Jakob Böhme: Mystische Abbilde der Welt

 

Hermann Hesse ( 1877- 1962) über Jakob Böhme
Zitiert in Andreas Gauger, Jakob Böhme und das Wesen seiner Mystik, Berlin 2000, S. 9

Nimm alles von mir was mich hindert zu dir…

 

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Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir!

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich fördert zu dir!

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen Dir!

Nikolaus von Flüe (1417 – 1487)

 

Mehr zur Bruder Klaus-Kapelle hier: http://www.feldkapelle.de/

Mehr zu Bruder Klaus hier: http://www.bruderklaus.eu/

Jeder Mensch ist eine besondere Art Mystiker

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Die Männer und Frauen, die wir Mystiker nennen, unterscheiden sich vom Rest von uns lediglich dadurch, dass sie jenen Erfahrungen den Raum geben, der ihnen in unser aller Leben zusteht. Was zählt, ist nicht die Häufigkeit oder Intensität mystischer Erfahrungen, sondern der Einfluss, den wir ihnen auf unser Leben einräumen. Indem wir unsere mystischen Momente mit allem, was sie bieten und verlangen, zulassen, werden wir die Mystiker, die wir sein sollen. Schließlich ist der Mystiker keine besondere Art Mensch, sondern jeder Mensch eine besondere Art Mystiker.

David Steindl-Rast (*1926)

In die Seligkeit zurückkehren

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Wer könnte denn leben oder atmen, gäbe es nicht diese Seins-Seligkeit als den Äther, in dem wir wohnen? Aus der Seligkeit sind alle diese Wesen geboren, durch Seligkeit existieren und wachsen sie, in die Seligkeit kehren sie zurück.

Taittiriya Upanishad, II.7., III.6.

Such Gott nicht in der Ferne

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Such Gott nicht in der Ferne, nein!
Im Herzen hat die Wohnstatt Er
Gib ganz und gar dein Du-Sein auf
Dann leuchtet Er im Herzen auf!

Yunus Emre (um 1240 – um 1321)

Begraben liegt Emre in der Gelsenkirchener Partnerstadt Büyükçekmece im europäischen Teil von Istanbul

 

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt…

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Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

Conrad Ferdinand Meyer (1825 – 1898)