Erwachtes Herz, erwachter Geist

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So wie es mir meine Lehrer immer sagten, habe ich entdeckt, dass wir bereits haben, was wir brauchen. Die Weisheit, Stärke, Zuversicht, das erwachte Herz und der erwachte Geist sind immer zugänglich, hier, jetzt, immer. Es geht nur darum, sie aufzudecken. Wir entdecken sie bloß wieder. Wir erfinden sie weder neu, noch holen wir sie von irgendwoher. Sie sind da. Deshalb können die Wolken plötzlich aufreißen, wenn wir uns in der Dunkelheit gefangen fühlen. Aus dem Nichts heitern wir uns auf, entspannen uns oder erfahren die Weite unseres Geistes. Kein anderer Mensch kann Ihnen das geben. Menschen werden Sie unterstützen und Ihnen mit Unterweisungen und Übungen zur Seite stehen, so wie sie mich unterstützt und mir geholfen haben, aber Sie selbst erfahren Ihr unbegrenztes Potenzial.

Pema Chödrön (*1936)

Wahre Natur der Unwissenheit

Halte nicht fest an Vorstellungen,
die aus Unwissenheit gezimmert sind;
schaue mitten hinein
in die wahre Natur der Unwissenheit.

Der Schwarm von Gedanken, befreit, sobald er aufsteigt,
ist Leerheit-Gewahrsein;
Dieses Leerheit-Gewahrsein ist nichts anderes
als die Weisheit des absoluten Raumes.

In der spontanen Befreiung der Unwissenheit rezitiere:
„Om mani peme hung.“

Patrul Rinpoche (1808-1887)

Im Schweigen redet es…

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Im Schweigen redet es,
Im Reden schweigt es.
Das große Tor der wahren Liebe steht offen;
Es kennt keine Hindernisse.
Fragt jemand: „Welche Wahrheit hast du erkannt?“,
Sag ich: „Die Macht der transzendenten Weisheit.“

Yoka Daishi (665 – 713) im „Shodoka“

 

Weder Furcht noch Ungewissheit…

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Wo Liebe ist und Weisheit,
da ist weder Furcht noch Ungewissheit;

wo Geduld und Demut,
weder Zorn noch Aufregung;

wo Armut und Freude,
nicht Habsucht und Geiz;

wo Ruhe und Besinnung,
nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.

Franz von Assisi (ca. 1181/1182 – 1226)

Sufi – Taucher nach den Perlen der Weisheit / Doing Nothing – 27. Oktober 2019 – Herzliche Einladung

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Die Propheten bedienen sich einer dinghaften Sprache, denn sie wenden sich an die Allgemeinheit und verlassen sich dabei auf das Verständnis des Weisen, der sie vernehmen mag. Wenn sie in Bildern sprechen, so tun sie es mit Rücksicht auf die gewöhnlichen Menschen und weil sie wohl wissen, welcher Einsicht jene, die wirklich verstehen, fähig sind.
… Alles, was die Propheten an Wissenschaften gebracht haben, ist in Formen gekleidet, die den allgemeinsten geistigen Fähigkeiten zugänglich sind, damit jener, der den Dingen nicht auf den Grund geht, bei dieser Einkleidung stehen bleibt und sie für das Schönste hält, was es gibt, während der Feinverständige, der Taucher nach den Perlen der Weisheit, sehr wohl zu sagen weiß, warum diese oder jene Göttliche Wahrheit in gerade diese irdische Form gekleidet erscheint

Ibn Arabi (1165–1240)

 

„Der Sufismus ist die innere Dimension des Islam; aber er hat, wie jede mystische Strömung einer Weltreligion, ungezählte Facetten,“ betont Annemarie Schimmel, die sich zeitlebens mit den vielschichtigen Aspekten des Islam beschäftigt hat.

„Wenn man ihn beschreiben will, steht man bald vor einem blühenden Garten mit duftenden Rosen und klagenden Nachtigallen, die zu Symbolen für die göttliche Schönheit und die Sehnsucht der Seele werden, bald vor einer Wüste theoretischer, dem Uneingeweihten kaum verständlicher Abhandlungen in überaus kompliziertem Arabisch; dann wieder leuchten die eisigen Gipfel der höchsten theosophischen Weisheit in der Ferne auf…“

Sufis geht es nicht um abstraktes, theoretisches Wissen. Sie wollen den inneren Sinn der Worte erfassen. Dieser tiefere Sinn, quasi zwischen den Zeilen des geschriebenen Wortes, öffnet ihnen den Pfad für die eigene existentielle Erfahrung.

Was also ist Sufismus? Ist er ein Weg zur höchsten Erkenntnis, ein Pfad der Liebe, ein Weg des Herzens?

Diesen und anderen Fragen um die mystische Dimension des Islam wollen wir am 27. Oktober nachgehen und sehen, was uns seine Mystikerinnen und Mystiker für unseren eigenen spirituellen Weg sagen können.

Wer nur Interesse hat zum Doing Nothing zu kommen, ist herzlich eingeladen erst um 12:30 dazu zu kommen.

Organisatorisches:
Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung bei
Werner A. Krebber: Fon / AB 0209 / 20 56 95 am besten aber über Email: werner.krebber@web.de

Adresse der Veranstaltung: Rolandswerther Str 14 – 50937 Köln
(bei Kaluza/Westmeier klingeln)

Zum Mystikkreis Köln:
Wir treffen uns etwa ein Mal im Monat im Kölner Stadtteil Sülz, meist am ersten Sonntag des Monats. An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt.
Kostenbeitrag für den ganzen Tag: 15,– Euro (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch).
Kostenbeitrag nur für den Nachmittag: 10,– Euro.

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen

Rani www.doingnothing.de

und Werner https://mystikaktuell.wordpress.com/

Informationen auch hier: https://www.facebook.com/events/430138524301102/

 

Gewähre deinen Segen…

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Gewähre deinen Segen,
so dass mein Geist sich
dem Dharma zuwende;

Gewähre deinen Segen,
so dass das Dharma
auf dem Weg voranschreitet;

Gewähre deinen Segen,
so dass der Weg
Verwirrung klären möge;

Gewähre deinen Segen,
so dass Verwirrung
als Weisheit aufgehe.

Gampopa (1079 – 1153)

Gott gebe mir die Gelassenheit…

 

Foto: privat

 

Gott gebe mir
die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut,
Dinge zu ändern,
die ich ändern kann,
und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Mehr zur Geschichte des Gelassenheitsgebetes und seinem vollständigen Text hier: http://www.wlb-stuttgart.de/sammlungen/handschriften/bestand/nachlaesse-und-autographen/oetinger-archiv/gelassenheitsgebet/