Bô Yin Râ: Meister der Farbe, Meister der Sprache

… B ô Y i n R â ist als Maler nicht nur ein Meister der Farbe, er ist auch einer der größten Meister der Sprache. Hier spricht ein großer Dichter und Sprachkünstler zu uns, und wir können wieder einmal mit Erschauern fühlen, wie machtvoll unsere deutsche Sprache wirken kann, wenn ein Meister dieses Instrument der Seele spiele! Doch wenn ich B ô Y i n R â einen Dichter nenne, so meine ich damit die große Kunst seiner formalen Gestaltungskraft, nicht etwa den   I n h a l t   seiner Lehre, denn hier ist alles Wirklichkeit, nichts Erdachtes oder Erdichtetes. Wer die Wirklichkeit und Wahrheit dieser Lehre innerlichst erlebt und erschaut hat, der „ist befreit von allem Streit.“…

B ô Y i n R â von Felix Weingartner. Von Dr. Eduard Bäumer in: Magische Blätter, IV. Jahrgang 1923, S. 151 – 154, Verlag Magische Blätter Leipzig

Aktuell ist der vollständige Beitrag von Eduard Bäumer hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Juni 2022, Heft 6 / Thema: DIE DEUTSCH-JÜDISCHE SYMBIOSE – EINHEIT IM SCHÖPFERISCHEN

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Der Sprache Gottes angepasst

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Je weniger Form in der Religion,
um so besser;
denn Gott ist Geist.
Je geistiger unser Gottesdienst,
um so näher der Natur Gottes,
je schweigender,
um so angepasster
der Sprache Gottes.

William Penn (1644 – 1718)

Mysterium des Betens

Foto: (c) wak

… So dürfte es denn wieder nötig geworden sein, zu lehren was das wirkliche «Beten» in Wahrheit ist, – zu lehren, wie aus Worten menschlicher Sprache ein «Gebet» erstehen kann, und was sich an tiefem Geheimnis im Gebete verbirgt!

Die heilige Priesterkunst, «Gebete» zu schaffen und wirklich zu «beten», ist heute fast verloren gegangen, und wo sie etwa noch in Übung steht, dort wird sie mechanisch, le­bensentlaugt, oder abergläubisch betrieben. –

Aber dort auch, wo man noch zu beten meint, sieht man im Gebete nur die Bitte an die Gottheit, den Ausdruck des Dankes, oder die Lobpreisung, und weiß nicht mehr, daß alles dieses zwar im Gebete zu finden sein kann, aber mit nichten das Wesen des Gebets ausmacht. – –

Man ahnt nicht mehr, daß auch ein Gefüge herrlichster Worte des Lobes, des Dankes oder der Bitte erst wirklich «gebetet» werden muß, bevor es zum «Gebete» werden kann. –

Bô Yin Râ / Josef Anton Schneiderfranken (1876 – 1943): In: Das Gebet, Seiten 9-12

Der vollständige Beitrag von Bô Yin Râ ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH IX
CIII. Jahrgang, April 2022, Heft 4 / Thema: Film

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Aus der Vielheit zur Einheit

Martin Buber-Skulptur in Heppenheim / Foto: (c) wak

Aber nicht bloss seiner früheren Vielheit gegenüber ist, der die Ekstase erlebt, eine Einheit geworden. Seine Einheit ist nicht relativ, nicht vom Anderen begrenzt, sie ist grenzenlos, denn sie ist die Einheit von Ich und Welt. Seine Einheit ist Einsamkeit, die absolute Einsamkeit: die Einsamkeit dessen, der ohne Grenzen ist. Er hat das Andere, die Anderen mit in sich, in seiner Einheit: als Welt; aber er hat ausser sich keine Anderen mehr, er hat keine Gemeinschaft mehr mit ihnen, keine Gemeinsamkeit. Die Sprache aber ist eine Funktion der Gemeinschaft und sie kann nichts als Gemeinsamkeit sagen. Auch das Persönlichste muss sie irgendwie in das gemeinsame Erlebnis der Menschen überführen, irgendwie aus diesem zurecht mischen, um es auszusprechen. Die Ekstase steht jenseits des gemeinsamen Erlebnisses. Sie ist die Einheit, sie ist die Einsamkeit, sie ist die Einzigkeit: die nicht überführt werden kann. Sie ist der Abgrund, den kein Senkblei misst: das Unsagbare.

