Bô Yin Râ: Meister der Farbe, Meister der Sprache

… B ô Y i n R â ist als Maler nicht nur ein Meister der Farbe, er ist auch einer der größten Meister der Sprache. Hier spricht ein großer Dichter und Sprachkünstler zu uns, und wir können wieder einmal mit Erschauern fühlen, wie machtvoll unsere deutsche Sprache wirken kann, wenn ein Meister dieses Instrument der Seele spiele! Doch wenn ich B ô Y i n R â einen Dichter nenne, so meine ich damit die große Kunst seiner formalen Gestaltungskraft, nicht etwa den   I n h a l t   seiner Lehre, denn hier ist alles Wirklichkeit, nichts Erdachtes oder Erdichtetes. Wer die Wirklichkeit und Wahrheit dieser Lehre innerlichst erlebt und erschaut hat, der „ist befreit von allem Streit.“…

B ô Y i n R â von Felix Weingartner. Von Dr. Eduard Bäumer in: Magische Blätter, IV. Jahrgang 1923, S. 151 – 154, Verlag Magische Blätter Leipzig

Aktuell ist der vollständige Beitrag von Eduard Bäumer hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Juni 2022, Heft 6 / Thema: DIE DEUTSCH-JÜDISCHE SYMBIOSE – EINHEIT IM SCHÖPFERISCHEN

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Der Meister von Nazareth

Bô Yin Râ, Studie zu Jesusbild

… Es ist nur hirnverbrannter Wahn, der da vermeint, daß die Gestalt des Zimmermanns aus Nazareth der frommen Mythe angehöre; doch der, den nun die Nachwelt nur in einer Zeichnung kennt, die erst Jahrhunderte nach seinem Erdendasein seine Züge formen wollte, sah freilich anders aus als jener fakirhafte Wundertäter, den man aus ihm gebildet hat in einer Zeit, da längst der Aberglaube östlicher und westlicher Gehirne um sein Bildnis rang . . .

Wer wirklich hier der Wahrheit Spur erkunden will, der muß die Zutat wundersüchtig erdgebundener Geschlechter aus jenem Bilde tilgen lernen, das ihm von früher Jugend an als unantastbar galt.

Alsdann erst wird ihm des hohen Meisters Auge entgegenleuchten und er wird eines Menschen Antlitz schauen, der – Gottgeeint, im tiefsten Sinne solchen Wortes – dennoch als Mensch dem Menschen dieser Erde «frohe Botschaft» brachte von jenem Reiche wesenhaften Geistes, das er «das Reich der Himmel» nannte. – – –

Bô Yin Râ: Das Hohe Ziel in: Das Buch von Jesus Christus (7) / Bô Yin Râs gesammelte Buchtexte aus seinem Lehrwerk zu Jesus ergänzt mit Hinweisen auf Texte der vier neutesta-mentlichen Evangelien, zusammengefügt unter Verantwortung des Posthumus Projecten B.V., Amsterdam

Mehr Gedanken von Bô Yin Râ zu Jesus können hier nachgelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Mai 2022, Heft 5 / Thema: VON JACOB BÖHME ÜBER DIE ROMANTIK ZUM BÖHME-BUND

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In Christus und in dir

Foto: (c) wak

Die Meister sagen, dass die menschliche Natur mit der Zeit nichts zu tun habe und dass sie ganz und gar unberührbar sei und dem Menschen viel inniger und näher sei als er sich selbst. Und darum nahm Gott menschliche Natur an und eignete sie seiner Person. Da ward menschliche Natur zu Gott, weil er bloß menschliche Natur und keinen Menschen annahm. Willst du also selber Christus sein und Gott sein, so geh von alledemm ab, was das ewige Wort sich nicht angenommen hat. Das ewige Wort nahm keinen Menschen an sich: Darum geh ab von dem, was Mensch an dir ist und was du bist, und benimm dich bloß nach menschlicher Natur, so bist du dasselbe an dem ewigen Worte, was menschliche Natur an ihm ist. Denn deine menschliche Natur und seine hat keinen Unterschied: sie ist eins; denn was sie in Christus ist, das ist sie in dir.

