Achtsamkeit: Leben, Verständnis, Mitgefühl

Nur wenige Begriffe finden meines Erachtens gegenwärtig so viel missbräuchliche Verwendung wie „Achtsamkeit“. Dieses Wort ist in vielen Bereichen zu einem Modewort verkommen, das inhaltsleer zu werden droht. So ist es gut, sich an seine tiefere Bedeutung zu erinnern. Die „Sieben Wunder der Achtsamkeit“ von Thich Nhat Hanh können dazu einen hervorragenden Beitrag leisten. wak

Foto: © wak

Achtsamkeit besteht darin, unsere authentische Präsenz hervorzubringen, uns im Hier und Jetzt lebendig werden zu lassen und mit den Dingen in Berührung zu kommen.

Achtsamkeit lässt uns erkennen, dass das Leben bereits da ist. Wir können wirklich mit ihm in Kontakt sein und ihm Sinn und Tiefe geben.

Achtsamkeit schenkt dem Objekt unserer Betrachtung Lebenskraft, berührt und umarmt es. Das macht uns selbst lebendig und das Leben wird realer. Dies gibt uns Nahrung und Heilung.

Achtsamkeit vermittelt Sammlung und Konzentration. Wenn wir in unserem Alltag konzentriert sind, werden wir alles tiefer betrachten und besser verstehen können.

Achtsamkeit ermöglicht tiefes Schauen und lässt uns das Objekt unserer Betrachtung außerhalb und in uns selbst besser erkennen.

Achtsamkeit führt zu Verstehen, das tief aus unserem Inneren kommt. Wir erlangen Klarheit und so wird die Bereitschaft zur Akzeptanz gefördert.

Achtsamkeit führt zur Befreiung durch die so gewonnenen Einsichten. Wo immer wir Achtsamkeit praktizieren, ist Leben, Verständnis und Mitgefühl.

Thich Nhat Hanh (*1926)

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Grundlegende Gutheit – Innere Freude – Buchtipp V

Vincenzo Kavod Altepost

Grundlegende Gutheit – Innere Freude

Ein beschenktes Leben

lulu.com, 2017, 344 Seiten, 20 €

 

Selten ist es mir bei einem Buch so gegangen wie bei „Grundlegende Gutheit – Innere Freude“ von Vincenzo Kavod Altepost. Immer wieder habe ich darin gelesen, es aus der Hand gelegt, wieder dazu gegriffen, wieder bin ich an Textpassagen hängen geblieben, an Zitaten, die mich inspirierten. Zettel bei Seiten eingefügt, wo ich noch mal wieder nachlesen muss. Seit Monaten geht das so. Was macht die Faszination dieses Buches aus? Für mich ist es die Biographie eines Menschen auf der Suche und eines Findungsprozesses. Und – wie er selbst im Untertitel schreibt – eines beschenkten Lebens.

Begegnungen mit Meisterinnen und Meistern sind es, die Vincenzo Kavod Altepost in ihrer Bedeutung und Wirkung für ihn aufzeigt, nachdem er seinen persönlichen und privaten Werdegang schildert. Ihre Namen lesen sich wie aus dem Logbuch eines spirituellen Weltreisenden: Elisabeth Haich, Vilayat Inayat Khan, Maharishi Mahesh Yogi, Swami Muktananda, Gurumayi Chidvilasananda, Satya Sai Baba, Mother Meera, Amma, Sri Chinmoy, Thich Nhat Hanh – um nur ein paar wenige von ihnen zu nennen. Und dann Pyar, Pyar Rauch. Und dann sind es auch die Themen, um die es bei ihm geht: Leiden, Lichterfahrung, Kundalini, Wasser, Identifikation, Transzendenz, grundlegende Natur, Gefühle, Jetzt, innere Freude, Dank, Meditation, Tonglen, Gebet, Humor, Sucht, die Kraft von Gedanken. Auch das nur wenige der zahlreichen Stichworte.

In einer Einführung schreibt Pyar Rauch über dieses Buch: „Es ist in einer Wesie geschreiben, dass man meint, all die Weisheite und die wunderbaren Geschichten aus diesem beschenkten Leben nicht nur zu lesen, sondern Kavod sprechen zu hören. Humor, Tiefgang und spannende Erzählung dieses Textes ließen mich nicht mehr los.“ Ergänzt werden diese Gedanken noch durch einen Beitrag von Désiree Kabbalah Wiprächtiger, die ihre Erfahrungen im Umgang mit Vincenzo Kavod Altepost schildert.