Ekstatische Konfessionen. Gesammelt von Martin Buber. Jena, 1909, S. XVIII / XIX

Unmittelbar, klar und eindeutig

Foto: (c) wak

Alles, was in der äußeren und inneren Welt existiert, besteht auch in der Musik, nur in anderer Weise, und ist mit keinem Worte der Sprache vergleichbar. „Das Unbeschreibliche – hier wird’s Ereignis.“ Darum sagt uns die Musik alles, das Höchste und Tiefste und leicht Verschwebende; sie hält uns aber nicht am Einzelnen fest wie das Leben und die anderen Künste, sondern durchströmt uns mit dem Hauch der Allgegenwärtigkeit und lässt so das Einzelne eingehen in das Gesamtbewusstsein eines höheren Daseins, einer höheren Welt. Was Philosophen, Metaphysiker und Religionslehrer uns oft nur unvollkommen, bruchstückweise und in Gleichnissen sagen können, hier spricht es unmittelbar zu uns, klar und ein-deutig.

Felix Weingartner (1863 -1942)

Der ganze Beitrag „Die Grenzen der Musik“ von Felix Weingartner kann hier nachgelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang Oktober 2021 Heft 10, Thema: DIE MUSIKALISCHE DIMENSION DES JAKOB-BÖHME-BUNDES

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Spricht zu den Menschen deren Ohren geöffnet sind

Die Kaaba / Bild: Archiv

Als Abraham in Aegypten in die Mysterien des Lebens eingeweiht worden war, begab er sich nach Mekka, wo er zur Erinnerung an die in der alten esoterischen Schule Aegyptens empfangene Weihe einen Denkstein setzte. Die Stimme, die Abrahams singende Seele in den Stein legte, tönte weiter fort und wurde allen denen vernehmbar, die sie zu hören vermochten. Seit jener Zeit sind Seher und Propheten zu diesem Stein, zur Kaaba gepilgert; die Stimme tönte weiter und lebt noch heute fort. Ein Ort wie Mekka – eine Wüstenei, die nichts Interessantes bietet, wo der Boden nicht fruchtbar und die Menschen nicht hoch entwickelt sind, wo weder Handel noch Industrie blüht, wo Kunst und Wissenschaft nicht zu finden sind – hat Millionen Menschen angezogen, die ihn nur aus einem einzigen Grund, nur als Ziel ihrer Wallfahrt aufsuchten: Was war die Ursache, was ist heute noch die Ursache? Nur die Stimme, die diesem Ort, die einem Stein eingegeben worden ist. Einem Stein ist die Gabe der Sprache verliehen worden, und er spricht noch heute zu den Menschen, deren Ohren geöffnet sind.

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927) in: Die Sprache des Kosmos. Genf; 1945, S. 7-8

Alchemistische Ganzheitsvorstellungen

Detail Titelkupfer zu „Aurora“

Jacob Böhme … repliziert im Schreiben einen alchemistischen Prozess am historischen Ende seiner Wissenschaftlichkeit und vergeistigt diesen als nunmehr seelischen Prozess. Das historische Ergebnis um 1600 fasst Jung plausibel zusammen: „An Paracelsus und Böhme hat sich die Alchemie gespalten in die Naturwissenschaft einerseits und die christlich-protestantische Mystik andererseits.“ Anhand der Mandala-Symbolik, Kernstück der von Jung referierten alchemistischen Ganzheitsvorstellungen, sei der Bezug auf Jacob Böhme zwingend. Wie kein anderer Mystiker, in der Tat, verwendet Böhme das Räder-Symbol, um beispielsweise das Ineinander der sieben Qualitäten mit sieben Rädern, die eine Kugel bilden, zu erklären, was in der Ikonographie der Böhme-Illustrationen zu den berühmten Titelkupfern führte, besonders das der Aurora.

