Wie ein breiter Berg gegen einen kleinen Wind

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Nun sollst du erfahren, dass richtige Abgeschiedenheit nichts anderes ist, als dass der Geist gegen alle Umstände, sei es Freude oder Leid, Ehre, Schaden oder Schmach, so unbeweglich bleibt wie ein breiter Berg gegen einen kleinen Wind. Diese unbewegliche Abgeschiedenheit bringt den Menschen in die größte Gleichheit mit Gott. Denn dass Gott Gott ist, das hat er von seiner unbeweglichen Abgeschiedenheit, und davon hat er seine Reinheit und seine Einfachheit und seine Unwandelbarkeit. Will daher der Mensch Gott gleich werden, soweit eine Kreatur Gleichheit mit Gott haben kann, so muss er abgeschieden sein. Und du sollst wissen: Leer sein aller Kreaturen ist Gottes voll sein, und voll sein aller Kreatur ist Gottes leer sein.

Aus „Von der Abgeschiedenheit“. In: Meister Eckharts mystische Schriften. Aus dem Mittelhochdeutschen in unsere Sprache übertragen von Gustav Landauer, Berlin 2. Auflage 1920. Bearbeitet von Martin Buber

Voneinander nicht verschieden

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All diese sich hin und her
bewegenden Wesen voller Leben,
alle Buddhas und Bodhisattvas
bestehen aus dieser gleichen Substanz
und sind voneinander nicht verschieden.

Huang Po († um 850)

Wo wohnt Gott?

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„Wo wohnt Gott?“ Mit dieser Frage überraschte der Rabbi einige gelehrte Männer, die bei ihm zu Gast waren. Sie lachten über ihn: „Was redet ihr! Ist doch die Welt seiner Herrlichkeit voll!“ Er aber beantwortete die eigene Frage: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt.“

Martin Buber (1878 – 1965) in: Das verborgene Licht, S.19

Die Welt ist Gottes so voll…

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Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen. Wir aber sind oft blind. Wir bleiben in den schönen und in den bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen. Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend. In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort. Dann wird das Leben frei in der Freiheit, die wir oft gesucht haben.

Alfred Delp (1907 – 1945)

Große Vollkommenheit

Pyar Rauch in einem Beitrag im „Wegweiser-Magazin“ unter der Überschrift „Umwelt-Bewusstsein“. Mehr hier: https://wegweiser-magazin.de/wp-content/uploads/2019/07/WW-04-2019.pdf

Zu sprechen beginnen

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Große Kunstwerke warten,
sie sind voller Stille,
aber man muss viel Zeit mitbringen,
bis sie zu sprechen beginnen.

Simone Weil (1909 – 1943)

 

Mehr zu Simone Weil und Doing Nothing hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/08/07/simone-weil-mystikerin-philosophin-rebellin-doing-nothing-am-8-september-2019-herzliche-einladung/

Die Schönheit des blauen Himmels genießen

 

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Das Leben ist voller Leiden, aber auch voller Wunder: der blaue Himmel, der Sonnenschein, die Augen eines Babys. Leiden ist nicht alles. Wir müssen ebenso mit den Wundern des Lebens in Berührung sein. Sie sind in uns und um uns, überall, jederzeit. Wenn wir nicht glücklich, nicht friedvoll sind, können wir Frieden und Glück nicht mit anderen teilen, selbst mit denen nicht, die wir lieben, mit denen wirunter einem Dach leben. Wenn wir friedvoll, glücklich sind, können wir lächeln und blühen wie eine Blume, und jeder Mensch in unserer Familie, in unserer gesamten Gesellschaft, wird von unserem Frieden profitieren. Müssen wir uns besonders anstrengen um die Schönheit des blauen Himmels zu genießen? Müssen wir üben, um uns daran zu erfreuen? Nein, wir freuen uns einfach. Jede Sekunde, jede Minute unseres Lebens kann so sein.

Thich Nhat Hanh (*1926)

In allem will Gott Begegnung feiern

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Das eine ist mir so klar und spürbar wie selten:
Die Welt ist Gottes so voll.
Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen.
Wir aber sind oft blind.
Wir bleiben in den schönen und bösen Stunden hängen
und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt,
an dem sie aus Gott herausströmen.
Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend.
In allem will Gott Begegnung feiern
und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort.
Die Kunst und der Auftrag ist nur dieser, aus diesen Einsichten und Gnaden
dauerndes Bewusstsein und dauernde Haltung zu machen
und werden zu lassen.
Dann wird das Leben frei in der Freiheit, die wir immer gesucht haben.

Alfred Delp (1907 – 1945) hat diese Zeilen am 17. November 1944 mit gefesselten Händen in seiner Zelle im Gefängnis Berlin-Tegel geschrieben. Gefunden habe ich den Text hier: http://www.sankt-peter-koeln.de/wp/veranstaltungen/elemente-ignatianischer-spiritualitat/

Doing Nothing – Retreat vom 20. – 23. Juni – Herzliche Einladung

Im Doing Nothing Retreat ist dösen, schlafen oder einfach faul sein auch Teil der spirituellen Praxis. Denn es geht nicht darum WIE Du bist oder WAS Du bist, sondern darum, DASS Du bist.

Ein privates drei-tägiges Retreat – reines Nichts Tun – so wie wir es hier anbieten, ist eine extrem kostbare Gelegenheit hinaus zu gehen über das, was uns schon lange in ewig gleichen Mustern gefangen hält. Es ist eine unschätzbar wertvolle Gelegenheit einzutreten, in die Erfahrung von Offenheit und Verbundenheit, die unser Herz tief berührt, nährt, unsere Sinne reinigt, und uns danach entspannt, gesegnet und voller Freude wieder ins Leben gehen lässt.

http://doingnothing.de/klausuren/

Anmeldung eMail: weissefeder@netcologne.de

Kosten: 290,- bis 320.- je nach Einkommen

Leitung: Rani Kaluza (0221-2406997)
Co-Leitung: Werner A. Krebber

Infos auch hier:

https://www.facebook.com/events/2291940544410833/

 

Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer

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Und es erschienen ihnen Zungen,
zerteilt, wie von Feuer;
und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen;
und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes
und fingen an, zu predigen mit anderen Zungen,
nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen.

Aus der Apostelgeschichte im Neuen Testament