Meister Eckharts Mystische Schriften. In unsere Sprache übertragen von Gustav Landauer. Berlin 21920, S. 131

Lange schon gebetet

Konfuzius: Gespräche

Der Meister war schwer krank. Dsi Lu bat, für ihn beten lassen zu dürfen. Der Meister sprach: „Gibt es so etwas?“ Dsi Lu erwiderte und sprach: „.Ja, es gibt das. In den Lobgesängen heißt es: ‚Wir beten zu euch, ihr Götter oben und ihr Erdgeister unten.’“ Der Meister sprach: „Ich habe lange schon gebetet“

Kung Futse (Konfuzius): Gespräche (Lun Yü).Jena,21914,Buch VII, 34. Über das Gebet. In: S. 74

Meister Eckhart in Köln

Fotographik: (c) wak

Wie wirkte der Dominikaner Meister Eckhart in Köln? Warum strömten vor allem Frauen in seine Predigten? Was ist an der in Köln 1325-26 vollendeten Lehre von der Gottesgeburt im Menschen so faszinierend? Obwohl er schon tot war, wurden 28 Sätze Eckharts vom Papst als häretisch oder übel klingend verurteilt. Wirkte sich das aus auf den weiteren Verlauf der Kirchengeschichte? Meister Eckhart wurde im 20. Jahrhundert mit Begeisterung wiederentdeckt; auch die Nationalsozialisten versuchten, ihn zu vereinnahmen.

Warum wird Meister Eckhart als „der Dialogpartner“ für das Gespräch mit anderen Religionen bezeichnet? Kann die Spiritualität Eckharts Wege aus der Kirchenkrise aufzeigen?

1. Meister Eckhart – ein in Köln unbekannter Meister

2. Die Entwicklung der Gottesgeburtslehre Meister Eckharts in den Kölner Predigten 1325 bis 1326

3. Die Wiederentdeckung und heutige Bedeutung Meister Eckharts

Informationen und Anmeldung hier:

https://www.karl-rahner-akademie.de/kurssuche/kurs/Das+Goettliche+in+sich+erfahren/22040?fbclid=IwAR3QvnyksLMkUFBGup751GPwmgOOTRXu5-FXrtRfUiAo3vNZrVl5NAENHP0

Erkenntnis ist ein Licht der Seele

Gedenktür für Meister Eckhart (1260 – 1328) in Erfurt

Noch gibt es eine andere Erklärungsweise und Belehrung für das, was unser Herr einen „edlen Menschen“ nennt. Man muß nämlich auch wissen, daß diejenigen, die Gott unverhüllt erkennen, mit ihm zugleich die Kreaturen erkennen; denn die Erkenntnis ist ein Licht der Seele, und alle Menschen begehren von Natur nach Erkenntnis, denn selbst böser Dinge Erkenntnis ist gut. Nun sagen die Meister: Wenn man die Kreatur in ihrem eigenen Wesen erkennt, so heißt das eine „Abenderkenntnis“, und da sieht man die Kreaturen in Bildern mannigfaltiger Unterschiedenheit; wenn man aber die Kreaturen in Gott erkennt, so heißt und ist das eine „Morgenerkenntnis“, und auf diese Weise schaut man die Kreaturen ohne alle Unterschiede und aller Bilder entbildet und aller Gleichheit entkleidet in dem Einen, das Gott selbst ist. Auch dies ist der „edle Mensch“, von dem unser Herr sagt: „Ein edler Mensch zog aus“, darum edel, weil er Eins ist und Gott und Kreatur im Einen erkennt.

Aus  Meister Eckharts Traktat „Vom Edlen Menschen“. In: Meister Eckhart. Deutsche Predigten und Traktate. Herausgegeben und übersetzt von Josef Quint. München 1963, 71995, S. 146

Meister Eckhart: Mystiker auf Messers Schneide

Gedenktafel am Erfurter Predigerkloster für Meister Eckhart (1260 – 1328) / Foto: (c) wak

Es ist das unvermeidbare Schicksal der Mystik und ihrer Heiligen, zwischen Aufschwung und Absturz, zwischen religiöser Klassizität und kirchlicher Verdammung wie auf Messers Schneide hingehen zu müssen. Das tragische Schicksal des Meisters selbst liegt in diesem Sachverhalt beschlossen. Der in Gott ruhende Meister Eckehart ist aber auch im geistesgeschichtlichen Sinn kein Gewesener. Er ist vielmehr mit der ganzen Wucht seiner Gotteskindschafts-Verkündigung ein kaum erst geahnter Künftiger, ein geistig erst Kommender.