Thomas Isermann: Die Rezeption Jacob Böhmes im 20. Jahrhundert

Der ganze Beitrag Isermanns, der näher auf diese Fragen eingeht, ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang September 2021 Heft 9, Thema: DIE MAGIE DER SPRACHE

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Kunst ist Wahrnehmungsarbeit

Ein so gereiftes Werk wirkt als Seelennahrung, als Heilmittel. Es wird eine aus zweckfreier Schönheit und kraft­voller Harmonie gebildete Manifestation in der Welt sein, in der sich tiefste Sehnsucht und höchstes Potenzial verbinden.

Der Künstler hat die paradoxe Aufgabe,

das Nichtsagbare zur Sprache zu bringen,

das Unhörbare hörbar zu machen,

das Unsichtbare ins Sichtbare zu heben.

Sein Scheitern ist gewiss,

doch möglicherweise nicht vergeblich.

Kunst, wie ich sie bejahe, ist Wahrnehmungsarbeit.

Sie nährt den (inneren) Menschen, durchleuchtet verworrene Zu­sammenhänge und öffnet jene kostbaren Bereiche, aus denen Lebenssinn und Existenzfreude stammen. Auch wenn diese Durchlichtungsarbeit in der Wüste, in übervölkerten Städten, einsamen Höhlen oder abgelegenen Dörfern schaffend oder betrachtend geschieht, wirkt sie doch unmittelbar gestaltend auf das menschliche Resonanzfeld ein. Die Essenz davon erreicht uns mit unerklärlicher Leichtigkeit – jenseits des Beweisbaren und doch mit absoluter Sicherheit – als leise Hoffnung, frischer Mut und freier, schöpferischer Impuls.

Der vollständige Text von Alfred Bast zu AY kann hier gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER

CII. Jahrgang, HERBST 2021, Heft 8, August 2021

Thema: ÜBER DAS BILD

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Mehr Informationen zu seiner Arbeit finden sich hier: www.alfred-bast.de

Pfingsten

Bild: Archiv


Zum Fest der Feuerzungen
wollen wir uns kehren,
Das Fest des Allerinnersten
in ihm zu ehren! –

Zu feiern, wie der Geist sich selbst
die Sprache schafft
Aus seiner eignen, feuergleichen Kraft,
wie er sich selbst im Innern spricht,
Als Flamme Zeugnis zeugend
aus dem reinsten Licht! –

Die Flammenzungen können aber
nicht in jedem singen;
Doch jedem können sie
im Wort erklingen,
Wenn er nur ihre Hymnen
dort erhören mag,
Wo sie sich auch ihm formen,
sucht er sie in seinem Tag! –

Bô Yin Râ, Pfingstvornacht 1940

Mehr von und über Bô Yin Râ hier:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VI

CII. Jahrgang SOMMER 2021

Thema: Die erste Ausstellung des Jakob-Böhme-Bundes

Heft 5, Mai 2021

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Heilsame Theologie

Foto: (c) wak

Wenn Ihr Lust habt, eine lautere und der alten ganz gleiche Gottesgelahrtheit zu lesen, die in deutscher Sprache geschrieben, so könnt Ihr euch die Predigten Johann Tauler’s, des Prediger Ordens schaffen. Ich habe weder in der lateinischen noch deutschen Sprache eine heilsamere Theologie gesehen, die mit dem Evangelio besser übereinkäme.

Martin Luther (1483 – 1546) über Johannes Tauler, zitiert in der Einleitung zu Heinrich Seuse, Das Büchlein von der ewigen Weisheit durch Heinrich Suso. Leipzig 1872