Gottheit, Kosmos und wir selbst

Porträt Jakob Boehme aus dem Buch von Nicolescu

Bei meiner Lektüre stieß ich vor etwas mehr als fünfzehn Jahren zufällig auf die Schriften Böhmes, und es war eine Offenbarung. Böhme steht in der Tat in dem Ruf, sehr obskur zu schreiben, und seine Sprache kann einen modernen Leser verwirren und sogar irritieren. Aber wenn man den Rahmen der symbolischen Interpretation – den einzig angemessenen – benutzt, werden Böhmes Schriften kristallklar und lassen sich so leicht lesen wie ein Kriminalroman – ein Roman über alles, was existiert oder denkbar ist: die Gottheit, den Kosmos, uns selbst.

Warum schreiben wir heute über Jacob Böhme? Vorwort von Basarab Nicolescu zu seinem Buch Wissenschaft, Sinn und Evolution – die Kosmologie Jacob Böhmes

Der ganze Beitrag von Nicolesu kann hier gelesen werden:

XII. MAGISCHE BLÄTTER BUCH | WINTER
CIII. Jahrgang Winter 2022 / 2023 | Spuren (November | Heft 34)

EINZELBUCH, 364 Seiten, 20,00 € (zuzüglich Versandkosten)
ISBN-Nr. 978-3-948-5941-5 2

Herausgeber: Verlag Magische Blätter – Ronnenberg | Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

Bestellungen hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subject: BESTELLEN MAGISCHE BLÄTTER BUCH XII

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Luise Rinser: Zeiten-Ende

Zeiten-Ende. „Heinrich von Ofterdingen“ (Novalis). Zum wievielten Mal lese ich das Buch jetzt, und jedesmal fin­de ich Neues, das mich angeht, mich und meine Zeit.

Eben finde ich in einem sonderbaren Buch, das mir ein unbekannter Leser einmal zugeschickt hat, eine Stelle, die dazu paßt:

„Nicht vor dem Untergang des Abendlandes ist die Menschheit angelangt, wie manche wähnen, sondern sein späterer höchster Aufstieg erfordert die Opfer, die der wah­re Mensch des Abendlandes heute zu beklagen hat . . . Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen vonnöten.“

Wer das schreibt, der nennt sich Bô Yin Râ, aber er ist ein Deutscher, Joseph Anton Schneiderfranken. Das Buch ist 1922 in Basel erschienen.

Zeiten-Ende. Tagebuchzitat von Luise Rinser (1911 – 2002). Das vollständige Zitat ist zu lesen in der aktuellen-Sommer-Ausgabe der „Magischen Blätter“.

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Mai 2022, Heft 5 / Thema: VON JACOB BÖHME ÜBER DIE ROMANTIK ZUM BÖHME-BUND

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Tao Te King: Von allen tiefen Quellen das reinste Wasser

… Ich wollte ein Buch des Weges,
das für einen heutigen, unklugen,
unmächtigen und vielleicht
nicht männlichen Leser zugänglich ist,
der nicht auf der Suche
nach esoterischen Geheimnissen ist,
sondern auf eine Stimme hört,
die zur Seele spricht.
Ich möchte, dass dieser Leser erkennt,
warum die Menschen das Buch
seit fünfundzwanzig Jahrhunderten lieben.

… Es ist der liebenswerteste
aller großen religiösen Texte,
witzig, scharfsinnig,
gütig, bescheiden,
unzerstörbar empörend
und unerschöpflich erfrischend.

Von allen tiefen Quellen
ist dies das reinste Wasser.
Für mich ist es auch die tiefste Quelle.

Ursula K. Le Guin (1929 – 2018) in ihrer Einleitung über das „Tao Te King“, das ihr zuerst in der Ausgabe von Paul Carus von 1898 vorlag

Lao Tzu: Tao Te Ching. A Book about the Way and the Power of the Way. A New English Version bei Ursula K. Le Guin with the Collaboration of J.P. Seaton, Professor of Chinese, Shambala Boston & London, 2011

Ewige Natur

Dieser deutsche Schriftsteller (Namens Jakob Böhme), der vor beinahe zwei hundert Jahren gestorben, und in seiner Zeit als der erste Theosoph angesehen ward, hat in seinen zahlreichen Schriften, die beinahe 30 verschiedene Abhandlungen enthalten, die außerordentlichsten und staunenswerthesten Mittheilungen niedergelegt: …

… Der Leser wird darin finden, daß die ganze gegenwärtige, physische und elementare Natur nur ein Überbleibsel und eine Verwandlung einer frühern Natur ist, welche vom Verfasser die ewige Natur genannt wird.

