Wir kommen von Gott

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Die Selbsterkenntnis lehrt uns,
woher wir kommen,
wo wir sind
und wohin wir gehen.

Wir kommen von Gott und sind in der Verbannung.
Und da die Kraft unserer Liebe
uns zu Gott zieht,
sind wir uns dieser Verbannung bewusst.

Jan van Ruusbroec (1293 – 1381)

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Woher kommt das Licht?

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Ich fragte einen Jungen mit einer Kerze: „Woher kommt das Licht?“
Sofort blies er die Kerze aus:
„Sag mir wohin das Licht gegangen ist – dann sage ich Dir wo es her kam“

Hasan von Basra (642 – 728)

Der Wind bläst, wo er will

Der Wind bläst,
wo er will,
und du hörst sein Sausen wohl;
aber du weißt nicht,
woher er kommt
und wohin er fährt.
Also ist ein jeglicher,
der aus dem Geist geboren ist.

Johannes-Evangelium 3,8

Wach auf, erhebe Dich und folge mir!

Erzähle mir, oh Schwan, Deine alte Geschichte!
Woher kommst Du?
Wohin willst Du fliegen?
Wo wirst Du Dich ausruhen, Schwan?
Und was suchst Du?

Auch diesen Morgen, oh Schwan,
wach auf, erhebe Dich und folge mir!

Da gibt es ein Land,
wo kein Zweifel und keine Sorge regieren,
wo der Terror des Todes nicht mehr herrscht.

Dort blüht der Frühlingswald!
Und der duftende Wohlgeruch „Er ist Ich“ ist geboren im Wind:
Dort taucht die Biene tief ins Herz ein
und verlangt nach keiner anderen Freude.

Kabir  (1440 – 1518)

Eine englischsprachige Übertragung von Rabindranath Tagore (1861-1941)  findet sich hier:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2012/01/15/awake-arise-and-follow-me/

Loslassen und sich hingeben

Ein weiser Mensch ist wie eine weisse Wolke, die sich am Himmel bewegt – nicht wissend, wohin, aber voller Vertrauen. Unbesorgt, denn, wohin auch immer der Wind ihn treibt, dort wird das Ziel sein. Überall ist das Ziel; du mußt es nur zulassen. Einfach zulassen, loslassen, dich hingeben. Alles geschieht zu seiner richtigen Zeit.

Osho  (1931 – 1990)

Was können wir wissen…

Was können wir wissen?
Was dürfen wir hoffen?

Was sollen wir tun?

Woher kommen wir?
Wohin gehen wir?

Und wozu das Ganze?

Gar nichts?
Alles?

Unser Bestes,
vielleicht?

Aus der Dunkelheit?
Ins Licht?

Ha! Dieses größte
aller Rätsel!

Nicht zu fassen,
das alles.

Nur ab und zu

blitzt

etwas auf:
sekundenkurz,

hell

in der
Dunkelheit:

lässt sich blicken,
lässt sich fixieren

durch die unschärfste
schärfste

Logik:

durch die unscharfe
scharfe

Linse

der Poesie

Aus: Schlaflos, Hannah Buchholz, 2014

http://linden.kutv.de/Lyrik-Kunst-und-Text/Buchholz-Hannah-Schlaflos::2.html

 

Hannah Buchholz ganz herzlichen Dank von mir dafür, dass ich dieses Gedicht an diesem Tag online stellen darf. (werner anahata krebber)

 

Mehr Gedichte von Hannah Buchholz hier:

lbhb

 

 

 

 

https://hannahbuchholz.wordpress.com/

Selbsterkenntnis

Die Selbsterkenntnis lehrt uns, woher wir kommen, wo wir sind und wohin wir gehen. Wir kommen von Gott und sind in der Verbannung. Und da die Kraft unserer Liebe uns zu Gott zieht, sind wir uns dieser Verbannung bewusst.

Jan van Ruusbroec (1293 – 1381)