Große Vollkommenheit

Pyar Rauch in einem Beitrag im „Wegweiser-Magazin“ unter der Überschrift „Umwelt-Bewusstsein“. Mehr hier: https://wegweiser-magazin.de/wp-content/uploads/2019/07/WW-04-2019.pdf

Innere Dimension / Sufi-Mystik und Doing Nothing / 27. Oktober 2019 in Köln – Herzliche Einladung

Man fragte ihn, an welchen Zeichen man die Heiligen Gottes unter den Menschen erkenne? Er sagte: an der Anmut der Zunge, an schönen Eigenschaften, an frischem Gesichte, an der Liberalität der Seele, und an der Bereitwilligkeit Entschuldigungen anzunehmen.

Ebu Abdallah es-Salimi (um 870)

 

„Der Sufismus ist die innere Dimension des Islam; aber er hat, wie jede mystische Strömung einer Weltreligion,  ungezählte Facetten,“ betont Annemarie Schimmel, die sich zeitlebens mit den vielschichtigen Aspekten des Islam beschäftigt hat.

„Wenn man ihn beschreiben will, steht man bald vor einem blühenden Garten mit duftenden Rosen und klagenden Nachtigallen, die zu Symbolen für die göttliche Schönheit und die Sehnsucht der Seele werden, bald vor einer Wüste theoretischer, dem Uneingeweihten kaum verständlicher Abhandlungen in überaus kompliziertem Arabisch; dann wieder leuchten die eisigen Gipfel der höchsten theosophischen Weisheit in der Ferne auf…“

Sufis geht es nicht um abstraktes, theoretisches Wissen. Sie wollen den inneren Sinn der Worte erfassen.  Dieser tiefere Sinn, quasi zwischen den Zeilen des geschriebenen Wortes, öffnet ihnen den Pfad für die eigene existentielle Erfahrung.

Was also ist Sufismus? Ist er ein Weg zur höchsten Erkenntnis, ein Pfad der Liebe, ein Weg des Herzens?

Diesen und anderen Fragen um die mystische Dimension des Islam wollen wir am 27. Oktober nachgehen und sehen,  was uns seine Mystikerinnen und Mystiker für unseren eigenen spirituellen Weg sagen können.

Wer nur Interesse hat zum Doing Nothing zu kommen, ist herzlich eingeladen erst um 12:30 dazu zu kommen.

Organisatorisches:
Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung bei
Werner A. Krebber: Fon / AB 0209 / 20 56 95  am besten aber über Email: werner.krebber@web.de

Adresse der Veranstaltung: Rolandswerther Str 14  – 50937 Köln
(bei Kaluza/Westmeier klingeln)

Zum Mystikkreis Köln:
Wir treffen uns etwa ein Mal im Monat im Kölner Stadtteil Sülz, meist am ersten Sonntag des Monats. An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt.
Kostenbeitrag für den ganzen Tag: 15,– Euro (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch).
Kostenbeitrag nur für den Nachmittag: 10,– Euro.

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen

Rani www.doingnothing.de

und Werner https://mystikaktuell.wordpress.com/

 

Informationen auch hier: https://www.facebook.com/events/430138524301102/

In eigener Sache: Blog aktualisiert

Screenshot der Startseite

Hallo, habe meinen Blog aktualisiert, mit frischer Optik versehen und Links hinzugefügt oder auch entfernt. Hier also der aktuelle Stand auf https://wernerkrebber.wordpress.com/

Freu mich, wenn Sie mal hereinschauen…

Liebe Grüße! Werner A. Krebber

Leben vom Standpunkt des Erwachens

Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein, bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden. Voll und ganz zu leben bedeutet, sich ständig im Niemandsland zu befinden, jeden Augenblick völlig neu und frisch zu erleben. Wahres Leben ist die Bereitschaft, immer wieder aufs neue zu sterben. Das ist Leben vom Standpunkt des Erwachens. Tod hingegen ist der Wunsch, an dem, was man hat, festzuhalten und sich von jeder Erfahrung bestätigen und auf die Schulter klopfen zu lassen, weil man alles so schön im Griff hat.

Pema Chödrön (*1936)

Den Reichtum Gottes schauen

Wenn einer es verstünde und vermöchte, die Zeit und alles, was in der Zeit in sechstausend Jahren jemals geschah und was noch geschehen wird bis ans Ende, zusammenzuziehen in ein gegenwärtiges Nun, das wäre die „Fülle der Zeit“. Das ist das Nun der Ewigkeit, wo die Seele in Gott alle Dinge neu und frisch und gegenwärtig erkennt, und mit der Lust, die ich jetzt gegenwärtig habe.

Ich las in einem klugen Buch, dass Gott die Welt nun gerade macht, so wie am ersten Tage, als er sie schuf. Hier ist Gott reich, und das ist Gottes Reich. Der Seele, in der Gott geboren werden soll, muss die Zeit entfallen, und sie muss aus der Zeit hinaustreten und wird sich hinauftragen und wird stehen bleiben und diesen Reichtum Gottes anschauen:

Da ist Weite ohne Weite und Breite ohne Breite; da erkennt die Seele alle Dinge und erkennt sie dort vollkommen.

Meister Eckhart (1280 – 1328)

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf  grüner Aue
und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und dein Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des Herrn immerdar.

Martin Luther (1483 – 1546) / Text in der Fassung von 1912