Louis Claude de Saint-Martin (1743 – 1803) in seinem Beitrag “Der Dienst des Geist-Menschen“

Hier kann der Beitrag vollständig gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH IX
CIII. Jahrgang Frühling 2022

Februar 2022: Sakralkunst (2)

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Jakob Böhme lesen und (besser) verstehen…

Illustration der »Philosophischen Kugel« aus Jakob Böhmes Werk
Vierzig Fragen von der Seele

 

Der zugänglichste Einstiegspunkt dürfte für die meisten Leserinnen und Leser wahrscheinlich Böhmes Buch Christosophia – Der Weg zu Christo bieten, von dessen neun [bzw. acht, nämlich in der nachfolgend zitierten Ausgabe von 1731] »Büchlein« oder Abhandlungen über das geistige Leben insbesondere die dritte (»Von der wahren Gelassenheit«), die fünfte (»Vom übersinnlichen Leben«) und die siebte (»Gespräche einer erleucht- und unerleuchteten Seele«) das Grundmaterial für diesen Artikel liefern. Von hier aus betritt man tieferes Wasser. Ich empfehle, mit dem Buch Clavis weiterzumachen, Böhmes kurz gehaltener abschließender Zusammenfassung seiner wichtigsten Offenbarungen, gefolgt von der Beschreibung der Drei Prinzipien Göttlichen Wesens, den Vierzig Fragen von der Seelen sowie den Send-Briefen. Böhmes bekannteste Bücher Aurora und Von dem Dreyfachen Leben des Menschen sowie Mysterium Magnum gehören zu seinen schwierigsten Werken und geben ihre Einsichten bereitwilliger preis, wenn die genannte Reihenfolge eingehalten wird.

Anmerkung zu dem Text von Cynthia Bourgeault (*1947): Eine Einführung in die Kosmologie des Jakob Böhme

Der komplette Text ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH V
CII. JAHRGANG FRÜHJAHR 2021

HEFT 2 | Februar 2021
TITELTHEMA: Jacob Böhme (2)

gebunden. ISBN 978-3-948594-06-0 – 20,00 €

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Schreiben um zu berühren – Hannah Buchholz legt ein „Blog Pausen Buch“ vor / Fünf Tage im August

 

Was macht eine Lyrikerin, wenn sie ihren Blog im Internet pausieren lässt? Sie hält ihre Gedichte in einem Buch fest. So jedenfalls aktuell die Münchener Lyrikerin Hannah Buchholz, die Gedichte aus fünf Tagen im August in fünf Kapiteln eingefangen hat. Dabei bleibt Hannah Buchholz jedoch nicht stehen, denn sie hat die Gedichte nicht nur für sich festgehalten, sondern gibt sie jetzt auch weiter: Lyrisch umgesetzt und offline für die Lektüre in einem Buch aufbereitet. So liegen die Gedichte dieser Tage nun in ihrem „Blog Pausen Buch“ vor.

„Schreiben wir nicht immer, um zu berühren?“ fragt Hannah Buchholz in ihrem „Blog Pausen Buch“. Und sie schreibt nicht nur so, wie Leserinnen und Leser es bereits aus ihrem Blog kennen – hier wie dort im Rhythmus des Haikus mit seinen Moren. Sie entgeht mit dieser spannenden Form des Pausenbuches geschickt der Gefahr des allzu flüchtigen und versehentlich voreiligen Wegklickens, weil den vom Wort Berührten, auch hier berührt, was sie schreibt: „Klare Worte“, formuliert sie „die tiefsten Worte, die ich – für dich – finden kann!“ – Und das fast noch intensiver und noch direkter als im Blog schon, wie mir scheint:

Berührt dich: mein Wort –
– in deiner tiefsten Tiefe?
Nur dann ist es: gut!

Die lyrischen Texte von Hannah Buchholz treffen Leserinnen und Leser ganz direkt und existenziell. „Wissen wir, wer wir sind?“ fragt sie. Von Zweifel und verzweifeln schreibt sie. Und sie nimmt den Leser mit in die Strukturen ihres eigenen Zweifels: „Die Worte fallen nicht – die Worte stürzen“. Wer aber, so fragt sie auch, hat dann die Deutungshoheit? Es ist also kein Wunder, dass es in all den Texten dieses Buches mehr Frage- als Ausrufezeichen gibt.

Abgeholt wird der Leser auch mit eigenen Themen wie Sehnsucht, Wünschen, Träumen. Der Spannung von Liebe, Schicksal und Zufall. Denn zu überwinden sind jene Grenzen, die von der Phantasie überwunden werden, überwunden werden können:

Grenzen? Lächerlich!
Grenzenlos: die Phantasie!
Grenzenlos: mein Wort!

Hannah Buchholz warnt ihre Leserinnen und Leser allerdings auch. Warnt davor, die Worte des lyrischen Ich mit dem realen, physischen Ich zu verwechseln. Warnt, nicht genug auf den Grund zu gehen, die Worte nicht ausreichend zu ergründen, um sie dann aber auch wieder frei zu geben.

Nimm: meine Worte –
und mach damit, was du willst –
wann immer du willst!

Am Ende, am fünften Tag, hat Hannah Buchholz Liebeserklärungen formuliert, die wieder zeigen, dass es eine Trennung von öffentlich und privat für sie kaum gibt. Sie schließt das „Blog Pausen Buch“ mit den Worten

Du bist der eine –
der mich einfach nur fest hält –
und zum Schweigen bringt!

