Warum Gott vom Berg Sinai sprach

Pilgernde zum Berg Sinai / Foto: Tamerlan ~ wikimedia/gemeinfrei

Gott ließ allen Bergen Kunde geben,
daß Er auf ihnen sprechen wird.
Alle Berge haben sich darüber
stolz gefühlt und sich gebrüstet,
außer dem Berg Sinai,
und darum sprach Gott von ihm aus.

Fozeil Ayaz

Botschaft der Liebe

Foto: (c) wak

Die Behauptung von Schweitzer, Steiner und Martinus, die vorchristliche asiatische Geisteslehre sei der christlichen unterlegen, weil ihr die Botschaft der Liebe fehle, ist einfach nicht richtig. Diese Behauptung hätte niemals aufgestellt werden können, wenn diese drei Männer einige Zeit in Asien selbst verbracht hätten, um die klassischen Texte zu studieren und unter den gelehrten Gelehrten zu lernen. Sie basierte höchstwahrscheinlich auf der Aussage von Jesus: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe.“ Für die Israeliten, an die diese Worte gerichtet waren, galt das lieblose Gesetz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Was Jesus lehrte, war sicherlich neu für sie, aber nicht für Asien. Buddha und Krishna, Lao Tzu und Konfuzius hatten es schon lange vorher gelehrt.

Paul Brunton (1898 – 1981) in: Das Christentum und der Osten. Gefunden habe ich diese Gedanken hier: https://www.paulbrunton.org/notebooks/15/7#section3

Die Tiefe unseres Seins berühren

Man kann den geistlichen Bildern von Bô Yin Râ die Wirkung von Ikonen zusprechen. Sobald man sich in eines der Bilder vertieft, besteht die Möglichkeit, die einzelnen Bildbereiche zu durchwandern und immer neue Geistesräume zu erleben. Bô Yin Râ spricht von der Magie der Zeichen. Solche Zeichen sind Codeworte, die in uns selbst Bewusstseinslagen aufschliessen. Das ist mehr als alles Intellektuelle oder ästhetische Erfassen. Diese Art der Bildverkündigung berührt die Tiefe unseres Seins, unseren geistigen Organismus. Wir können uns dadurch von mancherlei Verkrampfung und innerer Verriegelung befreien. Bezeichnend ist, was Bô Yin Râ am Schluss seines Buches „Welten“, das einen Zyklus von 20 geistlichen Bildern enthält, sagt:

„Dass du dir selbst in vollem Maße zur Freude werden mögest, dazu gebe ich dir alle Lehre!“

Bô Yin Râ – Vortrag zu seinem 100. Geburtstag und zur Gedenkausstellung seiner Gemälde und seines Lehrwerks im Schlossmuseum in Aschaffenburg. Gehalten am 20. 11. 1976 von Prof. Max Nuss – Darmstadt

Der komplette Vortrag von Max Nuss (1893-1979) kann hier nachgelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VIII
CII. JAHRGANG WINTER 2021/2022

Januar 2022: Sakralkunst

Mehr auch hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Bestellungen: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Vom Zeitlichen ins Ewige

Fotographik (c) wak

Als ob es die Toten gäbe!
Es gibt keine Toten,
es gibt nur Lebende –
auf unserer Erde
und im Jenseits.
Den Tod gibt es.
Aber er ist nur ein Moment,
ein Augenblick,
eine Sekunde,
ein Schritt:
der Schritt vom Vorläufigen
ins Endgültige,
der Schritt vom Zeitlichen
ins Ewige.

Michel Quoist (1921-1997)

Von Herz zu Herz

Foto: Marlies Schwochow +

Was sind die Mittel und Wege, deren sich der Zen-Meister bedient, um den Schüler zur Erfahrung des Seins hinzuführen? Die Lehre ist das Entscheidende nicht. Die übergreifende Antwort lautet: Es gibt nur die Mitteilung von Herz zu Herz, von Wesen zu Wesen, vom Sein, das ich im Grunde b i n, zum Sein, das auch der andere in seinem Wesen i s t.

Karlfried Graf Dürckheim (1896 – 1988)

Den Kosmos und die Seele erfüllen

Das Bild vom Leben
spricht in schöner
mystischer Übertreibung
und zugleich
durchaus realistisch
von drei Qualitäten,
die allen offen stehen:

  • grenzenlos glücklich,
  • absolut furchtlos,
  • immer in Schwierigkeiten.

Es gibt Menschen,
die das „stille Geschrei“,
das Gott ist,
nicht nur hören,
sondern es auch hörbar machen
als die Musik der Welt,
die den Kosmos und die Seele
auch heute erfüllt.

Dorothee Sölle (1929 – 2003) im Schlusswort des Buches „Mystik und Widerstand“. Freiburg/ Br. 2014, S. 389

Mozarts Requiem: Weit über allem Sagbaren

Foto: (c) wak

Nur die Tatsache, dass ein Werk wie das Requiem von Mozart durch die Wiedergabe eben schließlich doch immer wieder in den Bereich irdischer Unvollkommenheit zurückgeholt wird, gibt einem den Mut, etwas darüber zu sagen. Denn im Grunde liegt diese Musik weit über allem Sagbaren. Es ist kirchliche Musik und doch weit mehr. Nicht kirchlich wie etwa die Musik Bachs, die den Münsterraum zum Feierraum aller gläubigen Christenheit weitet und nicht unkirchlich, wie etwa die Musik Beethovens, der die freie Gläubigkeit des selbstgewissen Menschengeistes kündet, sondern es ist Musik gleichsam von der anderen Seite. Es hebt sich nicht gläubig gefaltet oder angstvoll und stürmisch emporgereckt hinauf, sondern es strömt und leuchtet von oben herunter. Der Glanz dieser Musik geht manchmal bis an die Grenze des Ertragbaren und es wird verständlich, daß sie auf manche Menschen mit der Macht geradezu des Tragischen wirkt, Gefühle un-säglicher Trauer und Schauer des Unheimlichen erzeugt.

Otto Maag (1885 – 1960) in seinem Beitrag „Musica Sacra“ über Mozarts „Requiem“. Weitere Abschnitte befassen sich mit den Orgelvariationen von Bach, und dessen Magnificat, dem 100. Psalm von Max Reger, Beethovens „Missa Solemnis“

Der ganze Beitrag von Otto Maag kann hier gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang Oktober 2021 Heft 10, Thema: DIE MUSIKALISCHE DIMENSION DES JAKOB-BÖHME-BUNDES

Mehr hier:

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Tanz der Stille im Ballsaal des Herzens

Ramana Maharshi / Bild: Archiv

Ohne den Ich-Gedanken kann es keine anderen Gedanken geben. Wenn andere Gedanken auftauchen, frage: „Wem kommen diese Gedanken? Mir. Wo entsteht dieses ‘Ich’?” Wenn man auf diese Weise nach innen taucht, die Quelle des Geistes aufspürt und das Herz erreicht, wird man zum höchsten Herrn des Universums. Dann gibt es kein Träumen mehr von Dingen wie innen und außen, richtig und falsch, Geburt und Tod, Freude und Leid, Licht und Dunkelheit, o grenzenloses Meer der Gnade und des Lichts, Arunachala, der Du den Tanz der Stille im Ballsaal des Herzens tanzt.

Ramana Maharshi (1879 – 1950)