Wo die Liebe zu Gott hinführt

Hazrat Inayat Khan / wikimedia – gemeinfrei

Wohin führt die Liebe zu Gott?
Sie führt zu dem Frieden und der Stille,
die im Leben des Baumes wahrzunehmen sind:
Er trägt Blüten und Früchte für andere
und erwartet keine Belohnung.

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927)

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Spiritualität der Zukunft: Suchbewegungen in einer multireligösen Welt – Buchtipp I / 2019

Martin Rötting / Christian Hackbarth-Johnson (Hrsg.)

Spiritualität der Zukunft
Suchbewegungen in einer multireligiösen Welt

EOS Editions Sankt Ottilien, 392 Seiten, 29,95 €
ISBN 978-3-8306-7932-5
Sankt Ottilien, 2019

„Eine Spiritualität, die zudem die Erkenntnisse der Neuzeit integriert, ob aus Theologie, Philosophie, Neuropsychologie, Kosmologie, Quantenphysik usw., steht letztlich vor noch nicht gebahnten Pfaden. Man orientiert sich an den Wegen der spirituellen Traditionen, spürt aber, dass diese in einer anderen Zeit, auf der Grundlage eines anderen Weltbildes, mit einer anderen Ausrichtung konzipiert wurden: Auch die ‚Wege der Transformation'“ haben eine Transformation nötig.“ So Christian Hackbarth-Johnson und Martin Rötting im Fazit des vorliegenden Sammelbandes, dem gerecht zu werden in knapper Form schwer fällt. Das jetzt vorliegende Buch ist Ergebnis einer Tagung, die sich unter analytischen Aspekten spirituellen Suchbewegungen zugewandt und dabei statistische wie theologische Fragen angesprochen hat.

In einem Hauptkapitel geht es zunächst um Pioniere einer interreligiösen Spiritualität, wo exemplarisch biographische Zugänge aufgezeigt werden. Sehr aufschlussreich der Beitrag über Hugo M. Enomiya-Lassalle, der zu Henri Le Saux (Swami Abhishiktananda) und jener über Paolo Dall’Oglio.

Ein weiteres Kapitel befasst sich mit medialen Zugängen. Um den Film „Ai-un“ über Enomiya-Lassalle geht es da ebenso wie um Poetry Slam als Form der Spiritualität.

Einen breiten Raum nehmen Beiträge ein, die Formen gegenwärtiger Spiritualität beleuchten und damit sehr konkret praktische Zugänge beschreiben. Exemplarisch seien hier fünf genannt: Der Jesuit Stefan Bauberger schreibt über das spannende Verhältnis von Zen und Christentum, Christian Hackbarth-Johnson verweist auf das Verhältnis von Yoga und christlichem Gebet, Tanja Mancinelli zeigt sehr detailliert anhand von Hazrat Inayat Khan auf, was einen universellen Sufisms für alle ausmacht. Charlie Pils erläutert, wie Mantren einen Zugang zur Transzendenz schaffen können, Michael Seitlinger erläutert Achtsamkeit als säkulare Spiritualität. Und das sind – wie gesagt – nur fünf von 15 aufschlussreichen praktischen Hinweisen.

Ein letztes Hauptkapitel geht dann der Frage nach, ob Spiritualität Institution braucht. Martin Rötting schildert hier unter anderem die Herausforderungen von religiösen Suchbewegungen für Organisationen.

„Spiritualität der Zukunft – Suchbewegungen in einer multireligiösen Welt“ beweist, dass ein Sammel- und Tagungsband nicht langweilig sein muss, sondern zum lebendigen Dialog reichhaltig Anlass geben kann.

© Werner A. Krebber

 

Alle Autoren hier auf einen Blick, in der Reihenfolge ihrer Beiträge:

 Andreas Renz, Christian Hackbarth-Johnson, Martin Rötting, Detlef Pollack, Katharina Ceming, Jens Colditz, Holger Adler SJ, Ursula Baatz, Bettina Sharada Bäumer, Christian Rutishauser SJ, Fabrice Blée, Christof Wolf SJ, Olra Havenetidis, Felix Triendl, Maria Schmitt, Stefan Bauberger SJ, Bruno Brantschen SJ, Jan Sedivy, Andreas Ebert, Nicole Bauer, Tanja Mancinelli, Angelika Schumm, Charlie Pils, Oliver Behrendt, Laurie Ann Johnson, Michael Kaminski, Anneliese Gleditsch, Michael Seitlinger, Susanne Deininger, Marianus Bieber OSB, Andreas de Bruin

 

Wir gehören alle Gott an

Hazrat Inayat Khan – Foto wikimedia / gemeinfrei

Jegliche Disharmonie in der Welt, die durch religiöse Unterschiede hervorgerufen wird, ist ein Resultat des menschlichen Unvermögens, zu verstehen, dass in Wirklichkeit alle Religionen eins, die Wahrheit eins, Gott eins sind. Jenseits der engen Grenzen von Rasse und Religionszugehörigkeit können wir alle in Eintracht leben, denn wir gehören alle Gott an.“

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927), der den Sufismus als „Religion des Herzens“ bezeichnet hat.

Das Zitat fand ich in dem Beitrag „Spiritualität und Isalam: Sufismus für alle“ von Tanja Mancinelli, der in dem Tagungsband „Spiritualität der Zukunft“ erschienen ist. Dazu später mehr.

Suchet Ihn in allen Seelen

Foto: © wak

Suchet Ihn in allen Seelen,
gut oder schlecht,
weise und töricht,
attraktiv und unattraktiv;
In den Tiefen eines jeden ist Gott.

Hazrat Inayat Khan (1882 -1927)

Gefunden habe ich diesen Gedanken hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

In Verbindung mit Gott sein

Foto: © wak

Alle Menschen sind Teil eines Bewusstseins; sie haben einen Ursprung und ein Ziel, obwohl der Geist in unterschiedlichen Körpern gefangen ist. In dem Augenblick, wo du mit dir selbst in Verbindung kommst, bist du in Verbindung mit Gott. Wenn irgendwo ein Königreich Gottes gefunden werden kann, dann nur im eigenen Selbst. Das äußere Leben ist nichts als der Schatten der inneren Wirklichkeit.

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927)