Ich selbst hoffe sehr, dass das Schweigen nicht allzu lange anhält, denn die Texte laden ein, in Resonanz zu gehen, sich berühren zu lassen…

Werner A. Krebber, 13. August

 

Zuerst erschienen hier:

https://hannahbuchholz.wordpress.com/2019/08/14/schreiben-um-zu-beruehren-von-werner-a-krebber/

Auf ihrem Blog schreibt Hannah Buchholz:

„Heute ist mein neues Buch – das „Blog Pausen Buch“ – erschienen.

Ab nächster Woche ist es lieferbar.

Die ISBN-Nummer lautet: 978-3-944716-80-0.

Das Büchlein umfasst 104 Seiten und kostet 7.50 Euro.“

Mehr Informationen und Bestellmöglichkeiten hier: https://schillo-verlag.de/produkt/blog-pausen-buch

Mystik hier und jetzt – Johannes vom Kreuz „Dunkle Nacht“ | 4. November in Köln

Mehr Informationen hier:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/09/07/dunkle-nacht-der-seele-johannes-vom-kreuz-im-mystikkreis-am-4-november/

Doing nothing – sacred time / Nicht Tun – geweihte Zeit

Mystik aktuell

„Dunkle Nacht der Seele“ – Johannes vom Kreuz im Mystikkreis am 4. November

Zeichnung von Johannes vom Kreuz

Johannes vom Kreuz (1542 – 1591): „Dunkle Nacht der Seele“

Mystik hier und jetzt | Lese- und Praxiskreis | 4. November 2018:

In der „Dunklen Nacht der Seele“ befasst sich Johannes vom Kreuz (1542 – 1591) mit jenen schmerzlichen Lebensphasen, in denen der Mensch Gott scheinbar nicht mehr „erfahren“ kann oder zu finden glaubt. Für den spanischen Mystiker sind es jedoch genau diese Zeiten, in denen der Mensch lernen kann, loszulassen. Und zwar das loszulassen, was sich in seiner bisher gewohnten „Frömmigkeit“, in seinem Denken und Empfinden als zu eng und zu unzulänglich gezeigt hat.

Johannes vom Kreuz wendet sich an Leser, die bereits verstanden haben oder ahnen, dass ehrliche, existentielle Hinkehr zu Gott das Leben ist. Der Mystiker Johannes will helfen, den „alten Menschen“ hinter sich zu lassen. Er ist sicher, dass die Erfahrung der dunklen Nacht ein vertieftes und fruchtbares Dasein für die Mitmenschen bewirken kann. Und er sie damit für den Menschen den „wirklichen Weg nach vorn“ bedeutet.

Am 4. November 2018 wollen wir uns der Aktualität dieser herausfordernden Texte öffnen und versuchen, diese Gedanken für uns fruchtbar werden zu lassen, indem wir sie von den Quellen des Glaubens her reflektieren.

Anmeldungen bitte bis zum 28. Oktober, damit wir genauer planen können:
Rani Kaluza
weissefeder@netcologne.de
Fon: 0221/ 2406997

Informationen auch hier:
https://www.facebook.com/events/1094636377378896/?acontext=%7B%22action_history%22%3A%22[%7B%5C%22surface%5C%22%3A%5C%22page%5C%22%2C%5C%22mechanism%5C%22%3A%5C%22page_upcoming_events_card%5C%22%2C%5C%22extra_data%5C%22%3A[]%7D]%22%2C%22has_source%22%3Atrue%7D

Hier können Sie den Flyer von „Mystik hier und jetzt“ herunterladen:
https://de.scribd.com/document/373535678/Mystik-hier-und-jetzt-Studien-und-Praxiskreis-Einsichten-und-Erfahrungen?secret_password=Ss9hY6RXq5uhVIHkVq87

Organisatorisches:
Wir treffen uns an jedem ersten Sonntag im Monat im Kölner Stadtteil Sülz. An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch. (Ausnahmsweise fällt der Oktober-Termin aus).

Der Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt, bitte vorher anmelden. Kostenbeitrag: 15,– Euro

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen:

Rani Kaluza http://doingnothing.de/
Werner A. Krebber https://mystikaktuell.wordpress.com/

 

Bisherige Themen im Kölner Mystikkreis seit Mai 2018:

Mystik aktuell? – Texte aus Tradition und Gegenwart christlicher Mystik
Meister Eckhart: Leben – Wirken – Aktualität
Die Wolke des Nichtwissens
Thomas Merton: Mönch – Poet – Rebell
Beginen: Die Strahlkraft der Mystikerinnen Mechthild von Magdeburg, Hadewijch von Antwerpen, Marguerite Porète

Eine der revolutionärsten Lehren

Foto: © wak

H. G. Wells (1866 – 1946 ) in seinem Vorwort zu dem Buch „Über Gott und die Welt. Revolutionäre Texte aus dem Neuen Testament.“ Zürich 1973, S. 13