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Lass ruhen den erschöpften Geist

In des Menschen Tiefe…

In des Menschen Tiefe
ruht die Möglichkeit
eines Mitwissens
mit dem Ursprung.

Ist die Tiefe verschüttet,
gehen die Wogen des Daseins
darüber hin,
als wenn sie gar nicht wäre.

Karl Jaspers (1883 – 1969)

Göttlicher Abgrund

Im eigenen, als tief innerlich liegend empfundenen Abgrund stößt der Mensch, hat er sich den Weg dorthin einmal frei gemacht, auf den göttlichen Abgrund.
Beide Abgründe, der menschliche und der göttliche, rufen einander zu und herbei, und in dem dynamisch wogenden Hin-und-Her-Rufen führt und leitet der göttliche Abgrund den menschlichen in sich hinein in den Umschwung der Gottheit.

Louise Gnädinger über Johannes Tauler (* um 1300 -1361)

Mit den Augen der Weisheit

Der Fluss und seine Wellen sind ein Wogen. Wo ist der Unterschied zwischen dem Fluss und seinen Wellen? Wenn die Welle sich erhebt, ist sie doch Wasser. Und wenn sie wieder zurücksinkt, ist sie dasselbe Wasser. Sagt mir, ihr Leute, wo ist der Unterschied?
Weil wir von der Welle sprechen, sollten wir sie da nicht mehr für Wasser halten? Im Höchsten Brahman* werden die Welten aufgesagt so wie die Perlen einer einzigen Gebetskette. Betrachtet diese Kette also mit den Augen der Weisheit.

Kabir (1440-1518)

* Die Transzendenz, die absolute Wahrheit, die spirituelle Natur.

Mit den Augen der Weisheit betrachten

Der Fluss und seine Wellen sind ein Wogen. Wo ist der Unterschied zwischen dem Fluss und seinen Wellen?

Wenn die Welle sich erhebt, ist sie doch Wasser. Und wenn sie wieder zurücksinkt, ist sie dasselbe Wasser. Sagt mir, ihr Leute, wo ist der Unterschied?

Weil wir von der Welle sprechen, sollten wir sie da nicht mehr für Wasser halten? Im Höchsten Brahman* werden die Welten aufgesagt so wie die Perlen einer einzigen Gebetskette. Betrachtet diese Kette also mit den Augen der Weisheit.

Kabir (1440-1518)

* Die Transzendenz, die absolute Wahrheit, die spirituelle Natur.

Menschlicher und göttlicher Abgrund

Im eigenen, als tief innerlich liegend empfundenen Abgrund stößt der Mensch, hat er sich den Weg dorthin einmal frei gemacht, auf den göttlichen Abgrund.
Beide Abgründe, der menschliche und der göttliche, rufen einander zu und herbei, und in dem dynamisch wogenden Hin-und-Her-Rufen führt und leitet der göttliche Abgrund den menschlichen in sich hinein in den Umschwung der Gottheit.

Louise Gnädinger über Johannes Tauler (* um 1300 -1361)

Herz im Meer verloren

Wenn das Meer der Unendlichkeit seine Wogen zu regen beginnt, wie sollten die Bilder dauern, die auf seiner Fläche gezeichnet waren? Diese Bilder sind die gegenwärtige Welt und die kommende Welt. Wer erklärt, sie seien nicht, erwirbt ein großes Verdienst. Wessen Herz sich in diesem Meere verloren hat, ist darin für immer verloren und bleibt in der Ruhe.

Das Buch Manteq-ot-teir („Vogelgespräche“) von Farideddin ‚Attâr Neyshapuri (1136 – 1229) berichtet von der Reise der dreißig Vögel durch die sieben Täler

http://www.irania.eu/Gedichte/attar.html