Wenn du glaubst…

Vivekananda (1863 – 1902) / Foto: Archiv

Wenn du glaubst,
ein Körper zu sein,
bist du vom Weltall getrennt.
Wenn du glaubst,
ein Geist zu sein,
bist du ein Funke
des ewigen Feuers.
Wenn du glaubst,
das göttliche Selbst zu sein,
bist du alles.

Vivekananda (1863 – 1902)

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Ewiger Sucher und Finder

Jacob Böhme Lesebuch / Gedenktafel an einer Wohnung Böhmes im damaligen Görlitz / Fotos (c) wak

… Er ist ein ewiger Sucher und Finder, als nämlich sich selber in großen Wundern; und was Er findet, das findet Er in der Kraft: Er ist das Eröffnen der Kraft, Sein ist nichts gleich, und Ihn findet nichts, als nur was sich in Ihm aneignet, das gehet in Ihn ein, was sich selber verleugnet, das es sei; so ist der Geist Gottes darinnen Alles, denn es ist Ein Wille im ewigen Nichts, und ist doch in allen, wie Gottes Geist selber.

Jacob Böhme (1575 – 1624) in: Vierzig Fragen von der Seele. 1. Frage 34

In: Das Jacob Böhme Lesebuch. Aus Jacob Böhmes Schriften ausgewählt und eingeleitet von Paul Hankamer (1925). Neu herausgegeben, erweitert und mit einem Glossar versehen von Ronald Steckel (2022), Verlag Magische Blätter, Ronnenberg, S. 160

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/buecher

Sein durch die Liebe Gottes

Foto: (c) wak

Er zeigte mir ein kleines Ding, so groß wie eine Haselnuss, das in meiner Hand lag, und es erschien mir rund wie eine Kugel. Ich schaute es an und dachte: „Was mag das sein?“ – Und es wurde mir die allgemeine Antwort: „Das Geschaffene.“ Ich staunte, dass es bestehen konnte; denn ich dachte, es könne, so gering wie es war, leicht in nichts vergehen. Und mein Verstehen erhielt die Antwort: Es besteht und wird ewig bestehen, weil Gott es liebt; und so hat alles das Sein durch die Liebe Gottes.

In diesem kleinen Ding da sah ich dreierlei: Erstens, dass Gott es geschaffen hat; zweitens, dass Gott es liebt; drittens, das Gott es erhält.

Juliana von Norwich (ca. 1342 – ca. 1413)

Jacob Böhme ist unser Zeitgenosse

Alles ist in Bewegung, in ständiger Schöpfung und Vernichtung, in einer immerwährenden Genese, in der nichts stabil und dauerhaft ist. Aber diese Bewegung ist nicht chaotisch oder anarchisch; sie ist strukturiert, organisiert durch eine Ordnung, die sicherlich komplex und subtil, aber dennoch wahrnehmbar ist. Wie Böhme uns immer wieder sagt, „auch Gott ist durch diese Bewegung gezeugt, er ist nicht in der Welt, sondern mit der Welt geboren“. Das Fehlen eines Wertesystems, das an die Komplexität der modernen Welt angepasst ist, könnte uns zur Selbstzerstörung unserer eigenen Art führen. Die Formulierung einer neuen Naturphilosophie scheint mir in diesem Zusammenhang von unmittelbarer Dringlichkeit zu sein. Jacob Boehme ist bei dieser Suche unter uns: Er ist unser Zeitgenosse.

Warum schreiben wir heute über Jacob Böhme? Vorwort von Basarab Nicolescu zu seinem Buch Wissenschaft, Sinn und Evolution – die Kosmologie Jacob Böhmes

Der ganze Beitrag von Basarab Nicolesu kann hier gelesen werden:

XII. MAGISCHE BLÄTTER BUCH | WINTER
CIII. Jahrgang Winter 2022 / 2023 | Spuren (November | Heft 34)

EINZELBUCH, 364 Seiten, 20,00 € (zuzüglich Versandkosten)
ISBN-Nr. 978-3-948-5941-5 2

Herausgeber: Verlag Magische Blätter – Ronnenberg | Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

Bestellungen hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subject: BESTELLEN MAGISCHE BLÄTTER BUCH XII

Gottheit, Kosmos und wir selbst

Porträt Jakob Boehme aus dem Buch von Nicolescu

Bei meiner Lektüre stieß ich vor etwas mehr als fünfzehn Jahren zufällig auf die Schriften Böhmes, und es war eine Offenbarung. Böhme steht in der Tat in dem Ruf, sehr obskur zu schreiben, und seine Sprache kann einen modernen Leser verwirren und sogar irritieren. Aber wenn man den Rahmen der symbolischen Interpretation – den einzig angemessenen – benutzt, werden Böhmes Schriften kristallklar und lassen sich so leicht lesen wie ein Kriminalroman – ein Roman über alles, was existiert oder denkbar ist: die Gottheit, den Kosmos, uns selbst.

Warum schreiben wir heute über Jacob Böhme? Vorwort von Basarab Nicolescu zu seinem Buch Wissenschaft, Sinn und Evolution – die Kosmologie Jacob Böhmes

Der ganze Beitrag von Nicolesu kann hier gelesen werden:

XII. MAGISCHE BLÄTTER BUCH | WINTER
CIII. Jahrgang Winter 2022 / 2023 | Spuren (November | Heft 34)

EINZELBUCH, 364 Seiten, 20,00 € (zuzüglich Versandkosten)
ISBN-Nr. 978-3-948-5941-5 2

Herausgeber: Verlag Magische Blätter – Ronnenberg | Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

Bestellungen hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subject: BESTELLEN MAGISCHE BLÄTTER BUCH XII

Gnadenhaft plötzlicher Durchbruch

Gedenktafel in Köln / Foto: (c) wak

Gleichzeitig mit dieser Begründung der mystischen Erfahrung Gottes in der Offenheit des menschlichen Intellekts gewinnt Weltes Eckhartdeutung eine Öffnung der Perspektive auf die Erfahrung des Absoluten in östlichen Religionen und Weltanschauungen. Seine Bezugnahmen auf den Zen-Buddhismus erfolgen zu Recht und mit tiefem Gespür für dessen Auffassung einer gnadenhaft plötzlichen Durchbruchsmöglichkeit aus dem Bereich des Kontingenten hinein ins „fruchtbare Nichts“ (englische Mystik) des alles bedingenden Absoluten.

