Tiefster Grund des Universums

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Es gibt einen Platz im Herzen, worin das ganze Universum enthalten ist – Himmel wie auch Erde, das Feuer, die Luft, Sonne, Mond und das Leuchten der Sterne. Alles ist darin enthalten. Wenn wir über unseren Verstand mit seinen Möglichkeiten des Messens und seinen Kategorien von Raum und Zeit hinausgehen, finden wir den tiefsten Grund des Universums. Dort sind Leben und Intelligenz.

Bede Griffiths (1906-1993)

Feuer der Liebe

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Feuer gibt nicht nur Helle und Wärme,
es wandelt von Grund auf,
wenn es das Feuer der Liebe ist.
Es macht transparent wie die Metalle in den Ikonen.
Man schaut einen seltenen Glanz,
und schaut wie hindurch und sieht mehr.
Verborgenes. Tiefes.

Josua Boesch (1922-2012)

Das ganze Feuer ungemindert und ungeteilt

Symeon, der neue Theologe / Quelle: wikimedia, gemeinfrei

 

Meine Zunge entbehrt der Worte, und was in mir geschieht, sieht mein Geist wohl, aber er erklärt es nicht. Er betrachtet und will aussprechen, aber das Wort findet er nicht. Er schaut das Unsichtbare, das aller Gestalt Ledige, durchaus Einfache, nicht Zusammengesetzte und an Größe Unendliche. Denn er erblickt keinen Anfang, und kein Ende schaut er, uns ist gänzlich keiner Mitte bewusst, und weiß nicht, wie er das sagen soll, was er sieht. Etwas Ganzes erscheint, wie ich meine, und nicht mit dem Wesen selbst, sondern durch eine Teilnahme. Denn an Feuer entzündest du Feuer und das ganze Feuer empfängst du: jenes aber bleibt ungemindert und ungeteilt wie vordem.

Symeon der neue Theologe (ca. 970 – 1040) in: Aus den LIebesgesängen an Gott

Ein Gott der uns nahekommt

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Wenn ich sage, dass man Gott auch in eurer Zeit wie in meiner eigenen unmittelbar begegnen könne, so ist wirklich Gott gemeint, der Gott der Unbegreiflichkeit, das unsagbare Geheimnis, die Finsternis, die nur dem das ewige Licht wird, der sich von ihr bedingungslos verschlucken lässt, der Gott, der keinen Namen mehr hat. Aber eben dieser Gott, er und kein anderer, wurde von mir erfahren als der Gott, der zu uns absteigt, der uns nahekommt, in dessen unbegreiflichem Feuer wir gerade nicht verbrennen, sondern eigentlich erst werden und ewig gültig sind. Der unsagbare Gott sagt sich selber uns zu; und in dieser Zusage seiner Unsäglichkeit werden wir, leben wir, sind wir geliebt und ewig gültig; wir werden durch ihn, wenn wir uns von ihm nehmen lassen, nicht vernichtet, sondern uns erst eigentlich gegeben. Die nichtige Kreatur wird unendlich wichtig, unsagbar groß und schön, weil beschenkt durch Gott selbst mit ihm selbst.

Karl Rahner (1904 – 1984) in: Das Alte neu sagen. Eine fiktive „Rede des Ignatius von Loyola an einen Jesuiten von heute“. Vortrag bei der Karl Rahner-Akademie, Köln, o.J.

Im Schweigen liebt man am glühendsten

Charles de Foucauld  / Bild: wikimedia gemeinfrei

Schweigen ist das Gegenteil
von Vergessen und Kälte.
Im Schweigen liebt man am glühendsten;
Lärm und Worte verlöschen oft
das innere Feuer.

Charles de Foucauld (1858 – 1916)

Der Sonnengesang des heiligen Franziskus

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Hier ist der Text des Sonnengesangs nachzulesen: https://www.franziskanerbrueder.de/de/spiritualitaet/sonnengesang/sonnengesang/

Dein sei die Kraft …

Foto: © wak

 

Dein sei die Kraft der grossen Flüsse.
Dein sei die Kraft des weiten Ozeans.
Dein sei die Kraft der tiefen Quellen.
Dein sei die Kraft des sanften Regens.
Dein sei die Kraft des glühenden Feuers.
Dein sei die Kraft des leuchtenden Blitzes.
Dein sei die Kraft des harten Felsens.
Dein sei die Kraft der fruchtbaren Erde.
Dein sei die Kraft der höchsten Liebe.

Einem keltischen Segensspruch nachempfunden

Beschenkt durch Gott selbst mit ihm selbst

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Wenn ich sage, dass man Gott auch in eurer Zeit wie in meiner eigenen unmittelbar begegnen könne, so ist wirklich Gott gemeint, der Gott der Unbegreiflichkeit, das unsagbare Geheimnis, die Finsternis, die nur dem das ewige Licht wird, der sich von ihr bedingungslos verschlucken lässt, der Gott, der keinen Namen mehr hat. Aber eben dieser Gott, er und kein anderer, wurde von mir erfahren als der Gott, der zu uns absteigt, der uns nahekommt, in dessen unbegreiflichem Feuer wir gerade nicht verbrennen, sondern eigentlich erst werden und ewig gültig sind. Der unsagbare Gott sagt sich selber uns zu; und in dieser Zusage seiner Unsäglichkeit werden wir, leben wir, sind wir geliebt und ewig gültig; wir werden durch ihn, wenn wir uns von ihm nehmen lassen, nicht vernichtet, sondern uns erst eigentlich gegeben. Die nichtige Kreatur wird unendlich wichtig, unsagbar groß und schön, weil beschenkt durch Gott selbst mit ihm selbst.

Karl Rahner (1904 – 1984) in: Das Alte neu sagen. Eine fiktive „Rede des Ignatius von Loyola an einen Jesuiten von heute“. Vortrag bei der Karl Rahner-Akademie, Köln, o.J.

Als der Tag der Pfingsten erfüllt war waren sie alle einmütig beieinander

Abbildung aus dem Rabbula-Evangeliar (6. Jh.) / Foto: wikimedia – gemeinfrei

Und als der fünfzigste Tag  erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an, zu predigen mit anderen Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen.

Aus der Apostelgeschichte des Neuen Testamentes

Gute, frohe und gesegnete Pfingsttage wünscht Werner A. Krebber