Doing Nothing – Praxissonntag am 2. Dezember 2018 – Upload

Herzliche Einladung:

Da sein, wach sein, offen sein, ohne Aufgabe, Ziel oder Zweck, und sich eine Zeitlang absichtslos dem Leben zu überlassen, das ist zunächst einmal ungewohnt.
Zu tief verankert sind die Ideale und Ansprüche an uns selber. Zu selbstverständlich ist es, dass das, was wertvoll ist und uns weiterbringt, nur mit Anstrengung, Strategie und gezielter Disziplin erreicht ist.
Doing Nothing bedeutet jedoch einfach gar keine Vorstellung zu haben. Es bedeutet, nicht zu wissen was man tun soll, warum man es tun soll und wie man es tun könnte.
Es ist eine neue Art der Meditation, kann man sagen, doch wenn man die Schriften der christlichen Mystiker liest, die mystischen Praktiken des Buddhismus oder des daoistischen Wu Wei studiert, dann geht diese Praxis auf etwas sehr altes, kostbares und wesentliches zurück.

„Das wahre Selbst wird nicht durch Tun erreicht,
nur durch still bleiben
und uns so sein lassen,
wie wir sind.“

Ramana Maharshi

Dieser Sonntag ist eine gute Gelegenheit diese kontemplative Praxis kennenzulernen und auszuprobieren.
Es wird eine Einführung, Zeit für Meditation, Fragen, Antworten und Austausch geben.

Veranstalter: Mystikkreis Köln
Leitung: Rani Kaluza und Werner A. Krebber

Bitte anmelden bei Rani unter : weissefeder@netcologne.de

Kosten 15,-
+ 4,- für Mittagessen

 

Wir wechseln die ersten Sonntage im Monat jetzt ab: Einmal Doing-Nothing Praxis-Tag, einmal Mystik aktuell – Text und Praxis

Der nächste Text und Praxis-Sonntag wird der 6. Januar 2019 sein, wo es um Johannes Tauler – Mystik des Alltags geht.

Der darauf folgende 3. Februar 2019 ist dann wieder ein Doing-Nothing -Sonntag.

Bitte schon mal beide Termine vormerken..

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„Doing Nothing“ – Praxistag im Kölner Mystikkreis am 2. Dezember

Vorläufige Information und herzliche Einladung

Einen „Praxistag“ mit „Doing Nothing“ wird es am 2. Dezember im Mystikkreis Köln geben:

Rani Kaluza schreibt auf iher Webseite:

Beim Nicht Tun geht es darum es zuzulassen, dass sich nichts zwischen uns und das stellen kann, was uns so nah ist. Es ist eine unendlich zarte und rücksichtsvolle Einladung an das Leben uns zu berühren. Indem ich nichts tue, um das Leben zu finden, findet das Leben mich. Indem ich nichts tue, um meinen inneren Zustand zu verändern, kann Transformation stattfinden. Der Wunsch oder das Bestreben etwas (anderes) erreichen zu wollen wird dabei Schritt für Schritt aufgegeben. Man gibt das Suchen und das Verändern-Wollen auf und ist einfach. Das ist die Praxis des Nicht Tuns.

http://doingnothing.de/

„Du brauchst dein Zimmer nicht zu verlassen.
Bleibe an deinem Tisch sitzen und lausche.
Du brauchst nicht einmal zuzuhören, warte einfach nur ab.
Du brauchst nicht einmal zu warten, lerne einfach
ruhig zu werden und still und für dich.
Die Welt wird sich dir freigebig darbieten, um demaskiert zu werden.
Sie kann nicht anders; sie wird sich in Ekstase vor deinen Füßen wälzen.“
– Franz Kafka

Der Schatz den ich fand…

Foto: © wak

Der Schatz den ich fand,
kann nicht mit Worten beschrieben werden.
Der Geist kann ihn nicht fassen.
Mein Geist fiel wie ein Hagelkorn in die riesige Weite des Bewusstseins.
Als ich einen Tropfen davon berührte,
schmolz ich hinweg und wurde eins mit dem Absoluten.
Und selbst nun, da ich zum menschlichen Bewusstsein zurückkehre,
sehe ich nichts, höre ich nichts, das nicht göttlich ist.
Ich weiss, dass nichts von mir verschieden ist.

