Du bist das Licht in allen Lichtern

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Du, Gott, bist das Licht
in allen Lichtern;
Du, Gott, bist eine Blume,
herrlicher als alle Kronen;
Du, Gott, bist die Salbe
gegen alle Schmerzen;
Du, Gott, bist die unwandelbare Treue
ohne Falschheit;
Du, Gott, bist der gute Wirt,
der uns aufnimmt
in alen Herbergen.

Mechthild von Magdeburg (* um 1207 – 1282)

Der gelassene Mensch

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Der Mensch, der gelassen hat und gelassen ist und der niemals mehr nur einen Augenblick auf das sieht, was er gelassen hat, und beständig bleibt, unbewegt in sich selbst und unwandelbar, – der Mensch allein ist gelassen.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in Predigt 13: Qui audit me (Eccli. 24,30)

Seligkeit und Frieden

Macht niemanden verantwortlich! Kommen schlechte Zeiten, dann wisst, dass Gott mit euch spielt, und seid froh darüber. Auf Glück folgt Leid. Je höher entwickelt die Seele, um so schneller folgen sie aufeinander. Was wir wollen, ist weder Glück noch Leid. Beide lassen uns unser wahre Wesen vergessen. Beide sind Ketten, eine aus Eisen, die andere aus Gold. Hinter beiden ist der Atman*, der weder Glück noch Leid kennt. Dies sind Zustände, und Zustände verändern sich dauernd. Doch das Wesen der Seele ist Seligkeit und Frieden – unwandelbar. Wir brauchen sie nicht zu erlangen, wir besitzen sie.

* (Der Teil des Menschen, der unsterblich und ewig ist.)

Swami Vivekananda (1863 – 1902)