Nimm doch du von mir…

In der Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf  / Foto: © wak

 

Nimm doch du von mir,
was mich wendet von dir.

Gib doch du mir,
was mich stets wendet zu dir.

Nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir!

Jakob Böhme (1575 – 1624) in seiner Schrift: „Christosophia oder der Weg zu Christo“

Eine frühere Version findet sich bei Bruder Klaus, Nikolaus von Flüe (1417 – 1487) und bei dem Jesuiten Petrus Kanisius; verwendet 1586/87

Mehr zur Geschichte des Gebetes hier: http://www.nvf.ch/qnr067.asp

Siehe auch hier: https://www.feldkapelle.de/

Morgenröte im Aufgang | Jakob Böhme und Film

MORGENRÖTE IM AUFGANG. Hommage à Jacob Böhme / DVD-Trailer

Regie: Max Hopp, Jan Korthäuer, Ronald Steckel, Klaus Weingarten

Kaum eine Figur steht so singulär zwischen den Epochen wie der große »Ungleichzeitige« Jacob Böhme (1575-1624). Während Galilei, Francis Bacon und Descartes die modernen Naturwissenschaften und den Rationalismus begründeten, schuf der Schuhmacher aus Görlitz – trotz Schreibverbot und Verfolgung als Ketzer – die bedeutendsten Schriften der deutschen Mystik. Seine visionäre christliche Theosophie beeinflusste die Philosophen des Deutschen Idealismus sowie Romantiker wie Novalis und fasziniert bis heute.

Weitere Informationen unter: https://absolutmedien.de/film/582/Morgenroete+im+Aufgang

 

Siehe dazu auch:

MAGISCHE BLÄTTER |  CI. JAHRGANG SOMMER 2020
HEFT 6 | Juli 2020
TITELTHEMA: ARCHITEKTUR & FILM IM JAKOB-BÖHME-BUND

Mehr dazu hier: https://www.verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Gott lebt im Menschen sein reichstes Leben

 

…Wenn Gott in seiner Seele Mensch geworden ist, ist ihm die „Gelassenheit“ der Weihe erreicht. Und diesen Rhythmus des eigenen Erlebens von der Berufung durch die Erleuchtung zur Weihe sieht er als Rhythmus des Lebens überhaupt, als Rhythmus Gottes. Der sittliche Endzustand des Menschen ist die Gelassenheit als Wille zur Selbstvollendung eigenen Wesens; so wird er zum Bejaher der Gegenwart als des ewigen Ausdrucks göttlichen Wesens und es wird ihm Leben Wirklichkeitsform des Göttlichen, die auch den Tod überwindet. Gott lebt im Menschen sein reichstes Leben. Hat Ekkehart die geistige Persönlichkeit als gotthaft erwiesen, so Böhme den naturhaft leiblichen Menschen. …

 Otto Maag, Jakob Böhme

Der komplette Beitrag über Jakob Böhme ist erschienen in: „Magische Blätter“ CI. Jahrgang, April 2020, Heft 3., S.189 – 200
Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/

Symbol für künstlerisches Streben

„Da jegliche Künstübung ihren tiefsten, tragenden Grund in einer Lebensauffassung, einer Weltanschauung findet, und da die hier vereinigten Künstler ihrer Mehrzahl nach einer Naturmystik nahestanden, die in Jakob Böhme ihren hohen klassischen Vertreter hat, da überdies Görlitz die Stätte des Lebens und Wirkens dieses erst neuerdings wieder in seiner tiefen Bedeutung erkannten Seelenkünders war, so wählte man den Namen dieses großen Görlitzers als Symbol für das hier vorliegende künstlerische Streben.“

Neuer Görlitzer Anzeiger vom 5. Juni 1921

 

Jetzt erschienen in den neuen „Magischen Blättern“, April 2020, Heft 3, S. 138 – 139

https://verlagmagischeblaetter.eu

 

Die Welt ist das große Mysterium

Foto: © wak

 

Also, mein liebes Gemüte,
forsche nach dem Baum des christlichen Glaubens recht.
Er stehet nicht in dieser Welt.
Wohl muss er in dir sein,
aber du musst mit dem Baume mit Christus in Gott sein,
also dass dir diese Welt nur anhange,
wie denn sie Christus auch nur anhing.
Doch nicht also zu verstehen,
dass diese Welt vor Gott
nichts taugte oder nicht nütze wäre.
Sie ist das große Mysterium.

Jakob Böhme (1575 – 1624)

Jakob Böhme: Mystische Abbilde der Welt

 

Hermann Hesse ( 1877- 1962) über Jakob Böhme
Zitiert in Andreas Gauger, Jakob Böhme und das Wesen seiner Mystik, Berlin 2000, S. 9

Wesen des Unsichtbaren

Foto: © wak

Die sichtbaren empfindlichen Dinge
sind ein Wesen des Unsichtbaren;
von dem Unsichtlichen, Unbegreiflichen
ist kommen das Sichtbare, Begreifliche:
von dem Aussprechen oder Aushauchen
der unsichtbaren Kraft
ist worden das sichtbare Wesen;
das unsichtbare geistliche Wort
der Göttlichen Kraft
wirket mit und durch das sichtbare Wesen,
wie die Seele mit und durch den Leib.

Jakob Böhme (1575 – 1624)

Morgenröthe im Aufgang / Hommage an Jacob Böhme

Cover der DVD „Morgenröte im Aufgang – Hommage an Jacob Böhme“ © absolut-medien

 

„Dergleichen ward seit Heraklit nicht mehr gehört.“ So der Philosoph Ernst Bloch über „Morgenröte im Aufgang“, zu jenem Buch, das Jacob Böhme 1612 verfasste.

Jacob Böhme (1575-1624) hat trotz Schreibverbot und Verfolgung als Ketzer Texte geschrieben, die mit zu den bedeutendsten Schriften der Mystik in deutscher Sprache gelten können. Seine visionäre christliche Theosophie beeinflusste die Philosophen des Deutschen Idealismus sowie Romantiker wie Novalis und fasziniert Menschen bis heute. So schrieb Hermann Hesse, dass die Lektüre von Böhmes Texten „ein vorübergehendes ‚Leerwerden‘, eine völlig freie Aufmerksamkeit und Seelenstille“ erforderten.

Schon die Titel lassen aufhorchen:

1. Der Himmlische Mensch
2. Titel
3. Mitternacht in Görlitz
4. Nacht
5. Morgen
6. Der Leib Gottes
7. Fragen
8. Die andere Welt
9. Der verborgene Gott
10. Sonnenaufgang
11. Die Tore der Tiefe
12. Nicht Ich, der Ich der Ich bin
13. Himmelfahrt
14. Die Umkehr
15. Das Wesen des Menschen
16. Das Paradeis
17. Himmel und Erde sind magisch
18. Mit einer Engelszunge
19. Der Schmerz
20. Die irdische Babel
21. Was suchen wir denn lange?
22. Der Kinderweg
23. Schlusstitel

 

Und der Film ist – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgezeichnet: MORGENRÖTE IM AUFGANG – HOMMAGE À JACOB BÖHME der Filmemacher Ronald Steckel, Max Hopp, Klaus Weingarten und Jan Korthäuer erhält den Deutschen FILMGEIST Preis 2016.

Mehr hier:
https://absolutmedien.de/film/582

und hier:
http://www.suhrkamp.de/buecher/morgenroete_im_aufgang-max_hopp_13539.html

Den Trailer zum Film gibt es hier:
http://www.suhrkamp.de/mediathek/morgenroete_im_aufgang_hommage_a_jacob_boehme_trailer_1171.html