Der leichteste und gerade Weg zur Erlösung…

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Der leichteste und gerade Weg zur Erlösung – ja, man kann sagen: der abschneidende Richtweg – ist das Erfahren des Ergründens mit Fragen. Solch fragendes Ergründen treibt die Denkkraft tiefer und immer tiefer, bis sie ihre Quelle erreicht und in sie taucht und ihrer inne wird. Dann geschieht es, dass du die Antwort von innen erhältst und findest, dass du auf ihr ruhst, die alle eingewurzelten Vorstellungen ein für allemal zerstört.

Ramana Maharshi (1879-1950)

Heiliger Tanz

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Von dem Tanz eines Zaddiks* wird erzählt: Sein Fuß war leicht wie eines vierjährigen Kindes. Und alle, die sein heiliges Tanzen sahen – da war nicht einer, der nicht zu sich heimgekehrt wäre; denn er wirkte im Herzen aller, die es sahen, beides, Weinen und Wonne in einem.

Aus dem Chassidismus

* Zaddik: Rechtschaffener oder Gerechter – religiöser Titel für einen hoch angesehenen, als heilig oder moralisch herausragend geachteten Mann im Chassidismus

Es wird weder Kommen noch Gehen geben

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Der erhabene Weg ist in seinem Wesen großmütig.
Er ist weder schwierig noch leicht.
Aber jene mit begrenztem Blick
sind furchtsam und unentschlossen.
Je schneller sie eilen, desto langsamer kommen sie voran.
Und das Anhaften und Greifen
ist nicht auf bestimmte Bereiche begrenzt.
Selbst das Anhaften an die Idee der Erleuchtung
lässt in die Irre gehen.
Lass einfach die Dinge ihren eigenen Weg gehen,
und es wird weder Kommen noch Gehen geben.

Sosan (um 600) in: Shinjinmei – Verse über das Vertrauen in den einen Geist

In sein lauteres Nichts sinken

 

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Wenn der Mensch in der Übung der inneren Einkehr steht,
hat das menschliche Ich für sich selbst nichts.
Das Ich hätte gerne etwas
und es wüsste gerne etwas
und es wollte gerne etwas.

Bis dieses dreifache Etwas in ihm stirbt,
kommt es den Menschen gar sauer an.

Das geht nicht an einem Tag und auch nicht in kurzer Zeit.
Man muss dabei aushalten,
dann wird es zuletzt leicht und lustvoll.

Soll Gott sprechen,
so musst du schweigen,
soll Gott eingehen,
so müssen alle Dinge ihm den Platz räumen.

Du sollst dieses tiefe Schweigen oft und oft in dir haben
und es dir zur Gewohnheit werden lassen,
so dass es durch Gewohnheit ein fester Besitz in dir werde.

Der Mensch muss alles lassen,
dieses Lassens selbst noch ledig werden,
es lassen, es für nichts halten
und in sein lauteres Nichts sinken

Johannes Tauler (1300 – 1361)

Aus dem Menschen selbst entstehen und verschwinden

Nicht näher bezeichnete Skulptur von Milarepa     Fotos: © wakBild und Texttafel in der Ausstellung „Der Berg ruft“ im Oberhausener Gasometer

Kleine Taten nicht unterschätzen

Nimm kleine Fehltritte nicht auf die leichte Schulter,
glaubend, sie könnten dir nicht schaden:
Selbst ein kleiner Feuerfunken kann einen Berg aus Heu in Brand setzen.

Unterschätze nie die kleinen heilsamen Taten,
indem du glaubst, sie helfen nicht:
Auch Wassertropfen füllen
– einer nach dem anderen –
einen riesigen Topf.

Patrul Rinpoche (1808–1887)