Dieser allgegenwärtig in Gott ruhende Meister Eckehart hat bei Lebzeiten seine Gegner in heiliger Einfalt nicht „erkannt“. Er spricht auch heute noch zu ihnen mit jedem seiner kämpferischen Worte:

„Die ihr euch an mir wie auch immer ärgert, ihr kennt euch selbst nicht, ihr kennt mich nicht. Denn: ihr kommt im Umkreis wahren Gotterlebens gar nicht vor.“

Friedrich Alfred Schmid Noerr in seiner Einleitung zu Meister Eckehart: Vom Wunder der Seele. Eine Auswahl aus den Traktaten und Predigten. Stuttgart 1963, S. 10-11

Gott ist in allen Kreaturen gleich nahe

Foto: (c) wak

Gott ist in allen Kreaturen gleich „nahe“. Der weise Mann sagt: Gott hat seine Netze und Stricke über alle Kreaturen aus gespreitet, so daß man ihn in einer jeglichen finden und erkennen kann, wenn man‘s nur wahrnehmen will. Ein Meister sagt: Der erkennt Gott recht, der ihn in allen Dingen gleicherweise erkennt. …

Ein Mensch gehe übers Feld und spreche sein Gebet und erkenne Gott, oder er sei in der Kirche und erkenne Gott: erkennt er darum Gott mehr, weil er an einer ruhigen Stätte weilt, so kommt das von seiner Unzulänglichkeit her, nicht aber von Gottes wegen; denn Gott ist gleicherweise in allen Dingen und an allen Stätten und ist bereit, sich in gleicher Weise zu geben, soweit es an ihm liegt; und der (nur) erkennte Gott recht, der ihn als gleich erkennte.

Meister Eckhart (1260 – 1328) Predigt 36 zu Lukas 21, 31: Scitote, quia prope est regnum dei

Donovan und der Zen-Text

Zen-Text und Donovan-Cover / Collage: (c) wak

Ein Meister sagte: Bevor einer Zen studiert,
sind ihm Berge Berge und Gewässer Gewässer.
Wenn er aber eine Einsicht in die Wahrheit des Zen bekommt
durch die von einem guten Meister erteilte Belehrung,
dann sind ihm Berge nicht mehr Berge
und Gewässer keine Gewässer.
Aber nachmals, wenn er wirklich zum Orte der Ruhe gelangt ist,
so sind ihm Berge wieder Berge und Gewässer sind Gewässer.

Qingyuan weixin / Seigen Ishin (9. Jahrhundert) ~ Aus der dreißigbändigen Sammlung Ching-te ch’uan-teng-lu / Aufzeichnungen von der Übertragung der Lampe (1004 u.Z.)

Eine Quelle des Zen-Textes:
Daisetz Teitaro Suzuki: Essays in Zen Buddhism, First Series, London 1927, S. 12; hier nach Suzuki: Die Große Befreiung, 3. Aufl., Konstanz 1947, S. 14. (Die längere Version wird von C.G. Jung im Geleitwort der deutschsprachigen Ausgabe „Die große Befreiung. Einführung in den Zen-Buddhismus“ zitiert )

Eine andere Quelle:
Alan W. Watts, The Way of Zen (New York: Pantheon Books, 1951), p. 126 (kürzere Version)

Donovan (Donovan Phillips Leitch ~ *1946) – There is a Mountain
https://www.youtube.com/watch?v=XcMM5-zBCEc

Der Text von Donovans Song ist hier zu lesen: https://www.google.com/search?client=firefox-b-e&q=donovan+there+is+a+mountain+lyrics
Mehr zur Geschichte des Songs und seinen Quellen hier: https://en.wikipedia.org/wiki/There_Is_a_Mountain