Shankaracharya / Adi Shankara (788-820)

Gefunden habe ich dieses Zitat hier:
https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

Die kostbarsten Güter soll man nicht suchen, sondern erwarten

Simone Weil im Jahr 1921 / Bild: wikimedia, gemeinfrei

Die Aufmerksamkeit besteht darin, sein Denken zu umgehen, den Geist verfügbar, leer und für den Gegenstand durchlässig zu halten, die verschiedenen bereits erworbenen Kenntnisse, die man zu nutzen genötigt ist, in sich dem Geist zwar nahe und erreichbar, doch auf einer tieferen Stufe zu erhalten, ohne dass sie den Geist berührten. Der Geist soll hinsichtlich aller eigenen und schon ausgeformten Gedanken wie ein Mensch auf einem Berg sein, der vor sich hinblickt und gleichzeitig unter sich – jedoch ohne hinzusehen – viele Wälder und Ebenen wahrnimmt. Und vor allem soll der Geist leer sein, wartend, nichts suchend, aber bereit, den Gegenstand, der in ihn eingehen wird, in seiner nackten Wahrheit aufzunehmen. Die kostbarsten Güter soll man nicht suchen, sondern erwarten. Denn der Mensch kann sie aus eigenen Kräften nicht finden, und wenn er sich auf die Suche nach ihnen begibt, findet er statt ihrer falsche Güter, deren Falschheit er nicht zu erkennen vermag.

Simone Weil (1909 – 1943) in: Schwerkraft und Gnade, München 1952

Gefunden habe ich diesen Gedanken von ihr hier: http://www.marschler.at

Spiritualität ist eine Lesekunst

Foto: © wak

Spiritualität ist eine Lesekunst. Es ist die Fähigkeit, das zweite Gesicht der Dinge wahrzunehmen: die Augen Christi in den Augen des Kindes; das Augenzwinkern Gottes im Glanz der Dinge. Nicht Entrissenheit, sondern Anwesenheit und Aufmerksamkeit ist ihre Eigenart. Sie ist keine ungestörte Entweltlichung und Einübung in Leidenschaftslosigkeit. Sie ist lumpig und erotisch, weil sie auf die Straße geht und sieht, was dem Leben geschenkt ist und was ihm angetan wird. Es gibt also einen Vorhof der ausdrücklich religiösen Spiritualität, es ist die Aufmerksamkeit im alltäglichen Leben. Bin ich fähig, wahrzunehmen und zu empfinden. Wie lese ich die Schmerzen der Menschen und wie lasse ich mich von ihnen berühren? Wie gehe ich mit den Dingen des alltäglichen Lebens um? Bin ich fähig, sie als Gaben zu ehren oder bin ich ausschließlich Benutzer und Verfüger der Welt? Ehre ich das Wasser, die Stille, die Nacht, die Tiere, die Luft zum Atmen, oder wähne ich alles für mich und meinen Nutzen? Spiritualität ist gebildete Aufmerksamkeit.

Fulbert Steffensky (*1933)

Achtsamkeit: Leben, Verständnis, Mitgefühl

Nur wenige Begriffe finden meines Erachtens gegenwärtig so viel missbräuchliche Verwendung wie „Achtsamkeit“. Dieses Wort ist in vielen Bereichen zu einem Modewort verkommen, das inhaltsleer zu werden droht. So ist es gut, sich an seine tiefere Bedeutung zu erinnern. Die „Sieben Wunder der Achtsamkeit“ von Thich Nhat Hanh können dazu einen hervorragenden Beitrag leisten. wak

Foto: © wak

Achtsamkeit besteht darin, unsere authentische Präsenz hervorzubringen, uns im Hier und Jetzt lebendig werden zu lassen und mit den Dingen in Berührung zu kommen.

Achtsamkeit lässt uns erkennen, dass das Leben bereits da ist. Wir können wirklich mit ihm in Kontakt sein und ihm Sinn und Tiefe geben.

Achtsamkeit schenkt dem Objekt unserer Betrachtung Lebenskraft, berührt und umarmt es. Das macht uns selbst lebendig und das Leben wird realer. Dies gibt uns Nahrung und Heilung.

Achtsamkeit vermittelt Sammlung und Konzentration. Wenn wir in unserem Alltag konzentriert sind, werden wir alles tiefer betrachten und besser verstehen können.

Achtsamkeit ermöglicht tiefes Schauen und lässt uns das Objekt unserer Betrachtung außerhalb und in uns selbst besser erkennen.

Achtsamkeit führt zu Verstehen, das tief aus unserem Inneren kommt. Wir erlangen Klarheit und so wird die Bereitschaft zur Akzeptanz gefördert.

Achtsamkeit führt zur Befreiung durch die so gewonnenen Einsichten. Wo immer wir Achtsamkeit praktizieren, ist Leben, Verständnis und Mitgefühl.

Thich Nhat Hanh (*1926)