Sufi-Mystik und Doing Nothing am 27. Oktober / Herzliche Einladung

Rumi ist einer der bekanntesten Mystiker der Sufis

 

Kommt, kommt,
wer ihr auch sein möget:
Wanderer, Anbeter, die ihr den Abschied liebt.
Es hat keine Wichtigkeit.

Unsere Karawane ist nicht eine der Verzweiflung.
Unsere Karawane ist eine des unendlichen Glücks.

Kommt, auch wenn ihr eure Vorsätze tausend Mal gebrochen hast.
Kommt, kommt wieder. Kommt.

Dschelaluddin Rumi (1207-1273)

 

Bitte den Termin 27. Oktober schon mal vormerken…

Nähere Informationen folgen noch.

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Frei von Form und Buchstaben

Foto: © wak

Gott ist völlig frei von Form und Buchstaben.
Sein Wort ist außerhalb von Buchstaben und Stimme.
Aber Er lässt seine Worte
durch Buchstaben und Stimme und Zunge,
wie Er will, verkünden.

Dschalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī (1207 – 1273)

Ich folge der Religion der Liebe

Foto: © wak

 

Mein Herz ist
für jede „Form“
aufnahmefähig geworden;
ist Gazellenweide und Kloster für Mönche;
Götzentempel und die Kabah der Pilger,
Tafeln der Torah und das Buch des Qurans.
Ich folge der Religion der Liebe,
wohin auch immer ihr Reittier zieht;
denn das ist meine Religion und mein Glaube.

ibn Arabi (1165 – 1240)

Alles ist Er

Rumi

 

In meinem Herzen sind Aussen und Innen,
alles Er.
In meinem Leib sind Seele, Adern und Blut,
alles Er.
Wie sollen an diesem Ort
Glaube und Unglaube Platz finden?
Ohne Wie ist meine Existenz,
denn alles ist Er.

Dschelaleddin Rumi (1207 – 1273)

Gefunden habe ich dieses Zitat bei Vincenzo Kavod Altepost. Mehr hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

Die Geburt der Mystik in der menschlichen Seele

Foto: © wak

 

Die Mystik ist zugleich mit der Menschheit selbst geboren. Sie ist zugleich mit der Entstehung des Menschenreiches auf Erden offenbar geworden, und sie wird auch mit seiner Vollendung ihr Ziel errichen.

Als der Urmensch diese irdische Welt betrat, und seine Augen das Licht empfinen; – als er zum ersten Male die mannigfache Schönheit und die reizvolle Pracht der Natur um sich herum erschaute, – und als er seine Blicke, einem unschuldigen Kinde gleich, nach oben erhebend die Sonne, den Mond und die unzählbaren Gestirne in dem hohen Gewölbe des Himmels betrachtete, –

da bewegte sich in einem unbefleckten Herzen ein namenloses Sehnen, ein zartes, bebendes und geheimnisvolles Gefühl der Bewunderung, der Ehrfurcht und der Dankbarkeit. Dies war die Geburt der Mystik in der menschlichen Seele.

Vorwort zu „Leben und Sprüche der Sufi-Meister des Islams“. Aus dem Persischen übersetzt von Hossein Kazemzadeh Iranschähr (1884 – 1962), Berlin 1934

Die Perle des wahren Selbst finden

Foto: © wak

 

Was wirklich von Bedeutung ist, für jede Methode des Sufitums, ist die fortwährende Erinnerung an einen der Namen Gottes. Das bringt Stille ins menschliche Herz; dies ist der erste Schritt. Der zweite ist die Öffnung einer Pforte im Innern des Herzmuskels; hier, nicht im Gehirn, liegen die verborgenen Fähigkeiten der Seele, und genau auf dieses Zentrum richtet ein Sufi seine Aufmerksamkeit. Und auf der Leiter des Herzschlags reist er über den Ozean des Daseins, um die Perle des wahren Selbst zu finden.

Seyed Mostafa Azmayesh (* 1952)

 

Unser menschliches Dasein ist ein Gasthaus

Darstellung von Rumi

 

Unser menschliches Dasein ist ein Gasthaus.
Allmorgendlich eine Neuankunft.

Eine Freude, ein Moment der Traurigkeit,
eine Gewohnheit, ein Geistesblitz
stehen unerwartet vor der Tür.

Heiße sie willkommen und bitte sie alle herein!
Und sei es eine Bande von Sorgen,
die rücksichtslos durchs Haus dir fegen
und es all seines Mobiliars berauben.

Selbst solchen Gästen erweise die Ehre.
Womöglich schaffen sie in dir nur Raum
für neue Freude.

Dem düsteren Gedanken, der Scham, der Hinterlist,
öffne ihnen die Tür und lass sie lachend ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn ein jeder ist dir von oben gesandt,
um dir den Weg zu weisen.

Dschelaluddin Rumi / Mevlana (1207-1273) zugeschrieben