Dem allen ist nichts hinzuzufügen außer der dringenden Empfehlung, dieses Buch zu lesen. Übrigens: Ich habe es auch gerade wieder in der Hand…

Werner A.Krebber

 

Hier können Sie das Buch bestellen:

http://www.lulu.com/shop/vincenzo-kavod-altepost/grundlegende-gutheit-innere-freude/paperback/product-23096050.html

Mehr zu und von Kavod Altepost hier:

http://www.free-mind.guru/de/sitemap.htm

http://www.adhikara.com/
http://www.adhikara.com/drogen-hilfe-therapie-einrichtung/index.html

Mystiker unserer Zeit im Porträt – Buchtipp I

(Das Umschlagbild des Buches zeigt Bede Griffiths)

Roland R. Ropers

 Mystiker unserer Zeit im Porträt

topos premium / 172 Seiten  19,95 €,

ISBN: 978-3-8367-0032-0 / auch als E-Book

Kevelaer 2017

 

„Mystiker sind großartige Menschen ohne magische Erscheinung und ohne missionarisches Sendungsbewusstsein. Sie sind Leuchtfeuer und Wegweiser in das innerste Universum, wo jeder tiefreligiös Suchende an der Urquelle seine ewige Heimat finden kann. … Wer das Mysterium der Ewigen Wahrheit und Wirklichkeit durchdrungen hat, kann einem dogmatischen Glaubenssystem nicht untergeordnet werden.“ So führt Roland R. Ropers in sein Buch „Mystiker unserer Zeit im Porträt“ ein. Und wenig später schreibt er: „Die wirkliche Neugeburt findet nicht nach dem Tod statt, sondern ist die Rückbesinnung des Menschen auf die Qualität seines Denkens und Handelns, ist eine radikale Veränderung der Denkgewohnheiten in diesem Leben…“

Versehen mit einem knappen Titel und den Namen der porträtierten Mystikerinnen und Mystiker weist Ropers mit zumeist zwei bis vier Buchseiten auf diese Leuchtfeuer und Wegweiser hin und stellt ihr Leben und Werk vor. Die Grenzen konfessioneller Enge überschreitet er dabei erfrischend weit. So entsteht ein Kompendium interspiritueller mystischer Gedanken und ihrer Protagonisten, die teils bekannt scheinen, teils eher unerwartet daherkommen.

Wer sind sie nun, diese heutigen Mystikerinnen und Mystiker? Hier nur eine kleine Auswahl der knapp 70, die Ropers mit Papst Franziskus beginnen lässt: Sri Aurobindo, Charlotte Joko Beck, Eugen Biser, Leonard Bernstein, Carlo Carretto, Alexandra David Néel, Dorothy Day, John O’Donohue, Hans-Peter Dürr, Khalil Gibran, Bede Griffiths, Dag Hammerskjöld, Willigis Jäger, Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Henri Le Saux, Wladimir Lindenberg, Thomas Merton, Henri Nouwen, Raimon Panikkar, Thich Nhat Hanh, Valentin Tomberg…

Außer den biographischen Hinweisen gibt es Zitate der Mystikerinnen und Mystiker, die neugierig machen, mehr von ihnen zu erfahren, erspüren.

Kurz noch etwas über den Autoren: Roland Romuald Ropers ist 1945 geboren, Religionsphilosoph und Kontemplationslehrer. Er ist Oblate des Benediktinerordens und Begründer der „Etymosophie“. Bücher von ihm beschäftigten sich bereits in der Vergangenheit u.a. mit Hans-Peter Dürr, Bede Griffiths , Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Raimon Panikkar, also der Begegnung von östlicher und westlichen Spiritualitäten.

© Werner A. Krebber

 

Leerheit von Selbst

Die Leerheit des Selbst bedeutet nur die Leerheit von Selbst, nicht das Nicht-Sein von Selbst.
Genauso ist es bei einem Ballon, der innen leer ist, nicht so, dass er deswegen nicht existieren würde.
Dasselbe gilt für die Leerheit der Dharmas: Leerheit bezieht sich nur auf die Leerheit aller Phänomene und nicht auf die Nicht-Existenz aller Phänomene.
Es ist wie bei einer Blume, die nur aus Nicht-Blumen-Elementen besteht. Die Blume ist leer von einer abgetrennten Existenz, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht da wäre.

Thich Nhat Hanh (*1926) in einer Erläuterung zu seiner Neu-Übersetzung des Herz-Sutras