Das Heil finden

Photo by Louis on Pexels.com

Es fragte einer den Altvater Antonios, was er tun müsse, um Gott zu gefallen. Der Greis gab ihm folgende Antwort: „Befolge, was ich dir auftrage! Wohin immer du gehst, habe überall Gott vor Augen. Was du auch tust, oder was du auch redest: für alles suche ein Zeugnis in den Heiligen Schriften. Wenn du dich an einem Orte niederläßt, dann entferne dich nicht leicht. Diese drei Dinge beobachte und du wirst das Heil finden.”

(Abbas Antonios, 3) in: Apophthegmata Patrum – Weisung der Väter. Übersetzung Bonifaz Miller. Trier 1986

Die Gedanken nicht hindern aber…

Foto: (c) wak

Ein Bruder kam zum Altvater Poimen und sagte: „Vater, ich habe vielerlei Gedanken und komme durch sie in Gefahr.“ Der Altvater führte ihn ins Freie und sagte zu ihm: „Breite dein Obergewand aus und halte die Winde auf!“ Er antwortete: „Das kann ich nicht!“ Da sagte der Greis zu ihm: „Wenn du das nicht kannst, dann kannst du auch deine Gedanken nicht hindern, zu dir zu kommen. Aber es ist deine Aufgabe, ihnen zu widerstehen.

Bonifaz Miller: Weisung der Väter. Apophtegmata Patrum, Freiburg 4. Auflage 1998, Ausspruch 602

Geduld üben

Einige Brüder kamen zu einem Altvater, der in der Wüste wohnte, und trafen Kinder an, die das Vieh hüteten und ab und zu sehr häßliche Worte zueinander sagten. Nachdem sie den Greis über ihre eigenen Gedanken befragt und von ihm Antwort erhalten hatten, fragten sie ihn: Wie kannst du das dulden, Vater, daß diese Kinder solche Reden führen, warum verbietest du das nicht? Der Altvater sagte: Wirklich, meine Brüder, auch mir ist schon oft der Gedanke gekommen, ihnen etwas zu sagen. Doch habe ich mich dann jedesmal zurechtgewiesen und gedacht: Wenn ich diese Kleinigkeit nicht ertragen kann, wie will ich dann zu gegebener Zeit eine größere Versuchung ertragen? Ich sagte daher nichts zu ihnen, um mich in Geduld zu üben.

Aus dem „Apophthegmata Patrum“ – Weisung der Väter, einer Sammlung früher Christen