Der Zweck des Lebens

Inayat Khan / Foto: Archiv

 

Wenn das Studium von Religion und Mystik
nicht zu wahrer Freude führt,
dann kann es gerade so gut unterbleiben,
denn dann hilft es nicht,
den Zweck des Lebens zu erfüllen.

Inayat Khan (1882 – 1927) in: Die Schale von Saki

Unseres grenzenlosen Bewusstseins gewahr werden

Foto: © wak

 

Das Göttliche ruft uns alle aus sich selbst heraus ins Sein. Wir sind dafür gemacht: Das ist der Sinn und Zweck der spirituellen Reise. Diese Reise bringt uns auf den Weg, auf dem wir schließlich erkennen, wer wir in Wahrheit sind, und uns in unserem wahren Sein verwirklichen. Erleuchtung ist ein Erwachen, bei dem wir unserer Identität als grenzenloses Bewusstsein gewahr werden; aber sie ist unvollständig, wenn nicht gleichzeitig unser Mitgefühl, unsere Sensibilität und unsere Liebe erweckt werden und sich in unserem Leben und unseren Beziehungen niederschlagen.

Wayne Teasdale (1945 – 2004)

Verständnis für uns selber finden

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Kontemplation ist ein sehr wichtiger Bestandteil des spirituellen Lebens. Meditation allein genügt nicht; sie ist ein Mittel zum Zweck: Sie beruhigt den Geist und bringt uns zu einem inneren Erleben. Aber wenn wir uns in der übrigen Zeit nicht bemühen, Verständnis für uns selber zu finden, schneiden wir die Meditation von unserem Leben ab, als wäre sie eine Art Hobby, das wir für einige Stunden betreiben, und dann tun wir wieder etwas ganz anderes. Meditation ist aber – das kann ich nicht oft genug betonen – kein Hobby, sondern eine Vorbereitung auf ihren einzigen Zweck: Klarblick. Zweck der Kontemplation ist es, diesem Klarblick nachzuhelfen.

Ayya Khema (1923 – 1997) in: Meditation ohne Geheimnis. München 1999

Damit der göttliche Strahl den tiefsten Grund des Seins durchdringt

Foto: © wak

Der Name „Jesus“ ist im Jesus-Gebet mehr als nur ein  äußeres Zeichen. Er offenbart den Herrn und macht ihn gegenwärtig, so wie er in einer  geweihten Ikone oder in anderen Sakramentalien gegenwärtig ist. Solange das Jesus-Gebet nur eine mechanische, kontrollierte Übung bleibt, verfehlt es seinen Zweck. Der Geist muss gleichsam darin untertauchen; das Gebet muss vom Geist Besitz ergreifen, damit der göttliche Strahl den tiefsten Grund des Seins durchdringt und erleuchtet.

Aus einer Einführung zum Herzensgebet. Mehr hier: http://www.exerzitien-herzensgebet.de/herzensgebet.pdf

Auf dem Grunde unserer Seele

Gott ist in unserem Innersten auf eine unvergleichliche Art gegenwärtig.
Eine verborgene Quelle murmelt in jedem von uns. In einer Welt, in der
das Nützliche und Effiziente über alles andere gesetzt werden, stellt das
Gebet die Zweckfreiheit wieder her. Auf dem Grunde unserer Seele
wartet eine enge Türe auf ihre Entdeckung, damit wir den Ruf hören, den
der Heilige Geist in uns aufsteigen lässt.

Jacques Gaillot (*1935)

Grenzenloses Bewusstsein

Das Göttliche ruft uns alle aus sich selbst heraus ins Sein. Wir sind dafür gemacht: Das ist der Sinn und Zweck der spirituellen Reise. Diese Reise bringt uns auf den Weg, auf dem wir schließlich erkennen, wer wir in Wahrheit sind, und uns in unserem wahren Sein verwirklichen. Erleuchtung ist ein Erwachen, bei dem wir unserer Identität als grenzenloses Bewusstsein gewahr werden; aber sie ist unvollständig, wenn nicht gleichzeitig unser Mitgefühl, unsere Sensibilität und unsere Liebe erweckt werden und sich in unserem Leben und unseren Beziehungen niederschlagen.

Wayne Teasdale (1945 – 2004)

Hier und jetzt in Körper und Geist

Wahres Zen übt man ohne Motivation, ohne Zweck, ja sogar ohne die Erweckung (satori) anzustreben; ich betone allein die Essenz des Zen: Zazen. Die Rezitation der Sutras und die Zeremonien sind wohl sehr schöne Dinge, doch nicht das Wesentliche.

… Das wahre Zen ist hier und jetzt, in unserem Körper und in unserem Geist. Bei richtiger Haltung und Atmung findet der Geist zu seinem normalen Zustand zurück.

Taisen Deshimaru  (1914 – 1982)