München gehalten hat.
http://www.wsdk.de/NavigatorLinks/Kontemplation/RaimonPanikkar.htm

Wechselwirkung

Das kontemplative Leben ist eine Wechselwirkung. Soviel ich mich verwandele, so viel verwandle ich meine Umwelt. So viel ich meine Umwelt verwandle, so viel persönliche Verwandlung geschieht. Die kontemplative Erfahrung sagt uns, dass wir, um wirklich leben zu können, keine Rezepte benötigen, dass wir uns keine Ziele setzen müssen. Diese Weg- und Ziellosigkeit in der raum-zeitlichen Verbundenheit umzusetzen ist ein Wagnis und auch ein Risiko. Wenn wir dieses Risiko aber nicht annehmen und uns nicht auf die Nichtdualität einlassen, bleibt alles beim Alten und wir werden weiter getrieben im Getriebe der Zeit. Unsere Zeit aber benötigt eine Verwandlung hin zum Leben.

Raimon Panikkar (1918 – 2010)

Aus dem Vortrag “Die verwandelnde Kraft der Kontemplation”, den Raimon Panikkar 1992 in München gehalten hat.
http://www.wsdk.de/NavigatorLinks/Kontemplation/RaimonPanikkar.htm