Alois Haas in seinem Vorwort zur Neuausgabe von Bernhard Welte: Meister Eckhart. Gedanken zu seinen Gedanken. Freiburg / Basel / Wien 1992, S. 3 – 4

Gottes lebendiger Tempel bist du

Foto: (c) wak

Der hohe Kirchenraum ist das Gleichnis der unendlichen Ewigkeit, des Himmels, darinnen Gott wohnt. Wohl sind die Berge noch höher, unmeßbar die blaue Weite draußen. Doch  alles offen, keine Grenze darin und keine Gestalt. Hier aber ist der Raum für Gott ausgesondert. Für ihn geformt, heilig durchbildet. Wir fühlen in die ragenden Pfeiler hinauf, in die breiten, starken Wände, in die hohe Wölbung: Ja, das ist Gottes Haus, Gottes Wohnung in einer besonderen innerlichen Weise.

Und die Pforte führt den Menschen in dies Geheimnis. Sie sagt: „Wirf das Kleine ab, fort mit allem, was eng und ängstlich ist. Weg mit allem Niederdrückenden. Weit die Brust. Hinauf die Augen. Frei die Seele! Gottes Tempel ist dies, und ein Gleichnis von dir selbst. Denn Gottes lebendiger Tempel bist du ja, dein Leib und deine Seele. Mach ihn weit, mach ihn frei und hoch!“

Romano Guardini (1885 -1968) in: Von heiligen Zeichen. Mainz 1933, S. 32

Alles was gedacht und wahrgenommen wird

Foto: (c) wak

Alles nämlich, was eingesehen und wahrgenommen wird, ist nichts anderes als die Erscheinung des nicht Erscheinenden, die Manifestation des Verborgenen, Affirmation des Negierten, Begreifen des Unbegreiflichen, das Sagen des Unsagbaren, der Zugang zum Unzugänglichen, Einsehen des Uneinsehbaren, Körper des Unkörperlichen, Wesen des Überwesentlichen, Form des Gestaltlosen, Maß des Unmeßbaren, Zahl des Unzählbaren, Gewicht des Gewichtlosen, Festwerden des Geistigen, Sichtbarkeit des Unsichtbaren, Ort des Ortlosen, Zeitlichkeit des nicht Zeitlichen, Begrenzung des Unendlichen, Umgrenzung des nicht Umgrenzten, und das Übrige, was mit bloßem Intellekt sowohl gedacht wie erblickt wird, und nicht in den Windungen des Gedächtnisses eingefangen werden kann und der Schärfe des Geistes entflieht.

Scotus Eriugena (815 – 877)

Schloß des Nicht-Seins

Versuche es,
mit mir zu wandern
in das Schloß des Nicht-Seins,
wo alles Eins ist.

Da wollen wir reden
über die Unendlichkeit.

Versuche es,
mit mir zu kommen
zum Nichts-Tun,
zur Einfalt und Stille,
zur Versunkenheit und Reinheit,
zur Harmonie und Ruhe.

Dort sind alle Unterschiede verschwunden.

Zhuang Zi / Dschuang Dsi (um 365 v.u.Z.– 290 v.u.Z.) in: Das wahre Buch vom südlichen Blütenland. Buch XXII, Nr. 5 „Wo ist der Sinn?“

Anfangsloser Anfang und endloses Ende

Bild: Archiv

… Der Ungrund oder das Absolute ist das, was ohne jeden Grund ist, was unbedingt und unendlich ist. Dieser göttliche Ungrund ist „das Nichts und das Alles“. Er „hat auch nichts, das etwas gebe, es ist eine ewige Ruhe, und keine Gleich(heit), ein Ungrund ohne Anfang und Ende: Es ist auch kein Ziel noch Stätte (Ort), auch kein Suchen oder Finden, oder etwas, da (wo) eine Möglichkeit wäre; Derselbe Ungrund ist gleich einem Auge, denn er ist sein eigener Spiegel, er hat kein Wesen (Weben), auch weder Licht noch Finsterniß“. Aus der ewigen Stille dieses Ungrunds gebärt und offenbart sich der ungründliche Wille, und dieser Wille ist anfangsloser Anfang und endloses Ende zugleich, „denn das Ende machet auch den Anfang dieses Willens, und der Anfang das Ende wieder. Und finden also, daß alle Wesen sind in ein Auge geschlossen, das ist gleich einem Spigel, da sich der Wille selber beschauet, was er doch sey.“ Und in diesem Spiegel, den Böhme auch als Spiegel der Weisheit Gottes bezeichnet, findet die Selbstfindung und Selbstfassung des unergründlichen Willens in die noch nicht offenbare Dreiheit von Vater, Sohn und Heiliger Geist statt.

Von der Feuerseele zur Lichtseele. Jakob Böhmes Lehre von der Seele und Wiedergeburt des Menschen. Ein Überblick von Roland Pietsch

Der vollständige Artikel kann hier gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH XI


CIII. Jahrgang, August 2022, Heft 8 / Thema: WEITERE MATERIALIEN ZUM FILM


Herausgeber: Verlag Magische Blätter, Ronnenberg
Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

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