Rainer Maria Rilke: Herbst

 

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Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke, 11.9.1902, Paris

Befreier der Menschheit

Diejenigen, die an der Quelle bleiben, sind weise; diejenigen, die wieder zur Welt zurückkehren, um das kostbare Elixier mit anderen zu teilen, sind die schöpferischen Geistesmenschen; aber diejenigen, welche selbst zu Gefäßen werden und sich der Welt opfern, sind die Mitleidsvollen, die Befreier der Menschheit, die Erleuchteten.

Lama Anagarika Govinda – Schöpferische Meditation und Multidimensionales Bewusstsein, 178 f., Aurum-Verlag, Breisgau, 1977

 

Jetzt aktuell nachzulesen in: Magische Blätter. Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung.CI. Jahrgang, Juni 2020, Heft 5, S. 162-163

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/

Es kribbelt und wibbelt weiter…

Foto: © wak

 

Die Flut steigt bis an den Arrarat,
Und es hilft keine Rettungsleiter,
Da bringt die Taube Zweig und Blatt –
Und es kribbelt und wibbelt weiter.

Es sicheln und mähen von Ost nach West
Die apokalyptischen Reiter,
Aber ob Hunger, ob Krieg, ob Pest,
Es kribbelt und wibbelt weiter.

Ein Gott wird gekreuzigt auf Golgatha,
Es brennen Millionen Scheiter,
Märtyrer hier und Hexen da,
Doch es kribbelt und wibbelt weiter.

So banne dein Ich in dich zurück
Und ergib dich und sei heiter,
Was liegt an dir und deinem Glück?
Es kribbelt und wibbelt weiter.

Theodor Fontane (1819 – 1898)

Alle Lehren haben auch etwas Gutes…

Foto: © wak

Kümmert euch nicht um Lehren, Dogmen, Sekten, Kirchen oder Tempel; sie zählen wenig, wenn wir sie mit der Essenz der Existenz in jedem Menschen – der Spiritualität – vergleichen; und je mehr diese im Menschen entwickelt ist, desto stärker wird er. Eignet euch dies an und kritisiert niemanden, denn alle Lehren und Glaubensüberzeugungen haben auch etwas Gutes…

Ramakrishna Paramahamsa (1836 – 1886)

Wir gehören alle Gott an

Hazrat Inayat Khan – Foto wikimedia / gemeinfrei

Jegliche Disharmonie in der Welt, die durch religiöse Unterschiede hervorgerufen wird, ist ein Resultat des menschlichen Unvermögens, zu verstehen, dass in Wirklichkeit alle Religionen eins, die Wahrheit eins, Gott eins sind. Jenseits der engen Grenzen von Rasse und Religionszugehörigkeit können wir alle in Eintracht leben, denn wir gehören alle Gott an.“

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927), der den Sufismus als „Religion des Herzens“ bezeichnet hat.

Das Zitat fand ich in dem Beitrag „Spiritualität und Isalam: Sufismus für alle“ von Tanja Mancinelli, der in dem Tagungsband „Spiritualität der Zukunft“ erschienen ist. Dazu später mehr.

Essenz der Existenz

Bildquelle: wikimedia / gemeinfrei

Kümmert euch nicht um Lehren, Dogmen, Sekten, Kirchen oder Tempel; sie zählen wenig, wenn wir sie mit der Essenz der Existenz in jedem Menschen – der Spiritualität – vergleichen; und je mehr diese im Menschen entwickelt ist, desto stärker wird er. Eignet euch dies an und kritisiert niemanden, denn alle Lehren und Glaubensüberzeugungen haben auch etwas Gutes…

Ramakrishna Paramahamsa (1836 – 1886)